DAT-Barometer Juli BEV-Restwerte sind weiter auf Talfahrt

Von Andreas Grimm 2 min Lesedauer

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Die Preise für gebrauchte Verbrennerfahrzeuge haben sich stabilisiert, das Geschäft mit BEV bleibt im Sekundärgeschäft dagegen weiter herausfordernd – und aus Sicht der DAT „ein zentrales Thema für die Branche“.

Immer mehr E-Autos erreichen aufgrund des zurückliegenden Zulassungsanstiegs den Gebrauchtwagenmarkt. Doch die Zahl der Besitzumschreibungen stagniert.(Bild:  Grimm – VCG)
Immer mehr E-Autos erreichen aufgrund des zurückliegenden Zulassungsanstiegs den Gebrauchtwagenmarkt. Doch die Zahl der Besitzumschreibungen stagniert.
(Bild: Grimm – VCG)

Das Preisniveau des Gebrauchtwagenmarkts ist weiterhin hoch. Wie aus den Zahlen der DAT hervorgeht, haben die meisten drei Jahre alte Gebrauchtwagen mit der üblichen Jahresfahrleistung von 15.000 Kilometer weiterhin mit Restwerten deutlich über 60 Prozent gehandelt. Einzige Ausnahme sind die Elektrofahrzeuge – sie haben nach drei Jahren die Hälfte ihres Anschaffungswerts verloren.

Während bei den Verbrennern nach einem deutlichen Rückgang im Vorjahr die Restwerte nur noch langsam fallen, ist bei den BEV noch kein Ende der Talfahrt in Sicht. Seit Jahresstart sank der BEV-Restwert um knapp 2 Prozentpunkte von 52,1 auf 50,3 Prozent des Neupreises. In Zeiten extremer Gebrauchtwagen-Knappheit, im Januar 2023, hatten drei Jahre alte BEV noch 61,5 Prozent erzielt. „Der nach wie vor hohe Wertverlust von batterieelektrischen Gebrauchten bleibt ein zentrales Thema für die gesamte Branche“, heißt es dazu von der DAT.

Während der Restwert-Verfall bei den Verbrennern, speziell bei den Benzinern, erst mit dem Jahr 2024 einsetzte, ist der durchschnittliche Wert der BEV bereits seit Mai 2023 rückläufig – wobei der Verfall sich zunehmend beschleunigte. Nach einer Phase der Stabilisierung Ende 2024, sinken die Restwerte im laufenden Jahr weiter.

Steigende Neuzulassungen, zögerliche Privatkunden

Das mag damit zusammenhängen, dass die BEV-Nachfrage im Gebrauchtwagengeschäft seit einem Jahr zu stagnieren scheint, während der Bestand wächst. Zumindest weist das aktuelle DAT-Barometer seit August 2024 ungefähr 17.500 BEV-Umschreibungen pro Monat aus. Die privaten BEV-Neuzulassungen lagen hinter diesem Wert deutlich zurück – bis zum Juni 2025. Im vergangenen Monat wurden ähnliche viele BEV-Umschreibungen (17.881) registriert wie BEV-Neuzulassungen (17.303).

Unverändert stehen Privatkunden der Anschaffung eines rein batterieelektrischen Pkw noch reserviert gegenüber. Die monatlichen Neuzulassungen dieser Käufergruppe zeigt zwar eine leicht ansteigende Nachfrage, die jedoch im Vergleich deutlich hinter den gewerblichen Aktivitäten bleibt. Sie haben sich auf ein Verhältnis von etwa einem Drittel (privat) zu zwei Dritteln (gewerblich) eingependelt. Zur Erinnerung: 2022 und Ende 2023 gab es Monate, da lagen die privaten BEV-Neuzulassungen v. a. wegen der Prämien bei fast 60 Prozent. Seit 2024 fielen diese auf aktuell durchschnittlich 33 Prozent.

Kritik am Hybridverständnis des KBA

In der aktuellen Monatsanalyse hinterfragt die DAT zudem die Praxis des KBA, die Mildhybrid-Antriebe den alternativen Antrieben zuzuschlagen. Die haben zwar einen (minimalen) elektrischen Fahranteil, sind aber realistischerweise Verbrenner. 24 Prozent aller Neuzulassungen haben diese Mildhybride an Bord.

Zum zuletzt ausgewiesenen Dieselanteil von 15 Prozent müsste folglich der Anteil von 6 Prozent Diesel-Mildhybride addiert werden, ebenso beim Benzinanteil, der aus DAT-Sicht folglich von 28 auf 46 Prozent steigen müsste. Echte alternative Antriebe haben nach dieser Rechnung 33 Prozent der Neuwagen (BEV 18 %, PHEV 10 %, HEV 5 %).

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