DAT nimmt Zielgruppen ins Visier

Redakteur: Norbert Rubbel

Rund 60 Prozent der Gebrauchtwagenkunden legen sich vor dem Kauf auf ein bestimmtes Modell fest. Zu diesen Ergebnissen kommt der DAT-Report 2007.

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Rund 60 Prozent der Gebrauchtwagenkunden legen sich vor dem Kauf auf ein bestimmtes Modell fest. Gut 40 Prozent wollen für ihr Wunschauto eine genau festgelegte Summe ausgeben. Zu diesen Ergebnissen kommt der DAT-Report 2007.

Unterschiedlich hoch sind bei diesen beiden Käufergruppen allerdings die tatsächlich bezahlten Preise. „Stand das zu kaufende Modell schon vorher fest, investierten die Käufer im Schnitt 9 810 Euro für ihren Gebrauchtwagen. Käufer mit einem festgelegten Kaufpreis investierten dagegen durchschnittlich nur 5 970 Euro“, erläutern die Autoren des DAT-Reports.

Je größer der Hubraum, umso höher fallen die bezahlten Gebrauchtwagenpreise aus. So steigen die Durchschnittspreise kontinuierlich von 3 880 Euro (bis 1 200 cm³) über 5 480 Euro (bis 1 500 cm³), 7 370 Euro (bis 1 700 cm³) und 9 440 Euro (bis 2 000 cm³) bis auf 16 890 Euro (über 2 000 cm³) an.

Käufer und Preise

Wie in den Jahren zuvor kauften die Frauen auch 2006 deutlich billigere Gebrauchtwagen als die Männer. Während die weiblichen Käufer durchschnittlich 6 720 Euro investierten, gaben die Männer immerhin 9 220 Euro für ihren Gebrauchten aus. Nahezu die Hälfte der Frauen bevorzugte eine Importmarke. Von den 37 Prozent, die deutsche Marken kauften, enschieden sich die meisten für VW und Ford. Weniger gefragt waren bei den weiblichen Käufern die Marken BMW, Mercedes-Benz und Audi.

Die DAT teilt die Käufer in drei Gruppen: Vorbesitzkäufer (vorheriges Fahrzeug wird ersetzt), Zusatzkäufer (ein weiteres Fahrzeug wird gekauft) und Erstkäufer (hatten bisher noch kein Fahrzeug). „Beim Vergleich der bezahlten Durchschnittspreise dieser Gruppen stellt man fest, dass die Zusatzkäufer mit 9 550 Euro den höchsten Preis bezahlten, dicht gefolgt von den Vorbesitzkäufern mit 9 310 Euro“, analysieren die Marktbeobachter. Durchschnittlich 5 210 Euro gaben die Erstkäufer für ihr Einstiegsfahrzeug aus.

Kaufkriterien

Die größte Bedeutung beim Kauf eines Gebrauchtwagens hat der Anschaffungspreis, gefolgt vom Kraftstoffverbrauch und dem Aussehen (siehe Tabelle). Je nach Käufergruppe sind die Kaufkriterien jedoch sehr unterschiedlich. So ist beispielsweise der Anschaffungspreis für die Käufer von Opel- und Ford-Modellen sowie der italienischen und französischen Marken besonders wichtig.

Eine eher untergeordnete Rolle spielt der Kaufpreis dagegen für die Käufer von Mercedes-Benz-, BMW- und Audi-Fahrzeugen. Dafür bewerten diese Käufer den Prestige- und Wiederverkaufswert überdurchschnittlich hoch.

Das Aussehen der Fahrzeuge ist für die Käufer von gebrauchten BMW-Fahrzeugen besonders wichtig, gefolgt von Mercedes-Benz- und Audi-Käufern. Deutlich weniger wichtig ist die Optik eines Fahrzeugs für Ford- und Opel-Käufer. Besonderen Wert auf eine umfangreiche Fahrzeugausstattung legen die Käufer von Mercedes-Benz-, BMW- und Audi-Modellen.

Große Bedeutung für die Erstkäufer besitzt der Anschaffungspreis und ein niedriger Kraftstoffverbrauch. Dafür macht diese Gruppe Abstriche bei der Ausstattung, dem Kilometerstand und dem Wiederverkaufswert. Für Käufer von Fahrzeugen der obersten Hubraumklasse sind dafür der Ausstattungsumfang, der Wiederverkaufs- und Prestigewert viel wichtiger als für Käufer von geringer motorisierten Autos.

Informationsverhalten

Statistisch gesehen nutzte 2006 jeder Gebrauchtwagenkäufer 2,95 Informationsquellen. Zur wichtigsten Quelle hat sich inszwischen das Internet entwickelt, das im vergangenen Jahr 74 Prozent der Käufer in Anspruch nahmen. Die wenigsten Informationsquellen nutzten die Erstkäufer (2,75). 77 Prozent von ihnen holten sich Tipps für ihren Fahrzeugkauf von Bekannten und Kollegen.

„Man sollte annehmen, dass sich Käufer mit geringerem Einkommen vor dem Fahrzeugkauf intensiver informieren als Käufer mit höherem Einkommen. Dies trifft aber nicht zu“, wissen die Autoren des DAT-Reports. Gebrauchtwagenkäufer mit einem monatlichen Netto-Haushaltseinkommen von weniger als 1 000 Euro informieren sich durchschnittlich 2,51-mal, Käufer mit einem Einkommen ab 3 000 Euro dagegen 3,10-mal. Dabei informieren sich die einkommensstarken Gebrauchtwagenkäufer in weit höherem Maße über das Internet als die Käufer mit geringem Einkommen.

Mit den Leistungen der Gebrauchtwagenhändler sind die befragten Käufer generell zufrieden (siehe Grafik). „Der Handel hat sich in hohem Maße um die Gebrauchtwagenkäufer bemüht. In keinem Fall wurde er schlechter beurteilt als im Vorjahr, in einer Reihe von Punkten sogar besser“, resümieren die Marktanalysten der DAT.

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