Corona-Krise: Russlands Automarkt bricht ein

Autor / Redakteur: dpa / Andreas Wehner

Die Autoverkäufe in Russland sind im April um fast drei Viertel zurückgegangen. Das ist nach Angaben des Unternehmensverbands AEB der stärkste Verkaufsrückgang in einem Monat seit Erhebung der Zahlen.

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(Bild: gemeinfrei / CC0 )

Die Autoverkäufe in Russland sind wegen der Corona-Krise um fast drei Viertel zurückgegangen. Im April sei der Absatz gegenüber dem Vorjahresmonat um 72,4 Prozent auf nur 39.000 Personenwagen und Kleintransporter eingebrochen, teilte die Vereinigung Europäischer Unternehmen (AEB) am Dienstag in Moskau mit. Das sei der stärkste Verkaufsrückgang in einem Monat seit Beginn der Aufzeichnungen der Vereinigung, sagte AEB-Autoexperte Thomas Stärtzel.

Die Autoindustrie hat in Russland durch die strengen Ausgangsbeschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus gelitten. Viele Zulieferer und Hersteller mussten ihre Produktionen für viele Wochen beinahe ganz einstellen. Ab Dienstag wurde die Produktion bei einigen Herstellern wieder aufgenommen, darunter auch bei Russlands größtem Lastwagenproduzenten Kamaz. „Die Verkäufer bereiten sich auf den Neustart vor, ich erwarte mir aber nicht viel bessere Verkaufsergebnisse für den Mai“, sagte Stärtzel, der Porsche-Chef in Russland ist.

Putin stellt Hilfe in Aussicht

Die deutschen Autobauer VW und Porsche verkauften nach der AEB-Statistik 68 bzw. 63 Prozent weniger. Der russische Hersteller Avtovaz verzeichnete bei der bekannten Automarke Lada 71 Prozent weniger Verkäufe.

Ende April hatte Kremlchef Wladimir Putin der Autoindustrie Finanzhilfen in Aussicht gestellt. Der russische Automarkt solle etwa durch Rabatte auf Neukäufe angekurbelt werden, und staatliche Unternehmen sollten noch in diesem Jahr anstehende Käufe tätigen.

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