Februarzahlen Der Neuwagenabsatz in Europa ist leicht im Plus

Von Andreas Grimm 2 min Lesedauer

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Angesichts wirtschaftlicher und politischer Probleme bleibt die Neuwagen-Nachfrage verhalten. Für den Februar zeigen die Statistiken dennoch ein leichtes Plus. Der Trend zu BEV- und PHEV-Fahrzeugen ist ungebrochen.

(Bild:  Rehberg / VCG)
(Bild: Rehberg / VCG)

Der europäische Neuwagenmarkt hat sich im Februar leicht positiv entwickelt, kann aber den schwachen Start ins Jahr bislang nicht aufholen. Wie aus den Zahlen des europäischen Herstellerverbands Acea hervorgeht, kamen im zweiten Monat des Jahres in den Ländern der EU, der Efta und in Großbritannien 979.321 Neuwagen auf die Straßen. Das waren 1,7 Prozent mehr als im Vergleichsmonat des Vorjahres.

Ins Jahr 2026 war der Neuwagenmarkt allerdings sehr schwach gestartet, weshalb die Absatzzahlen nach zwei Monaten noch rückläufig sind. 1,94 Millionen Erstzulassungen bedeuten einen Rückgang um 1,0 Prozent nach zwei Monaten. Der Gesamtmarkt liegt derzeit rund ein Fünftel unter dem Vor-Corona-Niveau.

Aus Sicht von Constantin Gall, Mobilitätsexperte bei der Unternehmensberatung EY, hat sich die Perspektive für den Neuwagenmarkt zuletzt sogar noch verschlechtert: Die Rahmenbedingungen seien ungünstig, beginnend bei einer schwachen Konjunktur und endend bei stark steigenden Energiepreise: „All das wird dazu führen, dass Unternehmen und Privatleute bei größeren Anschaffungen vorsichtig bleiben.“ Die politischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten und Risiken seien geeignet, die Krise der europäischen Autoindustrie noch zu verschärfen.

Die Industrie kommt aus seiner Sicht inzwischen auch spürbar durch die chinesischen Anbieter unter Druck. Die könnten vor allem im Süden Europas, wo kleinere und preisgünstigere Modelle den Markt beherrschen, an Bedeutung gewinnen und „inzwischen beachtliche Marktanteile“ erreichen. „Das wird vor allem für die westlichen Hersteller zur Herausforderung, die sich stark auf dieses Segment fokussiert haben.“

Elektromobilität wächst weiter

Auf dem Vormarsch sind zudem weiterhin die Elektroautos, deren Anteil an den Neuzulassungen steigt. Knapp jeder fünfte Neuwagen war im Februar rein elektrisch angetrieben (19,5 %). Nach zwei Monaten liegt der Anteil der BEV in Europa sogar bei 19,6 Prozent. Im Vorjahreszeitraum waren es 16,9 Prozent. Nur auf die Länder der EU gerechnet, kletterte der BEV-Anteil von 15,2 auf 18,8 Prozent. Der PHEV-Anteil lag im Februar bei 9,5 Prozent nach 7,5 Prozent im Februar 2025.

Im Februar legten die großen Märkte Deutschland (+3,8 %), Spanien (+7,5 %) und Italien (+14,0 %) teils sehr deutlich zu, während der Markt in Frankreich einbrach (-14,7 %). Auch in Großbritannien geht es weiter aufwärts (+7,2 %), während es in einigen mittleren Märkten abwärts ging, etwa in Belgien (-7,7 %), den Niederlanden (-19,0 %) und in Schweden (-1,4 %).

Der Volkswagen-Konzern baute seine Marktführerschaft in Europa aus, indem der Gesamtabsatz um 2,2 Prozent stieg. Getrieben wird der Konzern insbesondere durch Skoda (+18,7 %), während die Erfolgsmarke Cupra erneut verlor (-9,0 %). Noch deutlich stärker als die Wolfsburger legte allerdings Stellantis europaweit zu. Der Vielmarkenkonzern steigerte den Absatz um 9,5 Prozent, getrieben vor allem durch Opel/Vauxhall (+30,5 %) sowie Fiat (+49,4 %). Dagegen sackten Renault (-14,3 %), die Hyundai Group (-3,6 %) und Toyota (-3,9 %) mehr oder weniger stark ab.

Bei den kleineren Fabrikaten sind die Chinesen weiter im Kommen, BYD erhöhte den Absatz laut der Statistik um 162 Prozent, SAIC mit der Kernmarke MG legte um 12 Prozent zu. Tesla scheint inzwischen doch wieder vom Elektroboom zu profitieren. Die US-Marke steigerte den Absatz um 11,8 Prozent und liegt damit nach zwei Monaten sogar wieder leicht im Plus (+0,9 %).

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