Branchennachwuchs findet seinen Meister
Die Deutschen Meister 2015 der kaufmännischen und technischen Autoberufe kommen aus Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz. Sie setzten sich im Praktischen Leistungswettbewerb durch.

Das Deutsche Kfz-Gewerbe hat zwei neue Bundessieger. Im Praktischen Leistungswettbewerb „Profis leisten was“ (PLW) 2015 setzten sich bei den Kfz-Mechatronikern Sebastian Knopf aus Rheinland Pfalz und bei den Automobilkaufleuten Jannik Hoffmann aus Schleswig-Holstein durch. Beide Wettbewerbe fanden wie schon im vergangenen Jahr in den Räumen der Fachschule für Kraftfahrzeugtechnik der Kfz-Innung Berlin statt. Das Team der Schule in Bernau hatte wieder für optimale und faire Wettbewerbsbedingungen gesorgt.
Bei den Kfz-Mechatronikern traten Landessieger aus 13 Bundesländern gegeneinander an. Sie mussten an insgesamt 13 Stationen Aufgaben aus der Kfz-Elektrik und -Elektronik sowie aus der Mechanik lösen. Die Besonderheit dabei: Bei den meisten dieser Aufgaben hatten sie lediglich je 25 Minuten Zeit, dem Fehler auf die Spur zu kommen. Eine sogenannte Blockaufgabe war darüber hinaus mit mehreren Fehlern gespickt.
An dieser Station betrug die Arbeitszeit deshalb 1,4 Stunden. In der Aufgabenstellung bekamen die jungen Leute dafür lediglich den Hinweis aus der Kundenbeanstandung: „Der Motor springt nicht an“. Außerdem mussten sie an einer Station englisch reden, denn der Bundeswettbewerb soll die jungen Autoexperten auch auf eine eventuelle Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb vorbereiten. Im Wesentlichen brauchten die Landesmeister bei diesem Wettbewerb Diagnose- und Systemkompetenz, um bei der vielfältigen Aufgabe zu punkten.
Das erledigte Sebastian Knopf aus Rheinland-Pfalz am besten. Hier zahlte sich aus, dass der 20-jährige Autofachmann vor dem Wettbewerb noch ein Training im Berufsbildungszentrum in Kaiserslautern absolvieren konnte. „Im Vergleich zum Landeswettbewerb war der Bundeswettbewerb deutlich schwerer“, sagt Knopf. „Doch die Ausbilder im Berufsbildungszentrum haben mich sehr gut darauf vorbereitet.“ Er dankte auch seinem Chef Claus Hübner vom Autohaus Hübner in Kaiserlautern, der ihm die Nachmittage für die Vorbereitung freigegeben und ihn auch für den Wettbewerb freigestellt hatte. Als Lohn kann Hübner nun damit werben, dass der Deutsche Meister bei ihm arbeitet.
Für Knopf steht im Januar der nächste Wettbewerb an. Er startet während der „Auto Show“ in Brüssel bei einem Wettbewerb mit europäischer Beteiligung. Ende des Jahres 2016 wird er beim Fünf-Länder-Cup in Österreich antreten und hat damit die Chance auf eine Fahrkarte zur Berufe-Weltmeisterschaft World Skills 2017 in Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die Deutsche Meisterschaft hat ihm so viel Spaß gemacht, dass er sich schon auf diese Wettbewerbe freut.
Den zweiten Platz bei den Kfz-Mechatronikern belegte Markus Dölle aus Thüringen, Platz drei errang Tim Schulze aus Brandenburg.
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