Strategie BYD verlegt Europazentrale nach Ungarn

Von Andreas Wehner 2 min Lesedauer

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Der chinesische Autobauer will seine europäischen Aktivitäten künftig aus Budapest steuern. Auch ein neues Forschungs- und Entwicklungszentrum entsteht dort. Damit weitet BYD sein Engagement in Ungarn deutlich aus.

BYD will seine europäischen Aktivitäten künftig aus seinem neuen Headquarter in Ungarn steuern.(Bild:  BYD)
BYD will seine europäischen Aktivitäten künftig aus seinem neuen Headquarter in Ungarn steuern.
(Bild: BYD)

BYD verlegt seine Europazentrale nach Ungarn. Wie der chinesische Autobauer am Donnerstagabend (15. Mai) mitteilte, will BYD seine europäischen Aktivitäten künftig aus Budapest steuern. Die neue Zentrale soll im 11. Bezirk der ungarischen Hauptstadt angesiedelt sein. Flankierend entsteht dort ein neues Forschungs- und Entwicklungszentrum.

Laut Mitteilung will das Unternehmen dort „tausende hochqualifizierter Jobs“ schaffen. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet von 2.000 neuen Arbeitsplätzen. BYD will zudem mit mindestens drei ungarischen Universitäten zusammenarbeiten und so für die Aus- und Weiterbildung des Personals vor Ort sorgen.

Das chinesische Unternehmen weitet somit seine Aktivitäten in Ungarn deutlich aus. Derzeit produziert BYD bereits elektrische Omnibusse für die europäischen Märkte in Komárom. Im gerade im Bau befindlichen Werk in Szeged sollen Ende 2025 die ersten in Europa produzierten BYD-Pkw vom Band laufen. Zudem betreibt BYD eine Batteriemontage in Fót sowie eine Fabrik für Smart Devices in Páty.

BYDs Europachefin Stella Li und Ungarns Außen- und Handelsminister Péter Szijjártó unterzeichneten das Abkommen im Beisein des Gouverneur der chinesischen Provinz Guangdong, Wang Weizhong, des ungarischen Premierministers Viktor Orbán sowie von BYD-Chef Wang Chuanfu. (Bild:  BYD)
BYDs Europachefin Stella Li und Ungarns Außen- und Handelsminister Péter Szijjártó unterzeichneten das Abkommen im Beisein des Gouverneur der chinesischen Provinz Guangdong, Wang Weizhong, des ungarischen Premierministers Viktor Orbán sowie von BYD-Chef Wang Chuanfu.
(Bild: BYD)

Mit dem neuen Hauptquartier steuert der Konzern drei Schlüsselbereiche für sein Europageschäft künftig aus Ungarn: Vertrieb und Aftersales, Fahrzeugzertifizierung und -prüfung sowie Fahrzeuglokalisierung, also die Anpassung von Technik und Design auf die jeweiligen Regionen.

Die neuen Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten sollen mit zwei spezifischen Projekten beginnen. Das erste Projekt werde sich auf „Integration von Intelligenz in die moderne Mobilität“ konzentrieren, heißt es in der Mitteilung. Das zweite solle „fortschrittliche Elektrifizierungstechnologien der nächsten Generation“ entwickeln.

BYD-Chef Wang Chuanfu bezeichnete die Ansiedlung des europäischen Hauptquartiers in Ungarn als „natürliche Weiterentwicklung“. Man wolle die Integration mit lokalen Märkten vertiefen, die Fähigkeit zur Lokalisierung verbessern, die Markenbekanntheit steigern und somit nachhaltiges Wachstum in Europa sicherstellen.

BYD-Chairman Wang Chuanfu und Ungarns Premierminister Viktor Orbán.(Bild:  BYD)
BYD-Chairman Wang Chuanfu und Ungarns Premierminister Viktor Orbán.
(Bild: BYD)

Die bisherige BYD-Europazentrale befindet sich in den Niederlanden. Zur Zukunft dieses Standorts machte BYD keine Angaben. BYD ist schon seit mehreren Jahren in Europa aktiv, verkaufte jedoch zunächst Omnibusse. Den europaweiten Einstieg in den Pkw-Verkauf wagte das Unternehmen Ende 2022, nachdem der Autobauer auf dem Pilotmarkt Norwegen bereits Erfahrungen gesammelt hatte. Neben dem ungarischen Werk ist eine weitere Pkw-Fabrik in der Türkei geplant. Über einen dritten Standort denken die Verantwortlichen bereits laut nach.

Weltweit ist BYD nach eigenen Angaben in über 100 Ländern aktiv und plant, weiter zu expandieren. Nach Informationen der Nachrichtenagentur „Reuters“ will BYD schon 2030 die Hälfte seines weltweiten Absatzes außerhalb von China machen. Im vergangenen Jahr waren es etwa 10 Prozent.

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