Neuzulassungen Der Gewerbekundenmarkt bleibt im Keller

Von Andreas Grimm 1 min Lesedauer

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Der Privatkundenmarkt hat im Januar als einziger Absatzkanal zugelegt – und das deutlich. Dagegen scheinen die Firmenkunden derzeit mit Investitionen vorsichtig zu agieren. Und die Händler sind mit Eigenzulassungen zurückhaltend.

Leere Kundenparkplätze: Im Automobilhandel ging im Januar nicht allzu viel.(Bild:  Stoppanski)
Leere Kundenparkplätze: Im Automobilhandel ging im Januar nicht allzu viel.
(Bild: Stoppanski)

Der Neuwagenmarkt ist ernüchternd ins neue Jahr gestartet – der Rückgang der Neuzulassungen setzte sich mit einem Minus von 2,8 Prozent im Januar fort. Dabei entwickelt sich der gewerbliche Markt zunehmend zum Sorgenkind: Über diesen Absatzkanal wurden nach den Zahlen der Marktforschung Dataforce im ersten Monat des Jahres 9 Prozent weniger Neuwagen zugelassen als vor Jahresfrist.

Der Gewerbe- und Firmenkundenmarkt war bereits das ganze Jahr 2024 über im Minus – wenn auch mit starken Ausschlägen ins Minus wie auch ins Plus. Stand nach dem ersten Halbjahr noch ein Rückgang um 2 Prozent in der Bilanz, weitete sich der Nachfragerückgang bis Jahresende auf ein Minus von 7 Prozent aus. Der neuerliche Rückgang im Januar ist da nur die Fortsetzung der Investitionszurückhaltung im Firmenkundenbereich.

„Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft ist schlecht, Negativ-Meldungen gerade aus der Industrie häufen sich, das Thema Arbeitslosigkeit gewinnt wieder an Bedeutung“, hatte vor Kurzem Constantin Gall von der Unternehmensberatung EY konstatiert. Dieses Umfeld ist kaum geeignet, die Investitionstätigkeit kurzfristig anzukurbeln. Bestenfalls ein leichtes Plus hält er 2025 für den Neuwagenmarkt für plausibel.

Trendwende des Privatmarkts

Umso erstaunlicher ist in diesem Umfeld, dass der Privatmarkt im Januar nach fünf schlechten Monaten zum ersten Mal wieder eine positive Entwicklung nahm (+9,7 %). Laut Dataforce ist dieses Plus jedoch die Folge des Basiseffekts, das heißt, dass der Vorjahresmonat im privaten Sektor besonders schwach war, weil die Käufer möglichst im Dezember 2023 die letzte E-Förderung mitgenommen, also Käufe vorgezogen hatten.

Schlecht lief zuletzt das Geschäft mit den Autovermietern. An diese Abnehmer wurden 18,3 Prozent weniger Neuwagen ausgeliefert als noch im Januar 2024. Auch hier könnte die lahmende Konjunktur ebenso eine Rolle spielen wie erneut ein Basiseffekt. Die Vermieterzulassungen waren vor Jahresfrist noch auf einem recht hohen Niveau.

Überraschender ist die Entwicklung der Eigenzulassungen im Januar, die trotz des schwachen Marktumfeldes in Summe zurückgingen. Die taktischen Zulassungen der Hersteller und Importeure legten zwar um 5,6 Prozent auf 17.740 Einheiten zu, gleichzeitig wurden die Händler deutlich weniger aktiv. Sie ließen nur noch 37.031 Fahrzeuge auf ihren Namen zu – 6 Prozent weniger als vor Jahresfrist.

Überlagert werden diese gegenläufigen Entwicklungen vom plötzlichen Aufwärtstrend der Elektroautos (BEV), deren Neuzulassungen um 53 Prozent zulegten. In der Folge fielen die Emissionen auf 113,6 g/km CO2. Damit werden die verschärften Flottenziele für 2025 zwar immer noch um 10 g/km gerissen, aber im Vergleich zum Januar 2024 sind die Flottenemissionen doch deutlich gesunken (126 g/km). „Der Start in das Jahr zeigt, dass die Hersteller sich auf dem richtigen Weg befinden, die Ziele zu erfüllen. Besonders bei den deutlich emissionswirksameren Elektrofahrzeugen geht es nach oben; das liegt vor allem an der neuen Preisstrategie und den satten Rabatten“, heißt es dazu in einer Analyse von Dataforce.

Transporter bleiben sehr gefragt

Weiter auf einer Erfolgswelle schwimmen die Transporter. Unter diesem Begriff summiert Dataforce die leichten Nutzfahrzeuge und Utilities. Nach einem starken Dezember mit vielen vorgezogenen Käufen entwickelte sich diese Fahrzeuggruppe im Januar wieder um 11,7 Prozent nach oben. Das sind über 4.000 zusätzliche Einheiten, die in den Markt kamen.

Eine starke Nachfrage für diese Fahrzeuge war vor allem aus dem Privatmarkt zu spüren, der um 28,6 Prozent und damit um 1.800 Fahrzeuge sehr deutlich wuchs. Getragen wurde das Wachstum des Transportermarkts gleichzeitig von einer starken Eigenzulassungstätigkeit des Handels (+35,5 %) sowie durch die Hersteller selbst (+62,7 %). Im Flottenmarkt blieben die Verkaufszahlen annähernd gleich (+0,5 %), während das Vermietgeschäft um 12,1 Prozent verlor.

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Bei Blick auf die Kraftstoffarten zeichnet sich ein durchweg positives Bild ab: Benzin (+30 %), Diesel (+8 %) und Elektro (+24 %) konnten allesamt zulegen. Dennoch muss angemerkt werden, dass kaum eine Entwicklung in Richtung der CO2-Ziele für Transporter stattgefunden hat. Der Anteil des Elektroantriebs bleibt mit 6 Prozent weiterhin gering.

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