Die großen Autohändler Deutschlands 2023 Autohaus Gotthard König: Abschlüsse aus dem Callcenter

Von Jens Rehberg 9 min Lesedauer

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Bei König liegt der Fokus klar auf dem Verkauf von kleineren Volumenfahrzeugen. Da die Berliner dabei unter einem Agenturmodell nicht mehr so aggressiv wie bisher agieren können, müssen sie wegfallende Erträge irgendwie kompensieren.

Die neue Gruppenzentrale in Berlin-Adlershof.(Bild:  Autohaus König)
Die neue Gruppenzentrale in Berlin-Adlershof.
(Bild: Autohaus König)

Während viele Gruppen angesichts der unsicheren Rahmenbedingungen derzeit versuchen, sich vor allem über die Entwicklung zusätzlicher Geschäftsfelder krisensicherer aufzustellen, liegt der Fokus von Dirk Steeger, Geschäftsführer des Autohauses Gotthard König, auf der Kostenstruktur. Denn: „Das Agenturgeschäft steht vor der Tür.“ Es sei ein Gleichmacher, bei dem derjenige gewinne, der die schlankesten Prozesse habe und am billigsten sei. Nicht gegenüber dem Kunden – das schließt der Agenturvertrieb aus –, aber in Bezug auf die eigenen Strukturen. „Wir werden uns dann nur noch von unserem Wettbewerb abheben können, indem wir unsere Kosten gering halten und auf diese Weise viel verdienen.“

In diesen Kontext gehört auch, dass König sein Team für den digitalen Vertrieb im vergangenen Jahr nicht wie ursprünglich geplant von 30 auf 60 Kräfte aufgestockt hat. Stattdessen hat sich diese zentrale Kerneinheit mittlerweile etwas nach unten bei 25 Mitarbeitern eingependelt – und bei dieser Stärke soll es auch bleiben. Denn Dirk Steeger ist zwischendurch umgeschwenkt und hat mit dem Einkauf von Allround-Dienstleistungen aus dem Ausland begonnen. Seit einiger Zeit nutzt die Autohausgruppe König so externe Callcenter-Kapazitäten, deren erstes Nahziel es ist, bis März kommenden Jahres mit einer einzigen 0800er-Nummer alle eingehenden Telefongespräche für das komplette König-Filialnetz anzunehmen. Derzeit passiert das für einige Fokus-Standorte der Gruppe. „Die Erreichbarkeit liegt jetzt schon bei 100 Prozent“, freut sich Dirk Steeger. „Wir wollen keine Telefone mehr in den Betrieben – auch wenn der Kunde das natürlich gerne hätte.“ Es soll aber eine Rückruf-Option geben, bei der der Kunde telefonisches Feedback aus dem jeweiligen Standort innerhalb eines bestimmten Zeitfensters vereinbaren kann. „Wir wissen doch: In den allermeisten Fällen will der Kunde wissen, ob sein Wagen schon fertig ist – das können auch die Mitarbeiter unseres externen Dienstleisters durch direkten Zugriff in unser System sehen.“