»kfz-betrieb«-Autocheck Nissan Juke N-Sport Bequemer Sportler

Von Yvonne Simon 4 min Lesedauer

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Mit dem aktuellen Facelift hat Nissan den Juke vor allem innen modernisiert und eine neue Topvariante namens „N-Sport“ auf den Markt gebracht. Trotz sportlicher Optik ist der Juke eher auf Komfort ausgerichtet.

Der Nissan Juke polarisiert weniger als früher, hat aber immer noch ein auffälliges – und wie wir finden – gelungenes Design.(Bild:  Rosenow – VCG)
Der Nissan Juke polarisiert weniger als früher, hat aber immer noch ein auffälliges – und wie wir finden – gelungenes Design.
(Bild: Rosenow – VCG)

Als der Nissan Juke 2010 neu auf den Markt kam, bewegte das Design die Gemüter. Manch einer sah in der Front das Antlitz eines Warzenschweins, andere fanden die ausgebeult anmutende Karosserie mit oben auf der Motorhaube sitzenden Scheinwerfern cool.

Mit Einführung der zweiten Generation 2019 wurde das Kompakt-SUV dann deutlich gefälliger und massentauglicher – wobei der Juke bislang nie aus dem Schatten des großen Qashqai herausfahren konnte. In Deutschland ist der Juke derzeit die Nummer zwei im Line-up. In den ersten drei Quartalen des Jahres 2024 verkaufte der Importeur 5.133 Einheiten und damit gut 44 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Vom Qashqai trennen ihn knapp 4.500 Einheiten.

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Im Modelljahr 2024 erhielt der Juke ein Facelift, wobei sich die Änderungen vor allem auf den Innenraum beziehen. Beispielsweise ist der mittig angebrachte Touchscreen auf 12,3 Zoll gewachsen und leicht zum Fahrer geneigt. Die Bedienung ist jetzt intuitiver, die verschiedenen Funktionen sind als Widgets dargestellt, ähnlich wie man es von Apps auf Smartphone und Tablet gewohnt ist.

Modernisierter Innenraum

Apple Carplay und Android Auto lassen sich jetzt, anders als zuvor, kabellos via Bluetooth koppeln, was im Test mit dem iPhone auch reibungslos funktionierte. Um das Smartphone zu laden, befindet sich nun eine induktive Ladeschale vorn an der Mittelkonsole. Die USB-Anschlüsse hat Nissan neben dem auslaufenden USB-A-Anschluss jetzt um eine USB-C-Dose ergänzt. Das Handy während der Fahrt zu laden, scheitert im Juke also nicht mehr am falschen (oder zu Hause vergessenen) Ladekabel. Außerdem wurde die Auflösung der Rückfahrkamera bzw. der 360-Grad-Vogelperspektive erhöht.

Mit dem Facelift brachte Nissan auch die neue Topvariante N-Sport auf den Markt. In eben jener fuhr der Juke bei uns zum Test vor. Innen erkennbar ist die Top-Ausstattung vor allem an den gelben Ziernähten. Rund um die Instrumententafel zieht sich ein gelber Alcantara-Rahmen, und die – sehr bequemen – Sportsitze schmückt an der Lehne eine ebensolche Umrahmung. Das macht durchaus was her. Aber man muss die Farbe wirklich mögen, wenn man die N-Sport-Variante wählt – die Akzente im Innenraum sind unabhängig von der Außenfarbe immer gelb. Wer das nicht will, kann die Variante N-Design zum selben Basispreis nehmen, bei ihr sind die Alcantara-Elemente im Innenraum grau.

Auf Wunsch kann man für 600 Euro Aufpreis ein Bose-Soundsystem mit zehn Lautsprechern bestellen. Je zwei davon befinden sich in den Kopfstützen von Fahrer und Beifahrer. Wie stark die Lautsprecher direkt hinter den Ohren zum Einsatz kommen sollen, lässt sich am Touchscreen einstellen. Für Musikliebhaber ist das Paket durchaus eine Empfehlung.

Optisch immer noch auffallend

Unser Testwagen war auch außen gelb, was dem Juke gut steht und ihn im Verkehr noch mehr herausstechen lässt. Auch wenn das Auto äußerlich nicht mehr polarisiert, hebt es sich immer noch von anderen SUVs ab. Dafür sorgen die dicken Wangen mit den großen runden Scheinwerfern, aber auch die recht prägnante, gerade nach hinten abfallende Dachlinie und das kantige Heck.

Bei den Topvarianten bietet Nissan eine Zweifarbenlackierung an, unser Testwagen kam mit einem schwarzen Dach. Dazu passen auch die schwarzen 19-Zoll-Leichtmetallfelgen gut, die der N-Sport-Variante vorbehalten sind.

Am Motor hat sich mit dem Facelift nichts geändert. Wir haben den Vollhybrid getestet. Der Antrieb setzt sich zusammen aus einem 69 kW/94 PS starken 1,6-Liter-Verbrennungsmotor und einem 36 kW/49 PS starken Elektromotor. Die Gesamtleistung beträgt damit 105 kW/143 PS.

Eher komfortabel als sportlich

In der Stadt ist der Juke tatsächlich recht häufig elektrisch und generell angenehm leise unterwegs, wenn auch eher gemächlich im Antritt. Über den EV-Modus kann man manuell auf elektrischen Betrieb umstellen – allerdings geht das nur, wenn der Motor warm genug ist, was erst nach ein paar Kilometern der Fall ist und wenn die Geschwindigkeit unter 50 km/h liegt. Sobald man 1 km/h darüber liegt, springt der EV-Modus wieder raus und man müsste ihn erneut aktivieren. Nachdem die Taste weit unten und hinten an der Mittelkonsole liegt, ist das ohne den Blick von der Straße zu wenden, gar nicht so einfach. Gleiches gilt für den darüber platzierten E-Pedal-Schalter, über den sich die Rekuperation erhöhen lässt. Nur mit einem Pedal zu fahren ist allerdings nicht möglich: Dafür bremst der Juke beim Loslassen des Gaspedals zu moderat.

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Begibt man sich mit dem Klein-SUV auf die Autobahn, dann wird es teils recht laut, was aber auch an den stark hörbaren Windgeräuschen liegt. Abgeregelt wird bei 166 km/h. Auch weil der Juke eher weich gefedert ist, ist er trotz der sportlichen Optik doch eher auf Komfort ausgerichtet. Etwas beeinflussen lässt sich das Fahrgefühl durch die drei Fahrmodi Eco, Standard und Sport. Im Sportmodus ist der Juke spürbar ruppiger am Werk.

Der Juke ist durch das komfortable Fahrwerk, die bequemen Sitze und das Raumangebot durchaus für längere Fahrten zu empfehlen. In der Stadt spielt er die Vorteile des elektrischen Fahrens aus und punktet im Vergleich zu größeren SUVs mit elf Metern Wendekreis.

Unser Verbrauch mit dem Juke variierte je nach Strecke zwischen 5,8 und 6,6 Litern. Ein Spritschlucker ist er definitiv nicht. Die von Nissan ausgewiesenen 4,7 bis 4,9 Liter waren aber nicht zu schaffen.

Die Preise für den Juke N-Sport mit Hybridantrieb starten bei 34.890 Euro, mit dem Dreizylinder-Benziner wären es 30.190 Euro. In seiner Basisausstattung starten die Preise bei 24.790 Euro.

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