Elektromobilität Bidirektionales Laden lohnt sich für die Autofahrer

Von Andreas Grimm 2 min Lesedauer

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Elektroautos können nicht nur fahren, sondern auch als Energiespeicher dienen – wenn sich das bidirektionale Laden durchsetzt. Eine Studie sieht in dieser Technik große Kostenvorteile für jeden Einzelnen, aber auch für die Gesellschaft insgesamt.

E-Autonutzer könnten bald als Stromhändler Geld verdienen.(Bild:  Amperfied)
E-Autonutzer könnten bald als Stromhändler Geld verdienen.
(Bild: Amperfied)

Mit Elektroautos als Energiespeicher könnten die Kosten für das europäische Energienetz pro Jahr um 22 Milliarden Euro sinken. Die Einsparungen durch die sogenannte Vehicle-to-Grid-Technologie (V2G) resultieren einer Studie der Umweltorganisation „Transport & Environment“ zufolge aus dem Verzicht auf stationäre Stromspeicher und dem geringeren Bedarf an zusätzlichen Erzeugungskapazitäten. Technisch sind bereits einzige Modelle vorbereitet für V2G. Allerdings fehlen noch die rechtlichen Rahmenbedingungen, um die Möglichkeiten auszuschöpfen.

Zwischen 2030 und 2040 würde sich der Kostenvorteil bei Aufbau und Betrieb des Energiesystems demnach auf mehr als 100 Milliarden Euro summieren. Für Deutschland allein rechnen die Experten mit Einsparungen von 8,4 Milliarden Euro jährlich. Die Idee dahinter: Nicht genutzte E-Autos nehmen überschüssigen Wind- und Sonnenstrom auf und speisen ihn bei Bedarf zurück ins Netz.

Der Studie zufolge könnte der Bedarf an stationären Batteriespeichern in der EU bis 2040 um bis zu 92 Prozent reduziert werden. Gleichzeitig könnte die installierte PV-Leistung durch V2G um 40 Prozent steigen. Bis dahin könnte die deutsche Elektrofahrzeugflotte durch Rückspeisung bis zu 6 Prozent des jährlichen Strombedarfs der EU decken. So könnten Elektrofahrzeuge zu einem relevanten Stromlieferanten werden.

Erste Autos sind bereits für dieses sogenannte bidirektionale Vehicle-to-Grid-Laden vorbereitet. Bislang fehlen aber noch einige Regulierungen sowie günstige Infrastruktur-Systeme für Privatnutzer. Letztere könnten von der Technik finanziell profitieren, indem sie Überschuss-Strom billig einlagern und teuer wieder verkaufen. V2G beherrschen beispielsweise Cadillac Escalade IQ, Citroën C-Zero, Ford F-150 Lightning, Honda E, Kia EV9, Nissan Leaf, Polestar 3, Renault 4 und Renault 5 E-Tech, Skoda Enyaq Coupé und die VW ID-Modelle. Auch gescheiterte Konzepte wie der Fisker Ocean oder der Sono Sion warben mit bidirektionalem Laden.

(Bild:  Screenshot Grimm/Quelle T&E)
(Bild: Screenshot Grimm/Quelle T&E)

Die Studie rechnet mit einer jährlichen Ersparnis von 45 Prozent der Stromkosten beziehungsweise 727 Euro – abhängig von Faktoren wie dem Standort des Fahrzeugs, der Größe der Fahrzeugbatterie und der Frage, ob das Haus über eine Solaranlage verfügt oder nicht.

Einen spannenden Nebeneffekt nennt die Studie auch: Bidirektionales Laden könne die Lebensdauer von Elektrofahrzeug-Batterien verlängern – entgegen der weit verbreiteten Befürchtung, dass die Zellen durch regelmäßiges Laden und Entladen geschädigt werden. Der Analyse zufolge könnte die Lebensdauer der Batterien um bis zu 9 Prozent länger sein als bei herkömmlichem Ladeverhalten, da das Fahrzeug in einem optimalen Ladezustand gehalten wird.

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