Kfz-Gewerbe Bayern Der Zollstreit kommt für das Kfz-Gewerbe zur Unzeit

Von Nick Luhmann 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Günter Friedl, Präsident des bayerischen Kfz-Gewerbes, sprach mit Wirtschaftsminister Aiwanger über die angespannte Lage des Kfz-Handels. Als Entlastung könnten Steuersenkungen für Kfz-Betriebe wirken, schlug Aiwanger vor.

Bei einem persönlichen Treffen mit Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (l.) erläuterte Günter Friedl, Präsident des Kfz-Gewerbes Bayern, die Not des Autohandels vor der aktuellen politischen Situation. (Bild:  Kfz-Gewerbe Bayern)
Bei einem persönlichen Treffen mit Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (l.) erläuterte Günter Friedl, Präsident des Kfz-Gewerbes Bayern, die Not des Autohandels vor der aktuellen politischen Situation.
(Bild: Kfz-Gewerbe Bayern)

Die wirtschaftliche Lage der rund 7.000 bayerischen Kfz-Innungsbetriebe stand im Fokus eines Gesprächs zwischen Hubert Aiwanger, Bayerischer Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, und Günter Friedl, Präsident und Landesinnungsmeister des Kraftfahrzeuggewerbes Bayern.

Konkret ging es um die aktuellen Herausforderungen des Mittelstands, die politischen Rahmenbedingungen für individuelle Mobilität sowie mögliche Folgen der US-Zollpolitik.

Günter Friedl betonte die angespannte Lage im Kfz-Gewerbe: Kunden seien wirtschaftlich verunsichert, was sich in zurückhaltendem Kaufverhalten im Autohandel und einer Reduzierung auf notwendige Reparaturen in Werkstätten zeige. Ein Zollstreit mit den USA könnte diese Zurückhaltung verschärfen.

Friedl forderte weniger Bürokratie, mehr unternehmerische Freiheit und steuerliche Entlastungen, insbesondere für Betriebsnachfolgen und Neugründungen. Konkret schlug er höhere Freibeträge für Gewinne vor, um Eigenkapitalbildung zu fördern, sowie einen gesetzlichen Investitionsschutz nach österreichischem Vorbild. Zudem soll die Reparatur am eigenen Fahrzeug als haushaltsnahe Dienstleistung steuerlich absetzbar werden, da Mobilität insbesondere im ländlichen Raum wesentlich sei. Friedl: „Ohne eigenes Auto ist gerade außerhalb der Ballungsräume ein Haushalt oftmals gar nicht zu managen.“

Aiwanger: Kfz-Betriebe unterstützen

Wirtschaftsminister Aiwanger bekräftigte, dass ein Zollstreit letztlich nur Verlierer kenne. Der Freistaat Bayern als Industrie- und Autoland sei überdurchschnittlich betroffen. Umso mehr sei Berlin jetzt gefordert: „Deutschlands Unternehmen befinden sich mitten in einem neuen Handelskrieg. Eine umfassende Neujustierung der wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen hat also höchste Dringlichkeit. Mit dem neuen Koalitionsvertrag gelingt das nur zum Teil. Mir fehlt ein mutiger Schritt zur schnellen Senkung der Unternehmenssteuern von 30 auf 25 Prozent, gerade auch für mittelständische Unternehmen wie beim bayerischen Kraftfahrzeuggewerbe. Dort wird ausgebildet, dort wird investiert, dort werden Arbeitsplätze erhalten. Bayern unterstützt das und der Bund sollte das auch tun“, sagte Wirtschaftsminister Aiwanger.

Aiwanger zeigte sich offen für die steuerliche Absetzbarkeit von Kfz-Reparaturen, um Mobilität bezahlbar zu halten. Er betonte die Bedeutung von Technologieoffenheit und die Ablehnung des Verbrennerverbots, um individuelle Mobilität im ländlichen Raum zu gewährleisten.

Beide Gesprächspartner sahen im Kfz-Gewerbe einen zentralen Pfeiler der bayerischen Wirtschaft, der dringend bessere Rahmenbedingungen benötigt, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

(ID:50389825)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung