Marktanalyse Die Hersteller werfen tausende Neuwagen auf den Markt

Von Andreas Grimm 2 min Lesedauer

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Hinter dem Zulassungsplus im Mai stehen zwei Entwicklungen: Der Privatmarkt zieht an – und die Hersteller gehen mit Eigenzulassungen in die Offensive. Dagegen stehen die Gewerbekunden weiter auf der Kostenbremse.

Die Neuzulassungszahlen sind im Mai leicht gestiegen, allerdings nicht wegen der Kundennachfrage, sondern wegen der Eigenzulassungen der Hersteller.(Bild:  Grimm/»kfz-betrieb«)
Die Neuzulassungszahlen sind im Mai leicht gestiegen, allerdings nicht wegen der Kundennachfrage, sondern wegen der Eigenzulassungen der Hersteller.
(Bild: Grimm/»kfz-betrieb«)

Das leichte Neuwagenplus im Mai basiert bei näherem Hinsehen auf keiner echten Nachfrage. Wie aus einer Analyse der Zulassungszahlen durch die Marktforschung Dataforce hervorgeht, basiert die Mai-Entwicklung vor allem auf einem extremen Zuwachs der Eigenzulassungen der Hersteller und Importeure. Gleichzeitig konnte auch der Privatmarkt etwas zulegen.

Die positive Zulassungsentwicklung des Vormonats sorgte hier und da für Erleichterung, war es doch der erste Anstieg seit sechs Monaten gewesen. Doch ein eingehender Blick zeigt, dass der Mai 2025 in vielen Bundesländern einen Arbeitstag mehr hatte als der Vorjahresmonat. Ernüchternd ist aber vor allem die Herkunft des Anstiegs der Neuzulassungen um knapp 2.900 Einheiten (+1,2 %): Allein die Eigenzulassungen der Hersteller und Importeure legten um 9.500 Einheiten oder 68 Prozent zu. Immerhin nahm sich der Handel etwa zurück. Dessen Eigenzulassungen sanken um knapp 1.300 Einheiten oder 3 Prozent.

Dass das starke Zulassungsplus der Hersteller nicht deutlicher in der Gesamtentwicklung zu sehen war, liegt in einem weiteren schwachen Monat des Gewerbekundenmarktes begründet. In diesem Zulassungskanal liefen 10 Prozent weniger Erstzulassungen auf. Das Minus betrug in absoluten Zahlen knapp 7.400 Einheiten. Stellt man diesem Rückgang ein Plus von 1.900 Einheiten des Privatkundenmarktes gegenüber (+2,5 %), ergibt sich unter dem Strich ein starker Rückgang in den nachfrage-gebundenen Kanälen von 5.600 Neuwagen.

„Während die Privathaushalte langsam wieder mehr ausgeben, halten sich die Unternehmen mit Investitionen zurück. Dieses gesamtwirtschaftliche Bild spiegelt sich auch in der Entwicklung des deutschen Pkw-Markts wider“, kommentiert Benjamin Kibies, Senior Automotive Analyst von Dataforce, die Mai-Zahlen. Positiv bewertet er die steigenden Elektroanteile im Neuwagenmarkt. Damit werde es für die Branche einfacher, die Herausforderungen durch den EU Green Deal in den Griff zu bekommen.

Laut den Dataforce-Daten orderten die Gewerbekunden 41 Prozent mehr Elektroautos und sogar 68 Prozent mehr Plug-in-Hybride. Ähnlich verlief die Entwicklung im Privatkundenmarkt, sodass sich im Mai 19 Prozent der Privatkunden sowie 23 Prozent der Gewerbekunden für ein Elektroauto entschieden.

Hersteller-Push im Transportermarkt

Der Markt für leichte Nutzfahrzeuge und Pkw-Utilities zeigte sich im Mai fast unverändert: Dataforce ermittelte lediglich eine Differenz von –0,3 Prozent zu den Zahlen des Vorjahres. Eine Parallele zum Gesamtmarkt war allerdings das Eigenzulassungsgebaren der Hersteller. Sie verdreifachten ihre Zulassungstätigkeit von 650 auf 1.950 Einheiten. Allerdings sind die Eigenzulassungen der Hersteller der kleinste Bereich im Transportermarkt, in dem Dataforce die Zulassungen der Utilities und leichten Nutzfahrzeuge untersucht.

Anders als im Gesamtmarkt blieb das Gewerbekundengeschäft im Transportermarkt allerdings recht konstant. Die Zulassungen sanken lediglich um 2 Prozent, während die Eigenzulassungen des Handels um ein Fünftel nachgaben. Auch die wachsende Nachfrage der Privatkunden zeigt sich bei den Transportern: Deren Neuzulassungen legten um 13 Prozent zu.

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