Auto-Staiger wird auf Zukunft getrimmt

Autor / Redakteur: Isabella Finsterwalder / Joachim von Maltzan

Der Geschäftsführer der Auto-Staiger Firmengruppe richtet das Unternehmen entsprechend des Marktvolumen neu aus.

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Kurzum straffte der Autohausmanager in den folgenden Jahren die Führungsstrukturen. Er verschmolz 13 Auto-Staiger-Gesellschaften in Baden-Württemberg miteinander und passte die erforderlichen Vertriebs- und Servicekapazitäten nach und nach den gesunkenen Verkaufszahlen an.

Bereits 1999 war auf diese Art und Weise wieder alles im grünen Bereich. Die Gruppe fuhr erneut Gewinne ein. Ende 2002, so Schäfer rückblickend, war schließlich der Verschlankungsprozess so gut wie abgeschlossen. Die Gruppe stand kräftig und gesund im Futter.

Erfolgsgarant: Die Unternehmerfamilie ist mit im Boot

Das katastrophale Jahr 2007 wirkte sich jedoch auch bei Auto-Staiger auf das Privatkundengeschäft aus: Der 110 Jahre alte Autohändler musste drei weitere Filialen schließen – 17 sind jetzt noch übrig. „Angesichts der drastischen Verunsicherung der Kunden mussten wir uns diesmal auch im operativen Geschäft von lang gedienten Mitarbeitern verabschieden“, so Schäfer mit Blick auf die Reduzierung des eigenen Personals um 41 Mitarbeiter auf 608. Doch wie in den Jahren zuvor ist sich Schäfer auch diesmal sicher: „Es wird wieder aufwärts gehen.“

Die positive Grundeinstellung des erfolgreichen Autohausmanagers ist berechtigt. Gerade inhabergeführte bzw. im Eigentum der Unternehmerfamilie stehende Autohausgruppen stehen heute mehr und mehr auf der Sonnenseite. Denn zum einen verkörpern sie den echten Mittelstand, zum anderen haben sie sich den persönlichen Draht zum Kunden bewahrt. Das ist eine Konstellation, die auch nach mehr als hundertjähriger Unternehmensgeschichte bei Auto-Staiger gelebte Realität ist.

So hält die Enkelin des Firmengründers, Britta Behr, unverändert einen Anteil von 75 Prozent am Unternehmen. Der Minderheitsanteil von 25 Prozent liegt in der Hand der Württembergischen Versicherung. Überhaupt bekennt sich das Stuttgarter Unternehmen unverändert zu den Wurzeln seiner 108-jährigen Opel- und GM-Tradition. Lediglich zwischen 2003 und 2006 versuchte sich der Traditionshändler als Verkäufer des japanischen Fabrikats Honda. „Hier mussten wir jedoch schnell einsehen, dass diese Partnerschaft allein schon aufgrund der unterschiedlichen Marktgröße nicht funktionieren konnte“, räumt Schäfer ein. Also trennte man sich wieder.

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Goldrichtig: Saab und Chevrolet neu im Produktportfolio

Gerade weil der Opel-Marktanteil in den vergangenen Jahren rapide abgenommen hat, hält Schäfer die Entscheidung, die Marken Saab und Chevrolet mit in das Produktangebot aufzunehmen, für „goldrichtig“. Auch künftig will der Staiger-Geschäftsführer daher voll und ganz in der GM-Familie bleiben. Seine Strategie ist eindeutig: „Konsolidieren, wachsen und ordentliche Erträge erwirtschaften – diese Ziele stehen auf meiner Prioritätenliste ganz oben“, so Schäfer. Allein in diesem Jahr peilt der Geschäftsführer wieder den Verkauf von 6.000 Neu- und 5.000 Gebrauchtwagen an.

Nach wie vor sehr erfolgreich agiert die Gruppe zudem seit 1992 mit Opel in Prag. Im Jahr 1991 war man dort zunächst mit der hauseigenen Leasinggesellschaft vertreten. Ab 1992 arbeitete man dann vorübergehend in einem angemieteten Händlerbetrieb und mit einem zusätzlichen Ausstellungsraum am historischen Wenzelsplatz. Im Jahr 1996 stellte Auto-Staiger dann auf einem 26.000 Quadratmeter großen Gelände den eigenen Betriebsneubau fertig. Seit jetzt sechs Jahren ist Auto-Staiger mit seinen zwei Betrieben in Prag unangefochten der größte Opel-Händler Tschechiens: Mit jährlich 1.200 verkauften Opel-Neuwagen laufen immerhin 25 Prozent des gesamten Opel-Absatzes in Tschechien über die Bücher der Staiger-Gruppe.

Der wichtigste Faktor ist und bleibt der Mensch

Das Erfolgsrezept der Stuttgarter ist simpel: Nach dem Motto „Klarheit und Wahrheit“ setzt Schäfer seit Jahren auf eine offene, kontinuierliche und verständnisvolle Zusammenarbeit mit seinen Partnern, allen voran seinem Hauptpartner Opel. „Egal, wie die Zeiten sind – Geschäfte werden von und mit Menschen gemacht“, resümiert Paul Schäfer. Wenn das Miteinander funktioniere, werde man auch künftig erfolgreich sein.

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