Maybach

Der König der Konstrukteure

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Wilhelm Maybach, nun technischer Direktor der DMG, lieferte weiter eine wichtige Erfindung nach der anderen: 1897 wurde der Röhrchenkühler als Gebrauchsmuster angemeldet. 1899 entstand ein Vierzylindermotor für das Luftschiff des Grafen Ferdinand von Zeppelin. 1900 meldete die DMG Maybachs Bienenwabenkühler zum Patent an. Und am 22. November wurde der erste Mercedes 35 PS in Cannstatt fertiggestellt. Er gilt als das erste moderne Automobil überhaupt. In Auftrag gegeben wurde es von Emil Jellinek, dem damals wichtigsten Händler von Daimler. Das von Maybach völlig neu konzipierte Automobil (Leichtbau, Hochleistungsmotor mit innovativem Kühler, langer Radstand und niedriger Schwerpunkt) dominierte das international bedeutende Motorsport-Meeting „Woche von Nizza“ vom 25. bis 29. März 1901. Dieser rauschende Erfolg brachte Maybach endgültig den Ehrennamen „König der Konstrukteure“ ein.

In den folgenden Jahren bis 1904 entwickelte Maybach das Fahrzeugkonzept vom Mercedes Simplex 40 PS über den Simplex 60 PS bis zum Simplex 90 PS weiter. Doch nach Daimlers Tod am 6. März 1900 hatte Maybach nicht mehr den vollen Rückhalt im Unternehmen. Das zeigte sich besonders deutlich, nachdem im August 1903 der Aufsichtsratsvorsitzende der DMG verstarb, Max von Duttenhofer. Die Meinungsverschiedenheiten eskalierten 1906: Maybach war ein glühender Befürworter des Rennsports als Impulsgeber für die automobile Serientechnik („So lernt man aus Rennen, und es ist gewiss, dass sie unsere Tourenwagen in so rapider Weise zur Vollendung gebracht haben und dass sie heute ebenso notwendig sind wie vor Jahren. Also! Bleiben wir bei den Rennen.“).

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Er entwickelte einen Rennwagen, dessen Sechszylindermotor eine oben liegende Nockenwelle mit Königswellenantrieb sowie eine Hochspannungsmagnetzündung mit zwei Zündkerzen hatte. Doch statt Maybachs hochmodernen Entwurfs wurde eine konservativere Konstruktion von Paul Daimler eingesetzt. Als die DMG auch die Maybach unterstehende Versuchswerkstatt schloss, verließ dieser 1907 das Unternehmen.

Ein Neubeginn mit Luftschiffmotoren

1909 gründete Maybach gemeinsam mit Graf von Zeppelin die Luftfahrzeug-Motorenbau GmbH in Bissingen. Das von Wilhelms Sohn Karl Maybach geleitete Unternehmen wechselte 1912 den Standort und ließ sich in Friedrichshafen am Bodensee nieder. Nach Ende des Ersten Weltkriegs nahm das nun als Maybach-Motorenbau firmierende Unternehmen den Automobilbau auf. Der erste Serienwagen Maybach 22/70 PS (W 3) erschien 1921 und wurde bis 1928 gebaut. Damit schloss sich ein Kreis im Leben von Wilhelm Maybach.

Maybach erhielt nach seinem Ausscheiden bei der DMG für sein Lebenswerk zahlreiche Auszeichnungen: Das Königreich Württemberg ernannte ihn 1915 zum Königlichen Oberbaurat, 1916 folgte die Verleihung der Ehrendoktorwürde durch die Technische Hochschule Stuttgart. Der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) ehrte ihn schließlich 1922 mit der goldenen Grashof-Denkmünze, der höchsten Auszeichnung. Wilhelm Maybach starb am 29. Dezember 1929. Er wurde auf dem Cannstatter Uff-Kirchhof beigesetzt, auf dem auch Gottlieb Daimler begraben liegt. In seinem letzten Lebensjahr erlebte Maybach noch die Weltfahrt des Luftschiffs LZ 127 „Graf Zeppelin“, das von Maybach-Zwölfzylindermotoren angetrieben wurde, die Karl Maybach konstruiert hatte. 1996 wurde er in die „Automotive Hall of Fame“ und 2004 in die „European Automotive Hall of Fame“ aufgenommen.

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