Prüfkonzern Dekra wieder auf Wachstumskurs

Von Andreas Wehner

Der Prüfkonzern hat die Corona-Krise überwunden und bei Umsatz sowie Jahresüberschuss 2021 deutlich zugelegt. Trotz des Ukraine-Kriegs rechnet Dekra auch dieses Jahr mit Wachstum. Dazu beitragen sollen Geschäftsfelder wie die Cybersicherheit.

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(Bild: Dekra)

Dekra ist wieder auf Wachstumskurs. Nach einem Umsatzrückgang in der Corona-Krise legte der Prüfkonzern im vergangenen Jahr verglichen mit 2020 wieder deutlich zu. Wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte, wuchsen die Erlöse um 10,9 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro. Der Jahresüberschuss kletterte um rund 50 Prozent auf 141,5 Millionen Euro und lag damit mehr als 20 Millionen Euro über dem Vorkrisenjahr 2019.

Mit einem Plus von 17,8 Prozent auf 221 Millionen Euro war das Umsatzwachstum in der Region Asien-Pazifik besonders stark. Aber auch in Deutschland legte Dekra deutlich zu. Der Umsatz stieg um 11,2 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro „Deutschland ist und bleibt der größte und wichtigste Markt für Dekra“, erklärte der erst kürzlich an die Spitze des Konzerns gerückte Vorstandsvorsitzende Stan Zurkiewicz.

Trotz Unsicherheit: Wachstum erwartet

Ins aktuelle Jahr ist Dekra gut gestartet. Im ersten Quartal habe der Umsatz um fast zehn Prozent über dem Vorjahr gelegen, berichtete Zurkiewicz. „Der verheerende Krieg in der Ukraine wird es uns schwer machen, diese Dynamik beizubehalten“, sagte der Vorstandschef. Viele Branchen seien mit Unterbrechungen in ihren Lieferketten und einer Verknappung von Rohstoffen und Vorprodukten konfrontiert, hinzu kämen die hohen Energiepreise. Dennoch plant Dekra für das kommende Jahr mit einem Wachstum von rund fünf Prozent.

Der Konzern rechnet vor allem mit zunehmenden Investitionen in die Cybersicherheit, zum Beispiel in der Automobilindustrie. Darauf hatte sich das Unternehmen zuletzt unter anderem besonders konzentriert.

In Bereich „Automotive Cyber Security“ hatte Dekra 2021 durch das Kraftfahrt-Bundesamt den Status eines Typprüfers für neue internationale Regularien zu Cyber Security und Software Updates erhalten. Nach den Vorschriften UNECE R155 und R156 müssen Hersteller über die gesamte Lebensdauer eines Fahrzeugs entsprechende Managementsysteme nachweisen und alle drei Jahre überprüfen lassen.

Investition in Teststrecken zum automatisierten Fahren

Dazu setzt Dekra auf das Technology Center in Klettwitz. Dort plant das Unternehmen 2022 den Ausbau von Teststrecken für automatisiertes und vernetztes Fahren mit Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe. Eine Reihe führender Fahrzeughersteller setzen auf die Cyber-Security-Dienstleistungen des Prüfkonzerns. In den nächsten Jahren rechnet Dekra in diesem Geschäftsfeld mit starkem Wachstum und erwartet bis 2025 einen höheren zweistelligen Millionenumsatz.

Auch beim Thema Künstliche Intelligenz (KI) will Dekra sich künftig einbringen. 2021 hat sich das Unternehmen an Spearhead beteiligt: Die Schweizer Firma unterstützt Kfz-Versicherer und Flottenbetreiber mit Hilfe von KI bei der Digitalisierung der Prozesse rund um die Erfassung und Regulierung von Schäden. Dekra rechnet damit, dass der Markt für die digitale Schadenabwicklung schnell wächst und entsprechende Lösungen schon 2025 in deutlich über 50 Prozent der Schadenfälle eingesetzt werden.

In Sachen Elektromobilität bietet Dekra seit Kurzem einen Batterie-Schnelltest an. Damit lässt sich der Zustand von Antriebsbatterien erfassen. Zunächst richtet sich der Service an Großkunden wie Leasinggesellschaften, die Elektrofahrzeug-Rückläufer weiter vermarkten, oder an Authäuser, die mit gebrauchten E-Fahrzeugen handeln.

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