Chevrolet: „Marktanteil ist nicht alles“

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Wo liegen ansonsten die Herausforderungen in der Netzentwicklung in diesem Jahr?

Wir haben gesagt, wir möchten, dass sich die Händlerschaft mehr auf die Präsentation der Marke fokussiert. Wenn das klappt, freuen wir uns. Wo das nicht so gut geklappt hat, waren wir konsequent und haben uns – in Abstimmung mit dem Händlerverband – letzten Endes von 15 Partnern getrennt. Dadurch haben wir im Moment wieder etwa 80 Open Points. Beispielsweise geht es um Frankfurt, Berlin, Stuttgart, Heilbronn oder auch Kaiserslautern.

Was macht das Thema Kundenzufriedenheit?

Ehrlich gesagt – wir sind da noch nicht so weit gekommen, wie wir das wollen. Das ist aber auch ein sehr langer Prozess. Deswegen möchte ich das auch nicht so verstanden wissen, dass wir nichts getan hätten. Wir gehen schon in die richtige Richtung, aber bis das bei den Endkunden ankommt und dann noch in den Medien – das dauert einfach.

Über den neuen Händlervertrag verhandeln Sie jetzt mit Verbandsvertretern seit eineinhalb Jahren – warum dauert das so lang?

Ich gebe gerne Gas, wenn es sein muss. Bei dem Händlervertrag haben wir uns aber Zeit gelassen, weil wir hier überhaupt keine Not haben. Wir machen das in Ruhe und mit Augenmaß. Es gibt keine Dissonanzen. Wir stehen jetzt vor dem Punkt, wo wir alles durchverhandelt haben, und nun wird das Ganze herausgegeben. Wir hatten schlicht andere Prioritäten. Denn wir haben in den letzten 20 Monaten mit einem schlanken Team 10 neue Autos vorgestellt. Und auch die Händler hatten natürlich ihr Tagesgeschäft zu erledigen.

Was ändert sich?

Es geht zum einen um die Schauraumgröße – aber auch hier mit Augenmaß. Wir haben derzeit standardmäßig eine Größe von 125 Quadratmetern. Das ist mit Blick auf unser heutiges Portfolio einfach zu klein. Für kleinere Partner in ländlichen Gebieten ändert sich nichts. Bei den anderen gehen wir je nach Größe und Standort auf 200 bis 300 Quadratmeter – dazu bestand großer Konsens in der Händlerschaft. Ein weiterer Punkt im neuen Vertrag betrifft die Schulung und Bereitstellung von markenfokussiertem Verkaufspersonal.

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Thema Werbung: GM überweist für Chevrolet allein nächstes Jahr 56 Millionen Euro an Manchester United. Könnte man dieses Budget nicht effizienter einsetzen?

Das Thema Manchester United muss man global sehen. Der Verein ist vor allem in Asien extrem populär. Und China ist für Chevrolet einer der Kernmärkte. Insofern darf man das nicht nur durch die deutsche oder auch die europäische Brille sehen. Für Deutschland stimmt, dass wir weiter an der Bekanntheit arbeiten müssen. Und das tun wir auch. Wir engagieren uns stärker im TV-Bereich, um dort auf unsere Modelle aufmerksam zu machen. Aber wir müssen auch anerkennen, dass dieses Geld auch wieder eingespielt werden muss. Da ist sicherlich ein wenig Henne-und-Ei-Thema drin – was kommt zuerst? Aber unser Commitment zu investieren, die Marke präsenter zu machen, ist definitiv da und wir setzen das auch um. Als nächstes werden wir den Trax zur Einführung auf einem sehr wettbewerbsfähigen Niveau bewerben – da werden wir einen guten Aufschlag machen.

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