Neuzulassungen Die Gewerbekunden retten den Markt – auch den E-Markt

Von Andreas Grimm 2 min Lesedauer

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Eine Analyse des Neuwagenmarkts im Oktober bringt widersprüchliche Daten hervor. Sicher ist, dass die positive Entwicklung auf tönernen Füßen steht. Und letztlich sorgten die Eigenzulassungen für die nötige Bilanzkosmetik.

(Bild:  Rehberg / »kfz-betrieb«)
(Bild: Rehberg / »kfz-betrieb«)

Der deutsche Neuwagenmarkt hat sich im Oktober bekanntlich auf den ersten Blick gut entwickelt: Ein Plus von sechs Prozent ist auch bei einem niedrigen Ausgangswert ein passables Ergebnis. Allerdings verbirgt der reine Prozentwert zwei weniger positive Entwicklungen. Erstens standen dem Handel und den Konsumenten ein Arbeitstag weniger zur Verfügung als im Oktober des Vorjahres. Und zweitens sind in diesem Plus ein rückläufiger Privatmarkt und ein starkes Wachstum in den Sonderkanälen enthalten.

Positiv ist jedoch, dass der zuletzt eher schwache Gewerbekundenmarkt wieder gewachsen ist. Die Firmen- und Flottenkunden ließen im Oktober 7,2 Prozent mehr Neuwagen zu als im Vorjahresmonat. „Das ist gut“, heißt es dazu in einer Auswertung der Marktforschung Dataforce. Aus Sicht der Experten reduziert sich das Zulassungswachstum, wenn man den Effekt des zusätzlichen Arbeitstags herausrechnet, auf nur noch 3 Prozent.

Die Zulassungen auf Privatpersonen haben dagegen im Oktober um 2,5 Prozent nachgegeben. Dieser Wert lässt „auf eine immer noch angespannte Nachfragesituation schließen“, heißt es in der Dataforce-Analyse. Dass Neuwagen derzeit schwer einen direkten Abnehmer finden, zeigt zudem das deutliche Wachstum der Eigenzulassungen. Sie legten am stärksten bei den Händlern selbst zu (+16,7 %). Aber auch die Hersteller haben ihre Zulassungstätigkeit deutlich ausgeweitet (+14,9 %). Schließlich legten auch die Zulassungen der Autovermieter deutlich zu (+8,8 %).

Besonders von der Zurückhaltung betroffen sind weiterhin die Elektroautos. Allerdings sieht Dataforce die Ursache nicht allein in einer schwachen Nachfrage, sondern auch in den schlechten Angeboten der Hersteller. Die hätten aufgrund der Verschärfungen der CO2-Ziele ab dem Jahreswechsel erst für 2025 wieder ein Interesse an wirksamen Verkaufsförderungen. „Viele Rabattaktionen und Preissenkungen bei BEVs sehen eine Auslieferung erst im nächsten Jahr vor“, heißt es in der Analyse. Die fehlenden Angebote schlagen vor allem auf dem Privatmarkt durch. Die Elektro-Neuzulassungen von Privatkäufern sackten um 47 Prozent ab. Diese Entwicklungen fingen die Flottenzulassungen mit einem Zulassungsplus von 76 Prozent ein gutes Stück ab, sodass die E-Zulassungen unter dem Strich nur um 4,9 Prozent sanken.

Gleichzeitig wurden für die Flotten die Plug-in-Hybride wieder interessanter, da sie auch CO2-reduzierend in die Bilanzen eingehen. Die Neuzulassungen der Pkw mit Zwitterantrieb legten um 35 Prozent zu und sicherten sich damit den bislang höchsten Marktanteil im Flottensegment der letzten zwei Jahre (13,3 %).

Transportermarkt im Aufwind

Im Transportermarkt war im Oktober ein sehr starkes Wachstum zu sehen. Deutlich stärker als die reinen Pkw wuchs der Absatz der leichten Nutzfahrzeuge und Pkw-Utilities um fast ein Fünftel (+19 %). Das Wachstum kam aus nahezu allen Kanälen. Doch anders als bei den Pkw legten die Privatzulassungen (+25 %) deutlich stärker zu als die gewerblichen Neuanmeldungen (+8 %).

Gemeinsam ist beiden Auswertungen allerdings, dass das prozentual stärkste Wachstum dennoch in den Sonderkanälen zu erkennen war. Vor allem die Vermieter (+54 %) und der Fahrzeughandel (+34 %) weiteten ihre Zulassungstätigkeit deutlich aus. Aber auch die Hersteller und Importeure selbst ließen kräftig auf eigenen Namen zu (+16 %). Erwähnenswert ist, dass erstmals seit Längerem der Absatz der E-Transporter wieder stieg – um 25 Prozent.

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