Classic Trader: Achtung, Oldtimerkauf
Oldtimer werden immer populärer. Und damit steigt auch die Zahl derer, die Fans von Classic Cars über den Tisch ziehen wollen. Das ergab eine Studie der Oldtimerplattform Classic Trader.

Die Zahl der auf deutschen Straßen registrierten Oldtimer nimmt weiter zu. Laut VDA stieg die Zahl aller zugelassenen Pkw mit H-Kennzeichen im vergangenen Jahr erneut um 10,8 Prozent auf 381.027 Fahrzeuge. Mit dem Oldtimerboom steigt jedoch auch die Zahl der schwarzen Schafe, die sich auf dem mittlerweile milliardenschweren Markt tummeln.
Die Oldtimerplattform Classic Trader hat im Rahmen einer Studie über 300 Käufer und Verkäufer zum Thema Gefahren und Risiken beim Oldtimerkauf befragt. 35 Prozent aller Befragten gaben dabei an, mindestens bei einem Kauf schon einmal über den Tisch gezogen worden zu sein.
Wer kauft eigentlich Oldtimer?
Fast 96 Prozent der Käufer von Classic Cars sind laut Umfrage Männer. Den größten Anteil hat die Altersgruppe der 41- bis 50-Jährigen mit fast 35 Prozent. 41 Prozent der Befragten gaben dabei an, in ihrem Leben zwischen einem und drei Oldtimer gekauft zu haben. Für diese Gruppe sind Young- und Oldtimer Liebhaber- oder Zweitfahrzeuge. Anders sieht es bei den restlichen 60 Prozent aus, die mehr als drei Oldtimer gekauft haben: Hier handelt es sich entweder um Händler oder um Liebhaber, die auf eine Wertsteigerung ihrer Fahrzeuge spekulieren. Diese Annahme wird durch die niedrigen Verkaufszahlen untermauert: 41 Prozent der Befragten gaben an, noch nie einen Oldtimer verkauft zu haben. In Zeiten niedriger Bankenzinsen ein durchaus nachvollziehbares, wenn auch riskantes Unterfangen.
Betrugsfälle beim Oldtimerkauf
Bei aller Liebe zum Classic Car leben Käufer mit dem großen Risiko, übervorteilt zu werden. Dass dies keine Seltenheit ist, zeigt die Auswertung der Frage nach den erlebten Betrugsfällen beim Oldtimerkauf. Knapp 35 Prozent der befragten Käufer sagten aus, schon einmal hintergangen worden zu sein. 70 Prozent aller hinters Licht geführten Käufer gaben an, bei einem Kauf in Deutschland betrogen worden zu sein, 44 Prozent ist dies im Ausland widerfahren.
Das mit Abstand größte Risiko liegt dabei bei verheimlichten Mängeln. Über 80 Prozent aller betroffenen Käufer gaben an, schon einmal ein Fahrzeug mit beim Kauf nicht ersichtlichen Mängeln erworben zu haben. Weitere geläufige Betrugsfälle sind getarnte Unfallfahrzeuge (33 Prozent) und manipulierte Tachostände (18 Prozent). Ein geringes, obgleich sehr kostspieliges Risiko, stellt der Betrug bei der Bezahlung dar: 2 Prozent der Befragten sagten aus, schon einmal Opfer eines gefälschten Treuhandservices geworden oder beim Bargeldtransfer betrogen worden zu sein. Aufgrund der großen Preisspanne der Fahrzeuge ist es schwierig, einen Durchschnittswert für die entstandenen Schäden zu ermitteln. Insgesamt lässt sich der finanzielle Schaden aller übervorteilten Befragten jedoch auf über 700.000 Euro oder etwa 8.500 Euro im Schnitt beziffern.
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