Reifentest Continental im GTÜ-Test deutlich vorne

Von Dipl.-Ing. (FH) Jan Rosenow 3 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Der Premium-Contact 7 des deutschen Herstellers dominiert die Nässe-Disziplinen und ist auch auf trockener Straße vorn dabei – das reicht für den Testsieg. Im Michelin-Konzern schlägt die Zweitmarke das Premiumprodukt.

Auf nasser Fahrbahn zeigte der Continental Premium-Contact 7 mit Abstand die besten Leistungen. (Bild:  GTÜ)
Auf nasser Fahrbahn zeigte der Continental Premium-Contact 7 mit Abstand die besten Leistungen.
(Bild: GTÜ)

Im aktuellen Test von GTÜ, ARBÖ (Auto-, Motor- und Radfahrerbund Österreich) und „Auto Zeitung“ für die Saison 2026 haben die Reifenexperten zehn Sommer-Pneus der Dimension 235/45 R 18 miteinander verglichen. Neben Premiumreifen von Continental, Goodyear, Michelin und Pirelli waren drei Reifen aus dem Quality-Segment (BF Goodrich, Firestone, Maxxis) sowie drei günstige Produkte (Laufenn, Tercelo, West Lake) vertreten.

Auf trockener Straße waren die Unterschiede zumindest beim Bremsen relativ gering. Der Abstand zwischen dem Continental, der mit 32,8 Metern den kürzesten Bremsweg aus 100 km/h erzielt, und dem West Lake, dessen 35,7 Meter den längsten Anhalteweg markieren, ist laut GTÜ noch akzeptabel.

Bei der Fahrsicherheit ließen sich spürbare Unterschiede ausmachen, doch unsicher waren offenbar auch Tercelo und West Lake nicht, die hier am schwächsten abschnitten. Mit dem präzisen und dynamischen Fahrverhalten des Goodyear konnten sie allerdings nicht mithalten.

Bei den Umwelteigenschaften (Abrieb, Laufleistung, Rollwiderstand und Außengeräusch) ergaben die Messungen ebenfalls signifikante, jedoch unkritische Unterschiede. Der Michelin sammelte in diesen Disziplinen vorbildlich viele Punkte und relativiert durch die zu erwartende hohe Lebensdauer seinen stattlichen Kaufpreis. Umgekehrt der Tercelo, zum Testzeitpunkt das preisgünstigste Produkt im Markt, doch seine verminderte Laufleistung stellt die Preiswürdigkeit infrage. Das allein wäre noch nicht ausschlaggebend, da die zehn Kandidaten selbst in Sachen Energieeffizienz recht nah zusammenlagen. Im Fall des Testwagens, einem Audi A5 TFSI, ergibt sich im Vergleich zwischen dem besten (Michelin) und dem schlechtesten Reifen (Tercelo) ein theoretischer Mehrverbrauch von etwa 0,1 bis 0,2 Liter Benzin je 100 Kilometer.

Erhebliche Unterschiede auf Nässe

Auf Nässe zeigten die Probanden dann aber erhebliche Unterschiede. Allen voran bot der Premium Contact 7 von Continental auf regennasser Straße optimale Haftung. Egal ob im Handling oder beim Bremstest, auf der Kreisbahn oder bei der Fahrsicherheit – er markierte überall die Spitzenposition. Auch die Profile von Pirelli, Goodyear und Firestone gaben bei Regenwetter eine sehr gute Figur ab – wobei der Firestone zwar am wirkungsvollsten vor Aquaplaning schützt, aber wie Michelin und Maxxis einen ziemlich langen Bremsweg verzeichnete.

Die drei Discount-Angebote von West Lake, Tercelo und Laufenn hingegen wiesen nach Ansicht der Tester zu lange Bremswege von 100 km/h bis zum Stillstand auf. Dort, wo der Testwagen mit den Continental stoppte, rauschte er auf diesen drei Reifen mit deutlich über 30 km/h Restgeschwindigkeit vorbei – viel zu viel.

Erhebliche Unterschiede zeigten sich zudem im Fahrverhalten nahe der Haftgrenze. Die Reifen von Continental und Pirelli entlasteten in solchen Situationen mit Berechenbarkeit, einer neutralen Balance und Eigenstabilisierung, wenn das Fahrzeug doch ins Rutschen gerät. Das gelang nicht allen Kandidaten derart überzeugend. Besonders der Laufenn und der Tercelo fielen bei forcierter Kurvenfahrt mit spürbar weniger Grip auf und riefen mit ihren teils lebhaften Lastwechselreaktionen das ESP des Testwagens auf den Plan. Bei abgeschalteter Fahrdynamikregelung schwang das Heck im Extremfall weit aus und musste durch gezieltes Gegenlenken eingefangen werden. Die Reifen benötigten obendrein größere Lenkwinkel, um Richtungswechsel umzusetzen.

Auch die Profile von Michelin, West Lake und Maxxis dürften auf regennasser Fahrbahn mehr Haftung aufbauen, mahnt die GTÜ. Doch das würde wiederum Einbußen bei der Energieeffizienz und bei der Haltbarkeit nach sich ziehen – einer von vielen Zielkonflikten in der Reifenentwicklung. Nur der Pneu, der hier das richtige Maß findet, hat Chancen auf den Testsieg.

(ID:50766203)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung