Autohaus der Zukunft Der Kunde ist der Star, nicht mehr das Auto

Das Gespräch führte Silvia Lulei 6 min Lesedauer

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Paradigmenwechsel im Autohandel: Nicht mehr das Auto steht im Mittelpunkt, sondern der Kunde. Das zeigt sich auch in der Autohausarchitektur, wie im Gespräch mit Architekt Götz Seidel deutlich wird.

Der Architekt Götz Seidel arbeitet unter anderem für Ferrari und plante das neue Lueg-Gebrauchtwagencenter in Essen.(Bild:  Dirk Wächter)
Der Architekt Götz Seidel arbeitet unter anderem für Ferrari und plante das neue Lueg-Gebrauchtwagencenter in Essen.
(Bild: Dirk Wächter)

Redaktion: Angesichts von Onlinehandel, City-Stores und veränderten Marktgegebenheiten – wie wichtig ist ein großer Showroom überhaupt noch für ein Autohaus?

Götz Seidel: Ich glaube, bei dieser Frage muss man unterscheiden zwischen dem Neuwagenhandel im Volumen- und im Premiummarkt sowie dem Gebrauchtwagengeschäft. Im neuen Gebrauchtwagencenter der Lueg-Gruppe beispielsweise ging man davon aus, dass der Großteil der Leads über das Internet erzeugt wird. Also brauchte man keinen so großen Showroom. Der dient in erster Linie als Anlaufstelle, um dem Kunden die Möglichkeit zu geben, das Auto noch einmal „live“ anzuschauen, sich hineinzusetzen und eine Probefahrt zu machen. Sollte es dann doch nicht das Wunschfahrzeug sein, kann man über den großen Bildschirm im Showroom immer noch ein anderes Auto auswählen, das binnen kurzer Zeit zur Besichtigung bereitgestellt wird. Sicherlich ist das eine Variante, die den Nerv der Zeit trifft.