Weller Daten-Drive trifft auf Fehlerkultur

Von Silvia Lulei 3 min Lesedauer

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Weller in Osnabrück hat bewiesen, dass systematische Gebraucht- wagenstrategie und gelebte Unternehmenskultur Hand in Hand zum Erfolg führen. Das Geheimnis ist eine perfekte Balance zwischen analytischer Präzision und der Bereitschaft, aus Fehlern zu lernen.

Weller hat das selbstgesteckte Ziel, 10.000 Gebraucht­wagen zu verkaufen, im letzten Jahr deutlich überschritten.(Bild:  VCG - Lulei)
Weller hat das selbstgesteckte Ziel, 10.000 Gebraucht­wagen zu verkaufen, im letzten Jahr deutlich überschritten.
(Bild: VCG - Lulei)

Weller Performance hat 2025 eine beeindruckende Bilanz gezogen: 11.350 verkaufte Gebrauchtwagen sprechen für sich. Doch hinter dem Erfolg steht weit mehr als nur Verkaufsvolumen. „Gebrauchtwagen sind unser wichtigstes Profit-Center. Hier sind wir frei in der Wertschöpfung und nicht auf Marken fixiert“, erklärt Jörg Hübener, Geschäftsführer der Weller Holding. Diese strategische Ausrichtung hat das Osnabrücker Unternehmen an die Spitze der deutschen Gebrauchtwagenhändler katapultiert.

Die 2:1-Strategie als Fundament

Seit 2022 verfolgt Weller konsequent die sogenannte 2:1-Strategie: zwei verkaufte Gebrauchtwagen auf jeden Neuwagen. Die ursprüngliche Zielvorgabe von „10.000 on the road“ wurde bereits 2025 deutlich übertroffen. „Das theoretische Potenzial liegt bei 11.500 Einheiten“, berichtet Jan Dückinghaus, Sales Manager Gebrauchtwagen. Mit 11.350 verkauften Gebrauchtwagen lag das Unternehmen 2025 nah am Maximum der verfügbaren Kapazitäten.

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Präzision trifft auf Bauchgefühl

Was Weller besonders auszeichnet, ist die wissenschaftliche Herangehensweise an den Gebrauchtwagenhandel. Durch umfassende Datenanalysen hat das Unternehmen die optimalen KPIs identifiziert: „Bei einer Standzeit von 45 Tagen wird der höchste Bruttoertrag erzielt“, so Dückinghaus. Diese Erkenntnis führt zu einem optimalen Umschlagsfaktor von 8,11 und einem durchschnittlichen Bruttoertrag von 1.611 Euro pro Gebrauchtwagen.

Entscheidend ist auch der Bestand: „Es müssen mindestens 1.233 Gebrauchtwagen sein“, erklärt Dückinghaus. Diese Zahl ist nicht willkürlich gewählt, sondern mathematisch aus der Formel 10.000 verkaufte Einheiten geteilt durch den Umschlagsfaktor 8,11 ermittelt. Die Stellfläche ist der begrenzende Faktor: An den neun Standorten hat Weller Performance 1.418 Stellplätze.

Zukauf als Erfolgsrezept

Ein Schlüsselelement der Weller-Strategie ist der aktive Zukauf von Privatfahrzeugen. „Jede zweite Fahrzeugbewertung führt zum Ankauf eines Gebrauchtwagens“, berichtet Gebrauchtwagen-Manager Dückinghaus. Besonders erfolgreich erweist sich dabei der zentrale Privatkunden-Zukauf, der 2024 startete und bereits beeindruckende Resultate liefert: 824 angekaufte Einheiten mit einem Bruttoertrag von 1.654 Euro und einer Bruttorendite von neun Prozent.

Der Vorteil gegenüber Konkurrenzangeboten wie „Wir kaufen Dein Auto“: „Der Kunde muss nicht aktiv werden, sondern wir kümmern uns um alles“, erklärt Emma Weller, die das Marketing der Weller-Gruppe verantwortet. Sogar innovative Ansätze wie der Fahrzeugankauf während der Kieler Woche wurden erfolgreich getestet – ein Beispiel für die experimentierfreudige Unternehmenskultur.

Fehlerkultur als Erfolgsfaktor

Für Jan Dückinghaus geht es nicht nur um Zahlen, sondern auch um die Menschen. Diese auf die Mitarbeiter konzentrierte Herangehensweise spiegelt sich in der gelebten Fehlerkultur wider. „Fehlerkultur ist entscheidend gewesen beim Findungsprozess“, betont Dückinghaus. Statt Perfektion von Anfang an zu erwarten, setzt Weller auf „Try & Error“ – vom automatischen Anschreiben bei Fahrzeugplattformen über Bestandskunden­arbeit bis hin zu kreativen Marketingaktionen.

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Keine externen Berater nötig

Bemerkenswert ist, dass Weller seine Gebrauchtwagenstrategie ohne externes Consultingunternehmen entwickelt hat. „Die Personen aus den Filialen und Zentrale haben gemeinsam die Entscheidung und Integration getroffen“, erklärt Geschäftsführer Hübener. Diese interne Expertise zeigt sich auch in der durchdachten Organisationsstruktur: Verkaufsleiter, Verkäufer, Serviceleiterinnen, Disponenten und Zukäufer arbeiten in einem abgestimmten System zusammen.

Marketing ist messbar

Auch beim Marketing setzt Weller auf datengetriebene Ansätze. Print-Anzeigen in der Bild-Zeitung werden mit QR-Codes und 500-Euro-Gutscheinen für Messbarkeit am Point of Sale ausgestattet. Postwurfsendungen erreichen 90.000 Haushalte im Umkreis der Filialen. Meta-Kampagnen erreichten über 600.000 Menschen mit 10.000 Landingpage-Aufrufen, während eine Bild.de-Kampagne 1,3 Millionen Menschen erreichte und 109.000 Landingpage-Aufrufe generierte.

Trotz aller Digitalisierung und Analytik bleibt der menschliche Faktor zentral. „Bei Weller ist es wichtig, dass die Mitarbeiter voneinander lernen können. Daher gibt es keine Homeoffice-Regelung im Unternehmen“, betont Hübener. Die starke Unternehmenskultur mit Eventkultur und Transparenz sowie der Fokus auf Nachwuchsförderung und Mitarbeiterbindung schaffen die Basis für nachhaltigen Erfolg.

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Ziel 2026: Qualität vor Quantität

Für 2026 hat sich Weller ein bemerkenswertes Ziel gesetzt: Das Volumen nicht weiter steigern, sondern in Prozessqualität investieren. Nach Jahren des Wachstums konzentriert sich das Unternehmen nun auf die Optimierung der bestehenden Abläufe.

Die Weller-Gruppe führt 44 Standorte in 37 Städten deutschlandweit, bietet über 5.000 Gebrauchtwagen an, erwirtschaftet 1,8 Milliarden Euro Umsatz und beschäftigt 2.702 Mitarbeiter. Damit beweist das Unternehmen eindrucksvoll: Systematische Herangehensweise, Datenorientierung und menschenzentrierte Führung bilden die Grundpfeiler für Exzellenz im Gebrauchtwagenhandel.

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