Automechanika 2018: Stahlwille zeigt Augmented-Reality-Potenzial

Autor: Steffen Dominsky

Der Wuppertaler Werkzeug- und Drehmomentspezialist hat einen Anwendungsfall für Schraubprozesse der Zukunft entwickelt: Mithilfe der „Mixed Reality“, eine Form der Augmented Reality, steigt die Qualität, und Arbeitsabläufe lassen sich effizienter gestalten, verspricht das Unternehmen.

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Automechanika-Besucher können am Stahlville-Stand in die digitale Servicewelt von morgen eintauchen.
Automechanika-Besucher können am Stahlville-Stand in die digitale Servicewelt von morgen eintauchen.
(Bild: Stahlville)

Wird die „Mixed Reality“, eine Weiterentwicklung der Augmented Reality, in der Werkstattbranche Einzug halten? Vor wenigen Jahren war das noch undenkbar. Heute ist es ein realistisches Szenario, erklärt der Wuppertaler Werkzeug- und Drehmomentspezialist Stahlwille. Das Unternehmen hat bereits einen Anwendungsfall für Schraubprozesse der Zukunft entwickelt und zeigt ihn auf der Automechanika. Er soll belegen: Mit Mixed Reality steigt die Qualität, und Arbeitsabläufe lassen sich effizienter gestalten.

So hat das Unternehmen seinen Drehmomentschlüssel mit Funkmodul, das „Manoskop 766 Daptiq“, ebenso im Messegepäck wie einen Pkw-Motor. Mithilfe einer Datenbrille dirigiert das Stahlwille-System den Nutzer an diesem selbst durch komplexe Schraubablaufpläne. Alle notwendigen Informationen bekommt der Anwender in seinem Gesichtsfeld angezeigt. Nach erfolgtem Schraubenanzug weiß er zudem sofort, wo sich die nächste Schraube befindet. Dank dieser intelligenten Werkerführung sinken Einarbeitungsaufwand und Fehlerrisiko erheblich, während sich Effizienz, Produktivität und Sicherheit verbessern, so der Werkzeugspezialist.

Neuer Ansatz für virtuelle Konzepte?

Ein wesentlicher Vorteil des Systems: Da es sich anhand eines fixen Referenzpunktes an dem Motor orientiert und alle Schraubpositionen relativ zu diesem Fixpunkt anzeigt, ist es nicht notwendig, den kompletten Motor aufwendig als 3-D-Modell nachzubauen. Diese Beschränkung auf das Wesentliche erlaubt es, das System schnell an unterschiedliche Motoren und Reparaturanwendungen anzupassen. Das könnte sich als Schlüssel zur Massenmarkttauglichkeit erweisen, die rein virtuelle Ansätze noch vermissen lassen.

Abseits des alltäglichen Geschäfts mit herkömmlichen Werkzeuglösungen sieht Stahlwille in der zunehmenden Digitalisierung und Vernetzung produktiver Prozesse einen wichtigen Trend. Unter dem neuen Label „Daptiq“ bündelt das Unternehmen bereits mehrere integrationsfähige und Industrie-4.0-taugliche Produkte. So z. B. elektromechanische Drehmomentschlüssel, Drehmomentprüfgeräte und Kalibriereinrichtungen. Sie lassen sich in die Systemwelten der Anwender einbinden und sind in der Lage, Daten bidirektional auszutauschen, Anweisungen zu empfangen und auszuführen – sei es kabelgebunden oder drahtlos.

Stahlwille auf der Automechanika: Halle 8.0, D66

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Über den Autor

 Steffen Dominsky

Steffen Dominsky

Redakteur »kfz-betrieb«, "Fahrzeug + Karosserie", stellv. Ressortleiter Service & Technik »kfz-betrieb«, Vogel Communications Group