Autohaus Gäng gewinnt mit Charme Kunden

Redakteur: Norbert Rubbel

Nicht immer liefen die Geschäfte des Opel-Betriebs in Borna so gut wie heute. Mit einer hohen Service- und Arbeitsqualität hat das Autohaus seinen Tiefpunkt überwunden. Das Ergebnis: Platz zehn beim Service Award.

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Das Autohaus Gäng in Borna belegt den zehnten Platz beim Service-Award 2016.
Das Autohaus Gäng in Borna belegt den zehnten Platz beim Service-Award 2016.
(Bild: Rubbel)

Etwa 30 Kilometer südlich von Leipzig liegt Borna. Die Kaufkraft der sächsischen Kreisstadt mit ihren rund 20.000 Einwohnern ist relativ gering und der Konkurrenzdruck hoch – bedingt durch den wachsenden Onlinehandel und die preisaggressiven Serviceaktionen vieler Werkstätten. Doch trotz des intensiven Wettbewerbs konnte Andreas Gäng im letzten Jahr die Anzahl seiner Serviceaufträge und -kunden gegenüber dem Vorjahr steigern. Zudem lag die Werkstattauslastung mit 95 Prozent klar über dem bundesweiten Durchschnitt (89,7 Prozent).

Doch es gab auch andere Zeiten in der Firmengeschichte des Opel-Betriebs. Nur ungern erinnern sich die Mitarbeiter und die Geschäftsführung an den 15. September 2008: Die Aktienkurse rauschten in den Keller. Mit dem Skandal um die Investmentbank „Lehman Brothers“ erreichte die Finanzkrise ihren Höhepunkt. Aus der Immobilienkrise in den USA entstand eine weltweite Bankenkrise. Der Konsum ging massiv zurück. Autos wurden nicht mehr gekauft. Viele Autofahrer verschoben selbst dringend nötige Reparaturen auf einen späteren Zeitpunkt.

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Die Wirtschaftskrise in Deutschland erfasste auch das Opel-Autohaus am Wilhelmschacht 15. Das Unternehmen musste Insolvenz anmelden. 2009 übernahm Andreas Gäng die Geschäftsführung. Er startete die Neugründung in einer Zeit, die alles andere als gut war: Deutsche Unternehmen litten unter der starken Rezession, und die Opel-Händler bangten um die Existenz ihres Automobilherstellers.

„Durch das Engagement unserer Mitarbeiter und die richtigen strategischen Entscheidungen konnten wir unsere Umsätze und Mitarbeiteranzahl sukzessive steigern“, erklärt Andreas Gäng. Dass er zu den 20 besten autorisierten Opel-Vermittlern gehört, erwähnt der Geschäftsführer nur bescheiden am Rande.

Heute verdient der bewährte Krisenmanager wieder Geld, das er zielgerichtet in das Unternehmen und die Mitarbeiterqualifizierung investiert. Allein 120.000 Euro flossen in den letzten beiden Jahren in Betriebsausstattung, Werkstatttechnik und neue Opel-CI.

Service Award 2016: Sieg mit breitem Leistungsspektrum
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Sein Marketingbudget ist im Vergleich zu anderen vertragsgebundenen Markenbetrieben eher gering: Es beträgt für Zeitungs-, Hörfunk-, Direkt-, Internet- und Fernsehwerbung gerade einmal 5.500 Euro pro Jahr. Mehr Geld für das Marketing muss Andreas Gäng auch nicht ausgeben, weil er von der erfolgreichsten und billigsten Werbung profitiert: von Empfehlungen und der Mundpropaganda. Dass die 17 Mitarbeiter des Opel-Betriebs eine qualitativ hochwertige Arbeit abliefern und zuverlässig sind, spricht sich in Borna natürlich schnell herum. „Unsere Kunden mögen den Charme eines kleinen Familienbetriebs und die persönliche Ansprache, was sie in Glaspalästen oft vermissen“, weiß der Geschäftsführer.

Kinder sprinten und Mitarbeiter checken die Autos

Gefragt ist das Autohaus Gäng aber nicht nur bei ihren Stammkunden, sondern auch bei den Kindern und Offiziellen von Borna. Als die Oberbürgermeisterin Andreas Gäng fragte, ob er das Projekt „Kindersprint“ in seinem Autohaus ausrichten könnte, sagte er spontan zu. Beim Event im Sommer des letzten Jahres starteten rund 300 Kids aus sieben verschiedenen Grundschulen. Hinzu kamen etwa 700 Eltern und Begleitpersonen.

Während die Fangemeinde die kleinen Wettkämpfer kräftig anfeuerte, checkten die Servicemitarbeiter in der Direktannahme die Autos der Mütter und Väter zum Nulltarif. „Unser 22-Punkte-Fahrzeugcheck ist bei den Gästen gut angekommen. Daraus entstanden viele Folgeaufträge und neue Kundenkontakte“, freut sich Serviceberater Thomas Heinig über den Erfolg der Aktion.

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