Mercedes-Benz – „Sondermodell“ ESF 22

Von Steffen Dominsky 2 min Lesedauer

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Das Streben, die Zahl der im Verkehr getöteten Menschen zu senken, ist kein neues. Bereits vor mehr als einem halben Jahrhundert gab es die ersten Ansätze in Sachen „Sicherheitsfahrzeuge“.

Erblickte vor 50 Jahren das Licht der Welt: das ESF 22. Das Experimentier-Sicherheits-Fahrzeug war das dritte seiner Art von Mercedes-Benz.(Bild:  Mercedes-Benz)
Erblickte vor 50 Jahren das Licht der Welt: das ESF 22. Das Experimentier-Sicherheits-Fahrzeug war das dritte seiner Art von Mercedes-Benz.
(Bild: Mercedes-Benz)

Automobile hat Mercedes-Benz in seinem Museum wahrlich reichlich zu zeigen. Doch nicht jedes darf sich Besuchern auf einem Podest präsentieren. Eines, das das darf, ist ein Fahrzeug mit einer eher Mercedes-untypischen Modellbezeichnung. Sie lautet „ESF“, genauer gesagt „ESF 22“. ESF steht für „Experimentier-Sicherheits-Fahrzeug“. Auslöser für diese Sicherheitsfahrzeuge waren die zahlreichen Verkehrstoten ab den Sechzigerjahren in Deutschland und auch anderswo. Als Reaktion darauf startete das US-amerikanische Verkehrsministerium (Department of Transportation, „DOT“) 1968 ein Programm zur Entwicklung von Experimental-Sicherheits-Fahrzeugen. Daraus entstand die seit 1970 veranstaltete „Technical Conference on the Enhanced Safety of Vehicles“. Mercedes-Benz unterstützte die neuen Organisationen von Beginn an und präsentierte im Laufe der Jahre diverse ESF-Modelle – vor 50 Jahren besagtes ESF 22.

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Das Sicherheitsfahrzeug steht im Mercedes-Benz-Museum in Raum 5, dem „Mythos-Raum“. Die große Limousine sieht der S-Klasse der Siebzigerjahre ähnlich. Doch bereits die Fahrzeugfront ist ein Ausrufezeichen der Ingenieure im Dienst der Sicherheit. Großflächig prägt Kunststoff das Fahrzeuggesicht. Das Material sollte den Fußgängerschutz verbessern – so das Konzept der damaligen Entwickler. Dafür gaben sie sogar den markentypischen Kühlergrill mit Chromzier auf. Sie verwendeten die Front der SL-Sportwagen mit großem Zentralstern und hüllten ihn in das Prallschutzmaterial. Auch die Schweinwerfer waren davon umgeben und zudem leicht zurückgesetzt eingelassen. Die Stoßfänger wurden zusätzlich energieabsorbierend ausgelegt.

Etliche Innovationen fanden den Weg in die Serie

Das ESF 22 war das dritte öffentlich präsentierte ESF des Unternehmens. Es wurde auf der 4. Internationalen ESV-Konferenz vom 13. bis 16. März 1973 in Kyoto (Japan) vorgestellt. Davor hatten bereits im Oktober 1971 das ESF 05 und im Mai 1972 das ESF 13 öffentliche Premieren. Die ESF-Forschungsfahrzeuge gaben wichtige Impulse für Sicherheitstechnologien. Rückhaltesysteme, entschärfte Aufprallbereiche im Innenraum, Antiblockiersystem ABS, Leuchtenwischer, Karosseriemaßnahmen – diese und weitere Innovationen hatten bereits ESF 05 und ESF 13. Das ESF 22 baute darauf auf. Es verfeinerte die Entwicklungen und bot damit zusätzliche Sicherheit.

Zwar wurden nicht alle in den ESF erprobten Maßnahmen später auch im Modellprogramm umgesetzt. Doch es war das generelle Ziel der Mercedes-Benz-Sicherheitsentwicklung, den Kunden mit möglichst vielen dieser Technologien einen konkreten Nutzen zu bieten. Mehr über die Historie der Mercedes-ESF-Fahrzeuge verrät folgender Beitrag.

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