Kfz-Gewerbe Bayern Betriebe müssen sich in Verdrängungsprozess behaupten

Von Andreas Grimm

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Auf der einen Seite sichert das Kfz-Gewerbe die Mobilität im ländlichen Raum Bayerns, auf der anderen Seite muss es mit dem Branchenwandel zurechtkommen. Auf dem Verbandstag des Landesverbands Bayern erläuterte Prof. Benedikt Maier, was auf die Branche zurollt.

Benedikt Maier, Professor am Institut für Automobilwirtschaft, führte den Delegierten des Verbandstags des Kfz-Gewerbes Bayern die Dimensionen des derzeitigen Branchenwandels vor Augen.(Bild:  Kraftfahrzeuggewerbe Bayern)
Benedikt Maier, Professor am Institut für Automobilwirtschaft, führte den Delegierten des Verbandstags des Kfz-Gewerbes Bayern die Dimensionen des derzeitigen Branchenwandels vor Augen.
(Bild: Kraftfahrzeuggewerbe Bayern)

Das Kfz-Gewerbe ist ein wesentlicher Garant für die Mobilität der Bevölkerung – speziell im ländlichen Raum. Auf diese gesellschaftlich notwendige Leistung der Branche hat am Wochenende der Bayerische Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr, Christian Bernreiter, eindringlich hingewiesen. Rund 100 Vertreter der sieben Innungen des Kraftfahrzeuggewerbes Bayern hatten sich zu ihrem Verbandstag 2022 in Hohenkammer im Landkreis Freising versammelt.

„Die Menschen in Bayern brauchen kompetente und leistungsstarke Betriebe, damit sie mobil bleiben. Dafür danke ich den mittelständischen Kfz-Innungsbetrieben sehr herzlich“, sagte Bernreiter. Gerade im für Bayern bedeutsamen ländlichen Raum sei das Auto für die Menschen entscheidend.

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Das bayerische Kfz-Gewerbe stehe bereit, die Dienstleistung Mobilität weiter voranzutreiben, sagte Andreas Tröger, Vizepräsident des Kraftfahrzeuggewerbes Bayern, der Präsident und Landesinnungsmeister Albert Vetterl auf dem Verbandstag vertrat. „Wir bilden rund 15.000 junge Menschen gezielt auch im Bereich E-Mobilität aus, wir schaffen Ladeinfrastruktur, wir beraten unsere Kunden, wir helfen im Förderungsdickicht. Kurzum: Wir leisten das, was von uns erwartet wird“, sagte Tröger.

Er wies zugleich auf die Herausforderungen hin, denen sich das Kfz-Gewerbe derzeit stellen müsse. Hohe Energiepreise, die inzwischen stark rückläufige Zahl der Neuzulassungen sowie der angespannte Gebrauchtwagenmarkt machten den mittelständischen Betrieben zu schaffen. Perspektivisch müssten sich die oftmals noch familiengeführten Betriebe zudem auf das Verbrennerverbot für Neuwagen ab 2035 sowie die sich weiter verändernde Preis- und Vertriebspolitik der Automobilhersteller einstellen.

Dem Thema Veränderungen widmete sich auch Gastredner Benedikt Maier, Professor am Institut für Automobilwirtschaft. Er wies auf den Markteintritt chinesischer Hersteller hin, die auf einen gesättigten Markt treffen. Diese Entwicklung werde einen Verdrängungsprozess in Gang setzen, der einmal mehr die Stellung von Handelsgruppen im Kfz-Gewerbe stärken werde. Umgekehrt würden sich auch Chancen für neue Geschäftsmodelle ergeben, beispielsweise in Form von umfassender Beratungs- und Vertriebsleistungen rund um die E-Mobilität, erläuterte Maier.

Er riet den mittelständische Kfz-Betriebe dringend, die Onlinepräsenz und Wahrnehmbarkeit im Netz zu stärken, sich produkt- und kundenseitig Nischen zu erschließen und in die Fachkräftegewinnung und -bindung zu investieren.

Hans Bader, Obermeister der Kfz-Innung München-Oberbayern und Gastgeber des Verbandstags, unterstrich die Leistungen der sieben bayerischen Kfz-Innungen und des Landesinnungsverbands für die Kfz-Betriebe. Sie seien ein verlässlicher Partner und Dienstleister, der einen echten Mehrwert für die Kfz-Innungsbetriebe schaffe. Abschließend erinnerte er an Heinrich Nadler, den stellvertretenden Obermeister der Kfz-Innung München-Oberbayern und Vorstandsmitglied des Kraftfahrzeuggewerbes Bayern. Er war Ende November nach kurzer schwerer Krankheit überraschend verstorben.

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