KBA-Statistik Der Pkw-Bestand wächst weiter, die Verbrenner werden weniger

Von Andreas Grimm 3 min Lesedauer

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Immer mehr Fahrzeuge dürfen die deutschen Straßen nutzen, doch der Bestand baut sich nur noch langsam auf. Die wachsende Oldtimerflotte spielt da nur eine geringe Rolle. Eine deutliche Veränderung zeigt sich auf der Ebene der Antriebsarten.

Die Zahl der Fahrzeuge und speziell der Pkw auf Deutschlands Straßen wächst weiter. Allerdings sind weniger Verbrenner darunter.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Die Zahl der Fahrzeuge und speziell der Pkw auf Deutschlands Straßen wächst weiter. Allerdings sind weniger Verbrenner darunter.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Der Bestand an Personenkraftwagen ist in Deutschland im Laufe des Jahres 2025 weiter gestiegen. Allerdings sind die Wachstumsraten nur noch gering. Wie aus den Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) hervorging, waren zum zurückliegenden Jahreswechsel 49.486.487 Pkw registriert. Das waren 0,3 Prozent oder rund 147.000 Einheiten mehr als zum Stichtag 1. Januar 2025.

Die deutsche Pkw-Flotte ist damit zuletzt nur noch langsam gewachsen – es war der niedrigste prozentuale Zuwachs der letzten zehn Jahre. Im Vergleich zu 2016 hat der Pkw-Bestand um fast zehn Prozent oder 4,4 Millionen Autos zugelegt. In dem zuletzt schwachen Bestandsaufbau könnten sich auch die schwachen Neuzulassungszahlen der letzten Jahre widerspiegeln.

Weniger Neuwagen, mehr Langläufer – diese Entwicklung schlägt sich nicht zuletzt im steigenden durchschnittlichen Fahrzeugalter nieder. Es stieg innerhalb des letzten Jahres von 10,6 auf 10,9 Jahre. In diese Zahl spielt ein Stück weit auch der wachsende Bestand an Oldtimern hinein. Zum 1. Januar waren 822.537 Pkw mit und ohne H-Kennzeichen angemeldet, die älter als 30 Jahre sind. Das ist ein Anstieg um 4,1 Prozent.

Nutzfahrzeuge im Plus

Deutlich dynamischer ist der Bestand im Bereich der Nutzfahrzeuge gewachsen. Das KBA meldet zum Stichtag 3,89 Millionen zugelassene Lkw – 1,8 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Die Zahl der Omnibusse ging um 2,3 Prozent auf 87.500 Einheiten nach oben, der Zugmaschinen-Bestand legte um 0,4 Prozent auf 2,44 Millionen Einheiten zu. Dazu sind immer mehr Kraftfahrzeug-Anhänger verfügbar, nämlich 8,66 Millionen Einheiten (+1,2 %). Unter dem Strich legte der Kraftfahrzeugbestand um 0,4 Prozent auf 61,24 Millionen Einheiten zu.

Interessant für die Werkstattplanung ist die Bestandsentwicklung nach Antriebsarten. Es sind inzwischen deutlich weniger reine Verbrenner im Bestand. Die Zahl der Benziner ging um 1,9 Prozent auf 29,34 Millionen Einheiten zurück, bei den Dieseln ist der Rückgang um 3,2 Prozent auf 13,85 Millionen bereits deutlicher spürbar. Insgesamt sind 1,15 Millionen reine Verbrenner weniger auf den Straßen als noch vor Jahresfrist.

Der Elektro-Aufschwung schlägt durch

Im Gegenzug stieg jedoch der Bestand an Plug-in- und Mildhybriden, die ja einen Verbrenner an Bord haben, um 800.000 Einheiten. Ebenfalls spürbar gewachsen ist der Bestand an BEV – um 23 Prozent oder 400.000 Einheiten. Mit 2.024.260 Einheiten hat die BEV-Flotte erstmals die Schwelle von zwei Millionen Einheiten überschritten. Für die einstige alternative Kraftstoffform Erdgas sieht es dagegen düster aus: Der Bestand sank um 9 Prozent oder 7.000 Einheiten auf noch 66.400 Pkw – eine Folge des Rückzugs vieler Hersteller aus dieser Technik.

Generell hat in den letzten Jahren die Bedeutung der gewerblichen Neuzulassungen zugenommen. In der Rückschau des letzten Jahres ist der Bestandsaufbau allerdings noch langsamer als der Gesamtmarkt vorangekommen – um 0,2 Prozent. Damit standen zum Stichtag 1. Januar 5,72 Millionen gewerblichen Zulassungen 43,71 Millionen private Zulassungen gegenüber.

Welche Marken aus dem Straßenbild verschwinden

Blickt man auf die Bestandsentwicklung der einzelnen Marken, findet der prozentuale Aufbau naturgemäß vor allem bei den neuen Marken statt. BYD (+307 %), MG Roewe (+49 %) und Great Wall (+19 %) sind hier zuvorderst zu nennen, aber interessanterweise auch Aston Martin (+53 %).

Bei den Fabrikaten mit wirklich nennenswerten Stückzahlen im Bestand ist zuvorderst Seat/Cupra zu nennen. Die Spanier haben inzwischen 1,71 Millionen Fahrzeuge auf den Straßen. Das sind knapp 100.000 mehr als ein Jahr zuvor (+5,8 %). Auch Dacia (+45.000 / +5,6 %), Skoda (+120.000 /+4,5 %) und Volvo (+26.000/+2,9 %) legen spürbar und sichtbar zu – übrigens auch Tesla (+9.000/+5,1 %) trotz der rückläufigen Zulassungszahlen. Scheinbar scheinen bislang nur wenige ältere Tesla-Fahrzeuge aus dem deutschen Markt abzufließen oder stillgelegt zu werden.

Dieser Abfluss scheint jedoch Lynk & Co zu treffen. Der Bestand dieser Fahrzeuge hat sich im zurückliegenden Jahr halbiert (-3.200 /- 49 %). Ansonsten treffen deutliche prozentuale Rückgänge naturgemäß jene Marken, die kein offizielles Vertriebsnetz mehr in Deutschland haben, speziell Chrysler (-11 %), Daihatsu (-9 %) und Saab (-5 %). Die erste größere noch aktive Marke mit einem deutlichen Bestandsschwund ist Honda (-15.000 / -4,3 %). Aber auch für die Partner von Renault (-45.000 /-2,8 %) und vor allem für Opel (-100.000 / -2,6 %) und Ford (-80.000 /-2,4 %) gibt es weniger zu warten und zu reparieren.

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