Christian Klingler geht zur Emil-Frey-Gruppe
Prominenter Zugang bei der Schweizer Autohaus-Gruppe: Christian Klingler, bis September verantwortlich für den Volkswagen-Verkauf, übernimmt bei dem Unternehmen eine Führungsposition.

Der ehemalige Volkswagen-Vertriebsvorstand Christian Klingler übernimmt neue Aufgaben in der Branche: Im Januar 2016 steigt Klingler bei der Schweizer Emil-Frey-Gruppe ein, wie das Unternehmen auf Anfrage bestätigte.
Aus gut informierten Kreisen erfuhr »kfz-betrieb«, dass Klingler bei der Autohaus-Gruppe künftig für das Auslandsgeschäft zuständig sein soll. Dies umfasst auch die deutschen Aktivitäten, wo Rudolf F. Wolfarth für das operative Geschäft verantwortlich ist. Die Emil-Frey-Gruppe wollte Klinglers künftiges Tätigkeitsfeld nicht bestätigen.
Klingler musste im Rahmen der Umstrukturierungen, die derzeit beim Wolfsburger Autobauer stattfinden, Ende September den Konzern verlassen. Der 47-Jährige gilt als Vertrauter von Ferdinand Piëch und hatte nach dem Abgang des VW-Patriarchen einen schwierigen Stand. Deshalb ist sein Fortgang nicht im Zusammenhang mit dem Abgas-Skandal zu sehen.
Nach einem BWL-Studium an der Universität Innsbruck startete Klingler bei Porsche Inter Auto in Österreich 1992 seine Karriere. Für die Marken VW und Audi verantwortete er danach das Geschäft der Importeurs- und Einzelhandels-Netzwerke. Ab 1995 war er bei der Porsche Holding in Salzburg als Assistent der Geschäftsführung aktiv, 2004 rückte er selbst in die Geschäftsführung auf. Im August 2008 wechselte er zur Volkswagen AG, wo er seit 2010 als Vorstand für Vertrieb und Marketing von Europas größtem Autobauer verantwortlich war.
Die Emil-Frey-Gruppe ist eines der größten Automobilhandelsunternehmen der Schweiz. 2011 lag der dort erzielte Umsatz nach Medienberichten bei 1,9 Milliarden Franken. Zählt man die ausländischen Aktivitäten dazu, sollen es rund 7 Milliarden Franken gewesen sein.
Zum Auslandsgeschäft von Emil Frey trägt nicht zuletzt der deutsche Ableger – die Emil-Frey-Gruppe Deutschland – mit der Stuttgarter Schwabengarage bei. Im Geschäftsjahr 2014 erzielte das Unternehmen hierzulande einen Umsatz von rund 2,4 Milliarden Euro – circa 20 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Mit mehr als 3.160 Mitarbeitern verkaufte sie über 109.000 Neu- und Gebrauchtwagen.
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