Auto-Bild-Reifentest: Pirelli und Vredestein siegen

Autor / Redakteur: Jan Rosenow / Dipl.-Ing. (FH) Jan Rosenow

Die „Auto-Bild“ hat Deutschlands Superreifen gesucht: Im „bislang größten Reifentest“ kürten die Testprofis Pirelli Cinturato und Vredestein Sportrac zu Siegern.

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Im „größten Reifentest, den die Gummibranche je gesehen hat“ – so die Eigenwerbung des Hamburger Blattes – hat die Zeitschrift „Auto-Bild“ den Super-Reifen 2011 gewählt. Im Testfeld standen Sommerreifen der Dimension 205/55 R 16, wobei es sich zu einem Teil um besonders rollwiderstandsarme, zum anderen um „normale“ High-Performance-Produkte handelte.

In einer ersten Ausscheidungsrunde hatten die Testprofis insgesamt 50 Profile gegeneinander antreten lassen – darunter Containerprodukte wie Sunny, Wanli, Infinity oder Chenshan. Wie in vielen Reifentests zuvor lieferten die chinesischen Fabrikate vor allem katastrophale Bremswerte auf Nässe und warnende Schlagzeilen.

Unter den 15 Besten, die in die zweite Runde einzogen, fand sich neben den bekannten Markenprodukten nur ein No-Name-Reifen: der Syron Race 1. Er schaffte es, lange Bremswege mit hohem Rollwiderstand zu kombinieren und damit einen Zielkonflikt aufzubauen, den die Reifenindustrie vorher gar nicht kannte. Immerhin erreichte er noch das Prädikat „Bedingt empfehlenswert“ – so wie der Firestone TZ 300 alpha.

Sparreifen mit Bremsproblemen

Insgesamt fünf Reifen bewerteten die Testfahrer als „Befriedigend“, darunter den Michelin Energy Saver. Der rollwiderstandsarme französische Pneu erhielt den Trostpreis des „Eco-Meisters“, weil er einen geringen Rollwiderstand und die längste Lebensdauer aufwies. Auf nasser Straße schwächelte er allerdings.

Dass die Reifenindustrie den alten Zielkonflikt „Rollwiderstand versus Nassgrip“ nur bis zu einem bestimmten Grad lösen kann, illustrierte auch der Goodyear Efficient Grip: Mit dem niedrigsten Verbrauch, aber relativ langen Bremswegen schaffte er ebenfalls die Note „Befriedigend“ – wie auch Dunlop Sport Fast Response, Toyo Proxes CF1 und Gislaved Speed 606.

Hankook mit hohem Verschleiß

Nicht weniger als sechs Fabrikate schnitten im Auto-Bild-Reifentest mit „Empfehlenswert“ ab. Der neue Hankook Kinergy Eco vermasselte sich eine noch bessere Platzierung nur durch seinen hohen Verschleiß (zweitschlechtester vor dem Syron), während der Nässespezialist Uniroyal Rain Expert auf jedem Untergrund gute Leistungen zeigte. Gute Allroundeigenschaften bewiesen auch der Continental Premiumcontact 2 und der Bridgestone ER 300 Ecopia, der trotz seiner rollwiderstandsoptimierten Konstruktion für einen recht hohen Kraftstoffverbrauch sorgte. Fulda Carat Progresso und Yokohama C.drive 2 rundeten das Feld der „Empfehlenswerten“ ab.

Mit der Note „Vorbildlich“ bedachte die Redaktion der „Auto Bild“ in diesem Vergleich den Pirelli Cinturato P7 und den Vredestein Sportrac 3. Beim Italiener fiel den Testprofis lediglich ein erhöhtes Abrollgeräusch negativ auf. während sie beim Vredestein mit seinem markanten V-Profil einen mäßigen Komfort diagnostizierten.

Der Pirelli bewies auch, das „Preis“ und „preiswert“ zweierlei ist. Zwar gehörte er zu den teuersten Reifen im Testfeld, doch liegen durch seine hohe Laufleistung die Kilometerkosten noch unter denen des Syron. Premiumreifen zu fahren muss also nicht teuer sein – und besser bremsen können sie auch.

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