Destatis Die Insolvenzwelle im Kfz-Gewerbe ebbt wieder ab

Von Andreas Grimm 2 min Lesedauer

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Bundesweit steigt die Zahl der Pleiten, doch beim Kfz-Gewerbe ging die Entwicklung im April wieder in die andere Richtung. Im bisherigen Jahresverlauf zeigt sich die Branche letztlich krisenfest. Gefährdet ist vor allem eine Gruppe von Betrieben.

Die Zahl der Insolvenzen im Kfz-Gewerbe war im April rückläufig. Betroffen vom Liquiditätsmangel sind vor allem Kleinstbetriebe.(Bild:  Übernachtung gefällig? /Maximilian Cieszynski / CC BY-SA 2.0)
Die Zahl der Insolvenzen im Kfz-Gewerbe war im April rückläufig. Betroffen vom Liquiditätsmangel sind vor allem Kleinstbetriebe.
(Bild: Übernachtung gefällig? /Maximilian Cieszynski / CC BY-SA 2.0)

Die Zahl der Insolvenzen im Kfz-Gewerbe ist in den vergangenen Monaten, konkret seit Dezember, kontinuierlich gestiegen. Nun meldet das Statistische Bundesamt (Destatis) für den April eine deutliche Entspannung, wie aus jetzt vorgelegten Zahlen hervorgeht. Im vierten Monat des Jahres standen demnach noch 26 Betriebe vor dem wirtschaftlichen Kollaps – knapp ein Fünftel weniger als im Vorjahresmonat (-18,8 %).

Angesichts der rückläufigen Zahlen im April hat sich auch die Insolvenzlage im bisherigen Jahresverlauf wieder entspannt. Für die Monate Januar bis April zählt das Destatis 143 Branchenpleiten – und damit nur sieben mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres (+5,1 %). Angesichts der im langfristigen Vergleich sehr niedrigen Fallzahlen ist dieser Anstieg damit wohl eher einer Normalisierung als einem schwerwiegenden Negativtrend geschuldet.

Einmal mehr trafen die Insolvenzen im April im Kfz-Gewerbe nur Kleinstbetriebe. Die 26 betroffenen Unternehmen hatten nur 21 Mitarbeiter gemeldet. Die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger summierten sich auf 6,6 Millionen Euro. Bei elf Betrieben wurde das Insolvenzverfahren mangels Masse abgewiesen.

Die Entwicklung in der Kfz-Branche ist insofern bemerkenswert, als sich die Situation gesamtwirtschaftlich weit schlechter darstellt. Im April kletterte die Zahl der Insolvenzen über alle Branchen hinweg um 14,4 Prozent. Für die ersten vier Monate des Jahres weist das Statistische Bundesamt sogar 17,2 Prozent mehr Pleiten aus als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Zumindest für die nähere Zukunft ist gesamtwirtschaftlich mit weiter steigenden Zahlen zu rechnen. Sowohl im Mai, als auch im Juni wurden mehr Regelinsolvenzen beantragt als in den entsprechenden Monaten des Vorjahres.

Kfz-Segmente entwickeln sich im April sehr verschieden

Beim Blick auf die Zahlen im April zeigt sich ein kräftiger Rückgang der Fallzahlen im Kfz-Handel. Für diesen Teilbereich der Branche registrierten die Statistiker nur noch 6 Pleiten, nachdem es im Vorjahresmonat noch 16 waren. Im Groß- und Einzelhandel mit Kfz-Teilen und Zubehör wurden im April 4 Insolvenzen registriert – eine mehr als vor Jahresfrist.

Dagegen sind die Fallzahlen im Service leicht von 12 auf 15 betroffene Betriebe gestiegen. Allerdings lohnt sich hier ein genauerer Blick, denn der Anstieg ist der negativen Entwicklung bei den Waschanlagen geschuldet. Hier gingen fünf Betreiber in die Insolvenz. Vor Jahresfrist war es nur einer. Und auch im bisherigen Jahresverlauf sind die Pleiten der Waschanlagen um 150 Prozent gestiegen (von 6 auf 15 Fälle). Klassische Werkstätten gingen zehn Mal in die Insolvenz (+ 1 Fall), bei den Motorradbetrieben blieb es bei einer Pleite. Zudem musste keine Lackiererei zum Insolvenzgericht (statt zwei im April 2022).

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