Neuzulassungen Der Gewerbemarkt hinkt hinterher

Von Andreas Grimm 2 min Lesedauer

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Zur Erholung des Neuwagenmarkts haben die Firmen- und Flottenkunden wenig beigetragen. Trotz der Unsicherheiten investieren derzeit die Privatkunden in Pkw – und erhalten zugleich Schnäppchen-Chancen durch immer mehr Eigenzulassungen.

Die positive Entwicklung des Neuwagenmarkts entsprang im August zu einem wesentlichen Teil taktischen Maßnahmen.(Bild:  Volkswagen)
Die positive Entwicklung des Neuwagenmarkts entsprang im August zu einem wesentlichen Teil taktischen Maßnahmen.
(Bild: Volkswagen)

Der deutsche Pkw-Markt ist im September ein Stück weit auf Erholungskurs geblieben. Zu dem Neuzulassungsplus von 12,8 Prozent hat allerdings der Gewerbekundenmarkt wenig beigetragen. Die Absatzzahlen in diesem Vertriebskanal legten laut einer Auswertung der Marktforschung Dataforce nur um deutlich unterdurchschnittliche 4,3 Prozent zu. „Bei den Fuhrparkverantwortlichen ist der Ersatzbedarf immer noch recht niedrig, und gleichzeitig treffen komplette Neuanschaffungen auf größere Hürden“, analysiert die Marktforschung. Diese Investitionszurückhaltung verhindere derzeit eine umfassende Markterholung.

Interessiert zeigen sich dagegen die Privatkunden. Sie ließen 17,1 Prozent mehr Neufahrzeuge zu als im September des Vorjahres. „Die Privathaushalte haben wieder mehr Lust auf ein Auto“, heißt es dazu in der Analyse von Dataforce. Zurückgeführt wird die Entwicklung auf das wachsende Interesse der Konsumenten an der Elektromobilität. Immer mehr Menschen wollten „die Elektromobilität buchstäblich selbst erfahren“. Zu beachten ist zudem, dass der September 2025 einen Arbeitstag mehr hatte als der Vorjahresmonat.

Wie schon seit Monaten geht das Wachstum der Zulassungszahlen zu einem wesentlichen Teil auf Sondereffekte zurück: die Eigenzulassungen des Handels und der Hersteller sowie die Vermieter. Die Zulassungszahlen von Sixt, Avis und Co sprangen dabei um 22 Prozent nach oben, während die Händler und Hersteller die taktischen Zulassungen jeweils um 14 Prozent in die Höhe schraubten. Unter dem Strich kamen über diese Sondereffekte knapp 12.000 Fahrzeuge mehr auf die Straßen, respektive Höfe, als im Vorjahresmonat.

Bei den Kraftstoffarten hat sich das Wachstum der Plug-in-Hybride im September weiter beschleunigt: auf ein Plus von 85 Prozent. Auch batterieelektrische Fahrzeuge haben weiterhin ordentlichen Zulauf (+32 %). Am stärksten zugelegt haben die Stromer, wie oben bereits angedeutet, bei den Privatkunden (+56 %) und bei den Autovermietern (+80 %). Insgesamt spielen Elektroautos in der Vermietbranche mit einem Anteil von 5,7 Prozent jedoch nur eine Nebenrolle. Damit sich hier mehr tut, brauche es mehr Schnelllademöglichkeiten an zentralen Vermieterstandorten wie den Flughäfen, raten die Dataforce-Analysten.

Der Transportermarkt ist agiler als der Gesamtmarkt

Leichte Hoffnung auf eine wirtschaftliche Belebung und steigende Neuwagenzahlen machen die Werte für den Transportermarkt. In dieser Sonderauswertung betrachtet Dataforce die Entwicklung der leichten Nutzfahrzeuge und Pkw-Utilities. In diesem Spezialsegment stiegen die Neuzulassungen im September um 19,2 Prozent. Damit rutscht der Transportermarkt auch kumuliert ins Plus (1,0 %). Gleichzeitig erreichten Elektrotransporter erneut einen Marktanteil von 10 Prozent.

Ein Wermutstropfen bei der Auswertung der Marktsegmente ist die deutliche Steigerung bei den Eigenzulassungen der Hersteller (+53,6 %). Allerdings trägt dieser Vertriebskanal nur wenig zu den Gesamtzahlen bei. Absolut betrachtet stiegen die Herstellerzulassungen um 474 Fahrzeuge, die echten Flottenzulassungen jedoch um 3.388 Einheiten (+20,9 %). Der Privatmarkt kletterte um 16 Prozent, der Fahrzeughandel steigerte seine Eigenzulassungen um 18 Prozent.

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