BMW rollt Onlineshop für Teile und Zubehör im Handel aus

Autor: Andreas Wehner

Kunden von BMW und Mini sollen künftig Teile, Zubehör und Lifestyle-Produkte über das Internet direkt bei ihrem Händler vor Ort bestellen können. Das soll den Partnern zusätzliche Absatzmöglichkeiten erschließen und neue Kunden bringen.

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(Bild: BMW)

BMW- und Mini-Kunden sollen künftig Teile, Zubehör und Lifestyle-Produkte über einen Onlineshop direkt bei ihrem Händler vor Ort bestellen können. Nach einer einer Pilotphase mit drei Händlern (»kfz-betrieb« berichtete) beginnt jetzt der Roll-out im gesamten Netz, wie BMW am Freitag mitteilte. Die Kunden können sich die Produkte wahlweise nach Hause liefern lassen oder im Autohaus abholen. In Zukunft soll es zusätzlich möglich sein, gleich einen Termin zum Einbau der Teile mit zu buchen.

Die Besonderheit: Kunden können mit der Eingabe ihrer Fahrzeugidentifikationsnummer (FIN) explizit nur nach den Teilen und Zubehörartikeln suchen, die auch wirklich mit ihrem Fahrzeug kompatibel sind. Diese Option ist nach Angaben von BMW bisher einzigartig. Der Onlineshop steht hier auch beratend zu Seite. So werden beispielsweise beim Kauf einer Bremse alle dafür erforderlichen weiteren Teile anhand technischer Grafiken mitempfohlen.

Der Hersteller hat für die Marken BMW, Mini und BMW Motorrad jeweils einen eigenen, zentralen Shop eingerichtet, in denen die Kunden dann den Händler vor Ort auswählen können. Zudem besteht die Möglichkeit für die Partner, den Shop auch in ihren eigenen Webauftritt zu integrieren.

60 teilnehmende Händler noch dieses Jahr

Derzeit sind 20 Händler und Niederlassungen im Onlineshop vertreten. Bis zum Jahresende sollen es 60 sein. Eine offizielle Zielgröße an Teilnehmern nennt BMW nicht. Wie zu hören ist, rechnet man bis zum Frühjahr mit 200 Betrieben, die das System einsetzen. Mittelfristig soll der überwiegende Teil der deutschen BMW-Betriebe einen Onlineshop für Teile und Zubehör anbieten. Das BMW-Netz besteht derzeit aus rund 500 Händlerbetrieben und knapp 40 werkseigenen Niederlassungen.

Die Investitionssumme für den Handel soll sich unterhalb von 10.000 Euro bewegen. Dafür stellt BMW das Shopsystem und die Logistik zur Verfügung. Für gewöhnlich erhalten die Käufer die Produkte aus dem Zentrallager. Hat ein Händler ein bestimmtes Teil vorrätig, kann er es auch selbst zum Kunden schicken. Die Preisgestaltung ist dabei vorgegeben, um einen Preiskampf zu vermeiden.

Zusätzlicher Absatzkanal und neue Kunden

Die Händler profitieren nach Ansicht von BMW mehrfach. Einerseits gewännen sie einen zusätzlichen Absatzkanal, durch den sie auch Neukunden gewinnen könnten, heißt es in der Pressemitteilung des Herstellers. Zudem könnten sie sich durch eine bessere Kundenorientierung auszeichnen. Für die Kunden biete der Onlineshop durch BMW- und Mini-Originalteile garantierte Qualität und Sicherheit vor Plagiaten.

An der Pilotphase im Frühjahr 2016 nahmen das Autohaus Reisacher und das Autohaus Rolf Horn sowie die BMW-Niederlassung München teil. Neben dem deutschen Händlernetz können auch die BMW-Händler in den USA ihren Kunden einen Onlineshop für Teile und Zubehör anbieten. Noch in diesem Jahr sollen dort über 200 Betriebe angeschlossen werden.

Die Digitalisierung im Aftersales betrifft alle Marken. Ob Terminvereinbarung oder Direktannahme, ob Werkstatt oder Marktbearbeitung, ob Teile- oder Zubehörverkauf – wenn es darum geht, Umsatz und Ertrag im Service zu steigern, braucht es künftig digitale Service-Kompetenz in den Unternehmen. Auf den Autoservicetagen 2016 treffen sich am 30. November im Würzburger Vogel Convention Center Inhaber, Geschäftsführer und Serviceleiter aus Autohäusern, um sich über die Digitalisierung im Service zu informieren und auszutauschen. Informationen zum Programm und zur Anmeldung finden Sie unter www.autoservicetage.de.

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Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«