Data Act Fahrzeugdaten-Monopol gefährdet Arbeitsplätze im Kfz-Gewerbe

Von Nick Luhmann 2 min Lesedauer

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Weil der Data Act die Bedürfnisse der Kfz-Betriebe nicht ausreichend berücksichtigt, soll sich Ministerpräsident Winfried Kretschmann in Brüssel für eine sektorspezifische Regelung des Zugangs zu Fahrzeugdaten stark machen. Das fordert das baden-württembergische Kfz-Gewerbe.

Ein Blick in einen Serverraum, wo Daten aus dem Internet zusammentreffen. Da der Data Act nicht die Interessen des Kfz-Gewerbes berücksichtigt und den Betrieben keinen gleichberechtigten Zugang zu den Fahrzeugdaten gewährt, fordert die Branche eine sektorspezifische Regelung.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Ein Blick in einen Serverraum, wo Daten aus dem Internet zusammentreffen. Da der Data Act nicht die Interessen des Kfz-Gewerbes berücksichtigt und den Betrieben keinen gleichberechtigten Zugang zu den Fahrzeugdaten gewährt, fordert die Branche eine sektorspezifische Regelung.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Ende Juni haben sich die EU-Staaten und das EU-Parlament auf das Datengesetz geeinigt. Formell muss es noch vom EU-Parlament und vom Rat der Mitgliedstaaten bestätigt werden. Dann könnte der Data Act etwa Ende 2024 in Kraft treten.

Weil die besonderen Interessen des Kraftfahrzeuggewerbes darin nicht ausreichend berücksichtigt werden, fordert die Branche eine sektorspezifische Regelung für den Zugang zu fahrzeuggenerierten Daten.

Ganz konkret fordert deshalb das Kfz-Gewerbe Baden-Württemberg den Landesvater Winfried Kretschmann auf, sich im Rahmen der anstehenden Ministerpräsidentenkonferenz am 7. September in Brüssel für eine sektorspezifische Regelung für den Zugang zu fahrzeuggenerierten Daten stark zu machen.

Das sei dringend erforderlich, da die Verabschiedung des Data Acts bevorstehe. In seiner aktuellen Form trage der Data Act den Besonderheiten des Automobilsektors nicht ausreichend Rechnung. Insbesondere freie Werkstätten benötigten auswertbare Fahrzeugdaten sowie den Zugang zur Kundenschnittstelle, dem Fahrzeugdisplay, betonte Verbandspräsident Michael Ziegler.

Aktuell besäßen die Hersteller das Monopol darauf und schränkten damit den Wettbewerb zulasten der Verbraucher erheblich ein. Ohne gleichberechtigten Zugang könnten zudem viele freie Unternehmen langfristig vom Markt verschwinden. Für die Verbraucher sei vor allem entscheidend, dass sie die Wahl hätten, wem sie ihre Fahrzeugdaten zur Verfügung stellen, so Ziegler.

Hersteller haben weiter allein die Kontrolle über die Daten

Derzeit sei es jedoch so, dass die Fahrzeughersteller die alleinige Kontrolle über die Fahrzeugdaten hätten und somit den Wettbewerb von Drittanbietern regulieren oder verhindern könnten. „Insbesondere freie Kfz-Betriebe sind damit von einer Vielzahl von Geschäftsmodellen ausgeschlossen. Beispiele sind Predictive Maintenance, die vorausschauende Reparatur, die nur auf Grundlage von Fahrzeugdaten möglich ist, und die Freischaltung von On-Demand-Services. Zudem können die Hersteller auch steuern, in welcher ihrer Werkstätten eine Reparatur oder Wartung durchgeführt werden soll“, sagte Ziegler.

Auch dies ginge zulasten der Kfz-Betriebe. „Wir fordern daher Ministerpräsident Kretschmann auf, sich aktiv für eine sektorspezifische Regelung einzusetzen. Nur so können wir den Kfz-Betrieben die Möglichkeit geben, die Transformation im Automobilsektor erfolgreich zu bewältigen.

Dies habe auch die Studie „Beschäftigungseffekte 2030/2040“ für das Kfz-Gewerbe aufgezeigt und der Politik diesbezüglich eine klare Handlungsempfehlung gegeben. „Der Schutz des freien Wettbewerbs und die Erhaltung von Arbeitsplätzen in der Kfz-Branche muss oberste Priorität haben“, betonte Ziegler.

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