Die Geschichte der S-Klasse

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Der legendäre Typ 600 (1963 bis 1981)

Eineinhalb Jahre nachdem der letzte „Dreihunderter“ im März 1963 die Werkshallen in Sindelfingen verlässt, debütiert auf der IAA in Frankfurt ein neues Topmodell von Mercedes-Benz. Der Typ 600 (W 100) ist ein Fahrzeug der Superlative: Sein 6,3-Liter-V8-Motor ermöglicht äußerst respektable Fahrleistungen und eine Höchstgeschwindigkeit von mehr als 200 km/h. Für größtmöglichen Fahrkomfort sorgen die Luftfederung, ein Automatikgetriebe aus eigener Fertigung sowie eine Servolenkung. Eine einzigartige Komfort-Hydraulik ermöglicht die Verstellung der Vordersitze und der Rücksitzbank, das Öffnen und Schließen der Autotüren, der Kofferraumklappe und des auf Wunsch lieferbaren Schiebedachs sowie das Öffnen und Schließen der Seitenfenster. Die fünf- bis sechssitzige Ausführung mit dem regulären Radstand von 3.200 Millimetern wird im Wesentlichen von sehr anspruchsvollen privaten Kunden bestellt. Daneben bietet Mercedes-Benz auch eine sieben- bis achtsitzige Version mit einem 70 Zentimeter längeren Radstand an, die vor allem als Staats- und Repräsentationslimousine zum Einsatz kommt. Im Juni 1981 wird das letzte von insgesamt 2.677 Exemplaren der legendären Luxuslimousine im Mercedes- Benz Werk Sindelfingen gefertigt und ausgeliefert.

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Baureihe 116 (1972 bis 1980)

Die 1972 präsentierte Nachfolge-Baureihe 116 bringt nun auch im Namen zum Ausdruck, was bei Mercedes-Benz seit Jahrzehnten Programm ist: Die Oberklasse-Limousinen mit dem „S“ in der Typenbezeichnung werden nun offiziell unter dem Begriff „S-Klasse“ geführt. Das Sicherheitskonzept umfasst zum Beispiel einen kollisionsgeschützten Tank, ein Vierspeichen-Sicherheitslenkrad, verschmutzungsarme Seitenscheiben, großflächige Scheinwerfer, auffällige Blinkleuchten und schmutzabweisende gerippte Heckleuchten. 1977 beginnt mit dem 300 SD das Dieselzeitalter in der Luxusklasse, zunächst jedoch nur auf den nordamerikanischen Märkten. Der Luxus-Diesel ist zugleich der erste Serien-Pkw mit Turbodieselmotor. Ab 1978 ist die S-Klasse als weltweit erstes Serienfahrzeug mit Anti-Blockier-System (ABS) erhältlich, das die Lenkfähigkeit auch bei einer Vollbremsung sicherstellt.

Baureihe 126 (1979 bis 1991)

In der 1979 vorgestellten Baureihe 126 hält der Airbag, heute ein zentrales Element der Automobilsicherheit, 1981 Einzug in den Automobilbau. Weitere Merkmale dieser S-Klasse-Generation sind die aerodynamisch optimierte Form und die konsequente Gewichtsreduzierung, unter anderem durch neue Leichtmetall-V8-Motoren. Akzente setzt die Baureihe 126 auch im Design: Als erster Mercedes-Benz-Personenwagen verzichtet sie auf die traditionellen Chrom-Stoßstangen und verfügt stattdessen über verformbare Kunststoff-Stoßfänger, die auch einen Parkrempler unbeschadet überstehen. Bei ihrem Erscheinen zunächst von manchem Betrachter als nüchtern und schmucklos empfunden, gilt das Design der Baureihe 126 schon bald als zeitlos-elegant.

Baureihe 140 (1991 bis 1998)

Die S-Klasse der Baureihe 140 ist 1991 der neue Mercedes-Benz der Superlative. Seine Entwickler setzen auf maximalen Komfort – unter anderem durch großzügige Abmessungen und Doppelverglasung für eine optimierte akustische Dämmung. Mit den Topmodellen 600 SE und 600 SEL bietet zum ersten Mal ein Mercedes-Benz-Serien-Pkw einen V12-Motor. Den Start des Leistungsspektrums markiert der 300 SD Turbodiesel, der den Luxusklasse-Diesel nun auch auf Märkten außerhalb Nordamerikas verfügbar macht. Auch diese Generation der S-Klasse führt eine bahnbrechende Sicherheits-Innovation in den Automobilbau ein: das Elektronische Stabilitäts-Programm ESP, das seit 1995 in den V12-Versionen zum Serienumfang gehört und für die V8-Modelle optional erhältlich ist. Im Folgejahr kommt auch noch der Brems-Assistent BAS hinzu.

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