Bei näherer Betrachtung der Liste der „1.000 besten Autohändler“ fällt zunächst auf, dass kein Betrieb eine schlechtere Benotung als 2,9 aufweist. Auch ist die Benotung nicht in allen Fällen schlüssig. So wird beispielsweise ein bayerischer Fabrikatshändler lediglich mit 2,7 bewertet, der aber kürzlich für die höchste Kunden-Weiterempfehlungsrate innerhalb des Händlernetzes seiner Hauptmarke ausgezeichnet worden ist.
Auch in einem anderen Fall bestätigte ein großer Mehrmarkenhändler, der namentlich nicht genannt werden möchte, dass die Statista-Bewertung für einen seiner Standorte deutlich abweicht von dem Kundenzufriedenheitswert, den seine Hauptmarke für diesen Betrieb erhoben hat.
Ein anderer Händler sagte, in seiner Region würden mehrere Betriebe in der Liste fehlen, „die da von den Zufriedenheitswerten her definitiv hingehören.“
Auffällig ist zudem, dass von einigen Gruppen kleinere Filialen, aber nicht der jeweilige Hauptstandort genannt werden, was unplausibel erscheint.
Des Weiteren finden sich in der Liste mehrere Betriebe, deren Fabrikatsbindung nicht korrekt aufgeführt ist. So ist unter anderem beim Stammsitz einer 13.000-Einheiten-Gruppe der Vermerk „keine Markenbindung“ zu lesen.
Von den 1.000 bewerteten Betrieben benotete Statista 387 Autohäuser mit einer 1 vor dem Komma. Sollten sich all diese „sehr guten“ Betriebe dazu entschließen, das Angebot von „Auto Bild“ anzunehmen, würde das Magazin allein mit diesen Händlern einen zusätzlichen Umsatz von 1,35 Millionen Euro generieren. Welcher Umsatzanteil dabei an den Kooperationspartner Statista fließt, der nicht nur für „Auto Bild“ die Daten analysierte, sondern bei den Händlern auch als Anbieter des Werbepakets auftritt, wollte der Axel-Springer-Verlag auf erneute Anfrage hin nicht beantworten.
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