Gebrauchtwagen Die Nachfrage steigt, die Preise sinken

Von Andreas Grimm 1 min Lesedauer

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Der KBA-Statistik zufolge sind Gebrauchtwagen weiterhin gefragt. Dennoch ist der Markt schwierig, denn die Preise geben tendenziell nach. Und noch ein Wert passt nicht so recht zum positiven Bild.

Der Gebrauchtwagenmarkt ist lebendig, doch einige Eckdaten passen nicht recht zum positiven Gesamtbild.(Bild:  Achter/»kfz-betrieb«)
Der Gebrauchtwagenmarkt ist lebendig, doch einige Eckdaten passen nicht recht zum positiven Gesamtbild.
(Bild: Achter/»kfz-betrieb«)

Der Gebrauchtwagenmarkt in Deutschland ist weiterhin im Höhenflug. Nach den Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts wechselten im September 530.805 Pkw den Eigner. Das waren 6 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Gleichzeitig ist die Marktsituation volatil. Mehreren Monaten mit hohen prozentualen Steigerungsraten stehen einige Monatsergebnisse mit leichten Rückgängen gegenüber (März und Juni).

Nach neun Monaten ist der Gebrauchtwagenmarkt damit 8,3 Prozent im Plus. Insgesamt registrierten die Zulassungsstellen 8,3 Prozent mehr Halterwechsel als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Trotzdem ist der Gebrauchtwagenmarkt noch rund 10 Prozent unter dem Niveau von 2019. Möglicherweise schlagen sich darin die fehlenden, nicht produzierten Neuwagen der Corona-Jahre 2021 und 2022 nieder, die dem Markt nicht zur Verfügung stehen.

Obwohl die Zahl der Pkw-Umschreibungen steigt, sitzen die Händler anscheinend länger auf ihrer Ware. Nach Angaben der Online-Plattform Mobile.de erhöhte sich die durchschnittliche Standzeit im September auf 94,8 Tage – das sind 1,2 Prozent mehr als im Vorjahresmonat und 2,9 Prozent mehr als im August 2024. Während vor allem Minis (94,2 Tage, +21,3 %) und Sportwagen (116,4 Tage, +12,4 %) länger standen als noch im Vorjahresmonat, verkürzten sich die Wartezeit in der oberen Mittelklasse (81,9 Tage, -9,1 %) und der Mittelklasse (82,2 Tage, -8,5 %).

Preise für Pkw geben nach

Untypisch entwickelten sich die Preise – sie sanken trotz scheinbar guter Nachfrage und obwohl „zum Ende der Sommerferien saisontypisch eigentlich ein Anstieg der Gebrauchtwagenpreise zu erwarten war“, berichtet Stefan Schneck, Vertriebschef Deutschland bei Autoscout24. Seine Plattform weist einen Rückgang der Angebotspreise um 1,1 Prozent aus. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sind es sogar 5 Prozent weniger. Mobile.de weist einen Preisrückgang im Jahresvergleich um 2,1 Prozent aus.

Schneck vermutet, dass diverse Anbieter die Fahrzeugpreise unter anderem wegen der schwachen Nachfrage in den Sommermonaten reduziert hätten. Angesichts steigender Nachfrage und eines niedrigeren Preisniveaus könnte sich nun „der gewohnte Trend einstellen und die Gebrauchtwagenpreise saisonbedingt wieder leicht anziehen“.

Blickt man auf die anderen Fahrzeugklassen jenseits der Pkw, zeigt sich ebenfalls weiterhin eine wachsende Zahl an Halterwechseln. Bei den Lkw gingen die Zahlen um 7,6 Prozent nach oben, Zugmaschinen legten um 3,5 Prozent zu, und die Omnibus-Umschreibungen sprangen um 27,8 Prozent nach oben. Lediglich für den Kraftradmarkt weist das KBA einen Rückgang um 4,2 Prozent aus.

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