Die Lieblingsreifen der Oldtimerfans

BF Goodrich, Michelin und Vredestein liegen in der Gunst der Klassikerfahrer vorn. Das hat das Teileportal Bjooli ermittelt.

Anbieter zum Thema

Klassikreifen von Vredestein: Der Markt für Oldtimerprodukte wächst.
Klassikreifen von Vredestein: Der Markt für Oldtimerprodukte wächst.
(Bild: Apollo Vredestein)

Mit dem Wachstum des Oldtimermarkts ist auch die Nachfrage nach Reifen in klassischen Dimensionen und Profildesigns gestiegen. Doch nicht alle Reifenhersteller kümmern sich um diesen Nischenmarkt. Und so liegen in der Verkaufshitliste von „Bjooli.com“, einem Online-Marktplatz für Oldtimerteile und -Zubehör, unerwartete Marken vorn.

Die drei gefragtesten Fabrikate sind nach Auswertungen von Suchanfragen durch Bjooli.com BF Goodrich, Michelin und Vredestein, wobei BF Goodrich eine Marke des Michelin-Konzerns ist. Die Franzosen haben das Potenzial dieses Marktes offensichtlich als erste erkannt. Mit 220 Größen (plus 51 von BF Goodrich) sind sie im Onlinestore von Bjooli auch am stärksten vertreten. Aber Vredestein hat ebenfalls eine eigene Produktlinie an Klassikreifen am Markt.

Große Produktvielfalt vom Weißwand- bis zum Winterreifen

Das Segment ist zwar klein, aber lukrativ: „Bis zu 1.600 Euro geben unsere Kunden für einen Satz Reifen aus“, sagt Bjooli-Gründer Marian Meier-Andrae.

Die Produktvielfalt ist zudem sehr groß. So brauchen viele ältere Fahrzeuge immer noch Diagonalreifen; sie lassen sich aber oft auf Gürtelreifen umstellen, die eine größere Fahrsicherheit bieten. Hierfür gibt es eine Tabelle, in der sich die der Originaldimension entsprechende Radialgröße finden lässt (Infos hierzu erteilen die Oldtimerexperten der Sachverständigenorganisationen).

Viele Oldtimerreifen werden zudem als Weißwandreifen angeboten. Sogar Produkte mit „W“-Kennzeichnung (bis 270 km/h) sind für klassische Sportwagen zu haben. Immer mehr Oldtimerfans bewegen ihre Autos außerdem während der kalten Jahreszeit; daher sind mittlerweile auch Winterreifen verfügbar. Selbst für klassische Geländefahrzeuge sind stilechte Geländereifen zu bekommen. Auch Reifen mit Schlauch sind im Verbund mit originalgetreuen Felgen oft ein Muss.

Oldtimerreifen für Autos, die vor dem 1. Oktober 1990 zum ersten Mal registriert wurden, müssen übrigens im Verkauf nicht mit dem EU-Reifenlabel gekennzeichnet werden.

Verschleiß: Nicht abgefahren und trotzdem alt

In Sachen Service stellen Oldtimerreifen spezielle Anforderungen. So ist angesichts der geringen Fahrleistungen weniger der Verschleiß als vielmehr das Reifenalter ein Tauschgrund. Hierfür muss der Besitzer sensibilisiert werden, wenn er angesichts der Profiltiefe „Der geht doch noch“ sagt. Dafür steht die DOT-Nummer an der Flanke, die das Herstellungsdatum angibt. Die ersten beiden Ziffern stellen die Kalenderwoche dar, die weiteren das Produktionsjahr.

Frankreich führt: Michelin und seine Tochter BF Goodrich bieten eine breite Oldtimer-Palette an.
Frankreich führt: Michelin und seine Tochter BF Goodrich bieten eine breite Oldtimer-Palette an.
(Bild: Bjooli)

An Autos, die länger gestanden haben, können die Reifen außerdem außer Form sein und unrund laufen – auch ein Grund für den Reifenwechsel. Das lässt sich vermeiden, indem bei längeren Standzeiten der Luftdruck auf rund vier bar erhöht wird.

Anders als Reifen für neuere Fahrzeuge werden Pneus in den Klassiker-Größen nicht permanent produziert. So mancher Oldtimerbesitzer legt sich daher selbst einen Satz zurück, wenn erstmal die richtigen Reifen gefunden wurden. Hier kommt es auf die richtige Lagerung an. Die Reifen sollten trocken, möglichst dunkel und frei von Ozonbelastungen aufbewahrt werden. Reifen der Marke „Blockley“, wie sie auch Bjooli.com anbietet, werden deshalb in speziellem Wachspapier verpackt. Das vermindert die Ozoneinwirkung, verspricht das Unternehmen.

(ID:44151419)