Der Diesel hält Einzug
Ein weiterer wichtiger Erfinder in der Geschichte des Autos war Rudolf Diesel, der am 27. Februar 1892 ein Patent für eine „Neue rationelle Wärmekraftmaschine“ anmeldete. Dabei hatte er jedoch keinen neuen Pkw-Antrieb im Sinn, sondern eine Arbeitsmaschine als Alternative zur Dampfmaschine, die auch Handwerker sich leisten konnten. Schnell wurden die Schifffahrtsindustrie und die Marine auf den neuen Antrieb aufmerksam, sodass die ersten Dieselmotoren ab 1903 Schiffe antrieben.
1923 war es wiederum Benz, der den ersten Diesel-LKW auf den Markt brachte. Auch bei den Pkw war Mercedes-Benz der Vorreiter mit dem 1936 vorgestellten 260 D.
Sein Image als lahmer, lauter Stinker wurde der Selbstzünder im Pkw allerdings erst in den neunziger Jahren los, als die Turbo-aufgeladenen Direkteinspritzer-Motoren ihren Siegeszug antraten. Hier leisteten Fiat und Volkswagen die Pionierarbeit; Mercedes setzte erst später auf diese Technik.
Autos vom Fließband
Ein weiterer wichtiger Meilenstein für den Erfolg des neuen Fortbewegungsmittels war die 1913 von Henry Ford in den USA eingeführte Fließbandfertigung. Dadurch sanken die Preise für die Gefährte, und immer mehr Menschen konnten sich ein Auto leisten. In Deutschland führte Opel als erster Hersteller diese Form der Automobilproduktion ein. 1924 rollten täglich 30 Exemplare des Modells 4/12 PS in Rüsselsheim vom Band. Der Wagen erhielt wegen seiner grünen Serienfarbe den Spitznamen „Laubfrosch“. Durch das effektive Produktionsverfahren und aufgrund der starken Nachfrage sank sein Preis von ursprünglich 4.500 Mark auf 2.980 Mark, später sogar auf 1.990 Mark.
Zugleich bot der Rüsselsheimer Hersteller mit genormten Wartungsarbeiten zu Festpreisen einen damals bei weitem nicht selbstverständlichen Service. Die Maßnahmen sorgten dafür, dass Opel in den dreißiger Jahren der größte Autohersteller in Europa war. Das Unternehmen eröffnete 1931 auch als erster Hersteller eine Kundendienstschule, um die Mitarbeiter der Servicebetriebe regelmäßig fortbilden zu können.
Wachsendes Bordnetz
Relativ lange kamen die Autos mit einer einfachen elektrischen Anlage aus. Während anfangs die Lampen die einzigen Verbraucher waren, kamen 1926 der elektrisch betriebene Scheibenwischer und 1932 das erste Autoradio hinzu.
Elektronische Bauteile verwendeten die Hersteller dann ab 1967. Volkswagen setzte im VW 1600 LE/TLE erstmals die von Bosch entwickelte D-Jetronic ein. Die erste elektronische Benzineinspritzung in einem Großserienfahrzeug senkte spürbar den Benzinverbrauch und die Schadstoffemissionen. Deshalb nutzten fünf Jahre später bereits 18 Autohersteller die Bosch-Technik.
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