Die etwas ausgefallene Lackiererei
Besondere bauliche Voraussetzungen verlangen nach besonderen Lösungen. Ein Beispiel zeigt die neue Wolf-Lackieranlage von Autowelt/Brehna.
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Preisfrage: Was haben ein arktischer Iglu, der Berliner Reichstag und eine ostdeutsche Großlackiererei gemeinsam? Rein gar nichts, meinen Sie? Weit gefehlt. Was alle drei Gebäude verbindet: Sie haben ein gewölbtes Dach. Und damit unterscheidet sich vor allem die Großlackiererei eindeutig von der Mehrzahl vergleichbarer Bauten. Das neue Lackierzentrum des Automobilgroßhändlers „Autowelt“ aus Brehna befindet sich in einem ungewöhnlichen Objekt: in zwei „Tonnenhallen“.
Die Erklärung dafür ist so einfach wie einleuchtend: Die gebraucht erworbene Immobilie befindet sich nicht nur in unmittelbarer Nachbarschaft zum Stammsitz des Unternehmens, sie war schlicht und ergreifend auch noch finanziell äußerst lukrativ. Ergo beschlossen Firmeninhaber Wilfried Wilhelm Anclam und sein technischer Leiter Michael Kabisch: Das Eckige – die Lackierkabine – muss ins Runde – sprich, die Halle.
Der Sinn und Zweck der ganzen Übung: Autowelt – Ostdeutschlands großer Autohandel – setzt pro Monat über 500 Fahrzeuge um. Obwohl es sich mehrheitlich um junge Gebrauchte handelt, besteht oftmals Bedarf an kosmetischer Aufbesserung in Form von Lackiermaßnahmen.
Grund zu handeln
Bisher kümmerten sich die einzelnen Filialbetriebe selbst darum und vergaben Lackieraufträge individuell an lokale Betriebe. Dass dies weder logistisch noch ökonomisch sehr sinnvoll ist, dürfte selbst Laien klar sein. Also entschlossen sich die Macher von Autowelt, das Thema professionell in die Hand zu nehmen. Künftig sollen alle Fahrzeuge fix und fertig aufbereitet auf die Höfe der Filialbetriebe rollen.
Bei einer der wichtigsten Einrichtungen eines neuen Lackierbetriebs – der Lackierkabine – entschieden sich die Sachsen-Anhalter nach reiflicher Überlegung für eine Anlage von Wolf. An der Qualität der technischen Einrichtung zu sparen, ist für Firmeninhaber Anclam der falsche Ansatz. Neben aller Technik spielte aber selbstverständlich auch der menschliche Faktor, d. h. die Betreuung vor Ort in Form von Rainer Macha, technischer Verkaufsberater bei Wolf, eine wichtige Rolle.
Im November vergangenen Jahres begann der hauseigene (!) 25-Mann-Bautrupp von Autowelt mit den Um- und Ausbaumaßnahmen und bereits sechs Monate später erfolgte die erste Probelackierung in einer der zwei installierten Wolf-Taifuno-Kabinen. Mit einer Innengröße von 8 x 4 x 3,4 Metern inklusive einer vier Tonnen Berostung ist sie nicht nur für Pkw geeignet. Künftig möchte Autowelt auch das Transportergeschäft ins Visier nehmen und hat entsprechend vorgebaut.
Technik vom Feinsten
Stichwort effektiv: Energie kostet Geld – heute mehr denn je. Deshalb haben Autowelt und Wolf auch alle Register in Sachen Energieeinsparung gezogen. So verfügt die mittels Erdgas befeuerte Anlage über ein Wärmerückgewinnungssystem, einen Stand-by-Betrieb und über spezielle Frequenzumformer für die E-Motoren. Diese senken die Lastspitzen beim Anlaufen der Motoren und reduzieren nebenbei den Spitzenbereich des beim Energieversorger angegebenen Strombedarfs – das senkt die Kosten gleich zweifach.
Weitere technische Details erhöhen den Bedienkomfort: außerhalb der Kabine liegende Softtouch-Steuerpanele, Betriebskennleuchten an der Stirnseite der Kabinen und eine Ablüftautomatik, die speziell auf den verwendeten Spieß-Hecker-Lack abgestimmt ist. Und sollte es einmal zu einer Störung kommen, kein Problem! Das neue Online-Servicesystem von Wolf ermöglicht dem Hersteller, aus der Ferne Fehler zu lokalisieren und den Anwender vor Ort bei der Behebung dieser zu unterstützen.
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