Neuwagen Die Konsum-Nachfrage geht in die Knie

Von Andreas Grimm 3 min Lesedauer

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Die Pkw-Zulassungen im Januar wirkten wie eingefroren. In der Detailanalyse zeigt sich, dass insbesondere in den margenträchtigen Vertriebskanälen große Zurückhaltung herrscht.

Der schwache Neuwagenmarkt hatte im Januar viele Ursachen.(Bild:  Schreiner – VCG)
Der schwache Neuwagenmarkt hatte im Januar viele Ursachen.
(Bild: Schreiner – VCG)

Der deutsche Neuwagenmarkt ist mit einer schweren Bürde ins neue Jahr gestartet. Wie aus den Zahlen der Marktforschung Dataforce hervorgeht, fehlte es im Januar schlicht an Nachfrage-Impulsen. Denn sowohl die privaten Neuzulassungen als auch die gewerbliche Nachfrage lagen deutlich unter den Werten des Vorjahresmonats. Unter dem Strich waren die Neuzulassungen zum Jahresstart um 6,6 Prozent gefallen.

Hatten die Privatkunden im zurückliegenden Jahr noch Konsumimpulse gesetzt und ihre Käufe über die zwölf Monate gerechnet um 5 Prozent erhöht, sind die Zulassungszahlen in diesem Vertriebskanal im Januar um 14,4 Prozent eingebrochen.

Weniger überraschend ist, dass sich die Investitionszurückhaltung der Gewerbekunden weiter fortgesetzt hat, da sich an den wirtschaftlichen und politischen Eckdaten wenig verändert hat. In diesem Vertriebssegment gingen die Neuzulassungen um 7,9 Prozent zurück. Der Gewerbemarkt war im Gesamtjahr 2025 um 5 Prozent gefallen.

Dass der Neuwagenmarkt in Deutschland nicht dynamisch läuft, hatte sich in den vergangenen Monaten bereits am Auftragseingang gezeigt – der Verband der Automobilindustrie hatte dazu regelmäßig rückläufige Monatsentwicklungen, wenn auch keine absoluten Zahlen vorgelegt. Nun ist klar: „Der Markt schwächelt deutlich, und das ausgerechnet durch Rückgänge in den Kanälen, die für die Hersteller das Geld versprechen“, sagt Julian Litzinger, Automotive Analyst bei Dataforce.

Trotz der fehlenden echten Nachfrageimpulse hält der Handel derzeit seine zurückhaltende Linie gegenüber Eigenzulassungen durch – die Erstzulassungen durch den Fahrzeughandel sanken um 3,2 Prozent. Die einzigen Kanäle mit Wachstum waren einmal mehr und deutlich die Autovermieter (+9,9 %) und die Hersteller selbst (+5,3 %). „Es scheint also so, dass überschüssige Fahrzeuge, die keinen echten Abnehmer gefunden haben, vermehrt von den Herstellern selbst zugelassen wurden oder per Sonderangebot an Autovermieter gingen“, heißt es dazu von Dataforce.

Weiter Impulse für die E-Modelle

Im Januar hat sich das Wachstum der E-Mobilität zwar allgemein etwas verlangsamt. Vor allem im Flottenmarkt ging die Zuwachsquote von 55 Prozent auf 18 Prozent zurück. Im Privatmarkt verlangsamte sich die Entwicklung von 74 auf 43 Prozent. Letztlich wächst aber der Markt immer noch, nur langsamer. Einen interessanten Fakt hat Dataforce zudem herausgearbeitet: „Isoliert betrachtet, war es sogar der stärkste Januar bisher im Privatmarkt für E-Autos.“

Die allgemein schwache Performance im Privatmarkt geht folglich eher auf die Verbrenner zurück. Benziner und Diesel verloren im Januar beide knapp 30 Prozent. Um einen solch starken Rückgang auszugleichen, hätten die E-Zulassungen nochmals gewaltig steigen müssen. Unter dem Strich habe es im Januar wegen der Förderdiskussion „keinen Hinweis darauf gegeben, dass der Markt zur Zurückhaltung tendiert“.

Tiefrote Zahlen im Transportermarkt

Richtig schlecht – und das ist ein Zeichen für fehlende positive Perspektiven – entwickelte sich der Transportermarkt zum Jahresstart. Mit einem Volumen von nur 32.803 Fahrzeugen büßten die Neuzulassungen der leichten Nutzfahrzeuge und Pkw-Utilities ganze 16 Prozent ein. Alle Kanäle lagen mit Werten von –13 Prozent im Flottenmarkt bis –22 Prozent im Fahrzeughandel deutlich im roten Bereich.

Es sind vor allem die Diesel-Modelle, die aus dem Markt gehen. Die Kraftstoffart ist immer noch klar die erste Wahl. Aktuell sind noch 77 Prozent aller Transporter Diesel, was angesichts der CO2-Ziele für die Hersteller problematisch ist. Lieber würden sie hier eine deutlich höhere Quote an Elektro-Zulassungen sehen, um ihre Bilanzen zu verbessern. Immerhin aber lagen die E-Transporter im Januar bei 11 Prozent Marktanteil.

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