Ex-Cupra-Chef Die Neuerfindung des Wayne Griffiths – Von der Auto- in die Gin-Branche

Von Andreas Grimm 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Wayne Griffiths ist zurück und wechselt von der einen Leidenschaft zur nächsten: Der Car Guy, Automanager und langjährige Seat-Cupra-Chef hat eine neue Berufung: Er produziert Gin. Aber nicht in England.

Wayne Griffiths, hier ein Archivfoto aus seiner Zeit bei Seat/Cupra, produziert und verkauft jetzt teuren Gin aus Kärtnen.(Bild:  Seat)
Wayne Griffiths, hier ein Archivfoto aus seiner Zeit bei Seat/Cupra, produziert und verkauft jetzt teuren Gin aus Kärtnen.
(Bild: Seat)

Eine oft gestellte Frage der globalen Automobilindustrie ist gelöst: Was tut Wayne Griffiths? Seit seinem unerwarteten Abgang als Vorstandschef von Seat und Cupra in Barcelona waren nur Spekulationen möglich. Heute, am 28. November, hat sich der Brite auf Linkedin aus der Deckung gewagt. Er stellt jetzt Gin her. Ohne ein bisschen Hybris geht es natürlich nicht. Der Hochprozentige heißt wie der Spiritus rector: „Gin Wayne“. Der ist nicht unbedingt very british, aber trocken.

Bereits in den letzten Tagen hatte Griffiths über das Netzwerk Linkedin angekündigt, dass er zurück in die Öffentlichkeit kehrt. Mit einem Zitat von seinem musikalischen Idol David Bowie: „Drehe dich um und stelle dich dem Fremden“ („Changes – turn and face the strange“). „Begrüße das Unkonventionelle, erfinde dich immer wieder neu“, hatte Griffiths angekündigt. Jetzt ist klar: Es wird kein Aufsichtsratsposten, keine Rettungsaktion an der Spitze eines strauchelnden Autobauers, keine Elektro- oder Verbrenner-Zukunft. Es wird Gin.

Der „Gin Wayne“ wird in einer hochwerigen, an die Art-Déco-Zeit erinnernden Flasche geliefert.(Bild:  Ginwayne.at (Screenshot))
Der „Gin Wayne“ wird in einer hochwerigen, an die Art-Déco-Zeit erinnernden Flasche geliefert.
(Bild: Ginwayne.at (Screenshot))

Natürlich, soviel durfte man erwarten, kommt unter dem Namen Gin Wayne nicht irgendein Destillat in den Markt. Die Käufer und Fans des Briten könnten sich auf „wirklich etwas Einzigartiges“ freuen, schreibt Griffiths auf Linkedin. Das Produkt verzichte auf alles, was nicht zu 100 Prozent natürlich ist. Ziel sei „die Quintessenz von natürlichem Alkohol und Pflanzen“ gewesen. Sprich, Gin Wayne kommt ohne künstliche Aromen etc. aus. Die Zutaten seien vielmehr sorgfältig ausgewählt und mit Geduld behandelt.

Letzteres würde erklären, dass der Manager, der bislang gern im Rampenlicht stand, mehr als ein halbes Jahr lang nach seinem Ausscheiden bei Seat abgetaucht war. Denn seine Mitstreiter und er wollten mit dem Gin das Wesen der Natur selbst erforschen: „komplex, harmonisch, vollkommen ausgewogen“. Das Projekt selbst, so steht es auf der Homepage, sei – wie guter Gin – über Jahre gereift aus einer spontanen Idee unter Freunden. Man wollte einen Gin destillieren, der „die pure Natur Kärntens in einer raffinierten und eleganten Form einfängt“.

Produktion in Destillerie in Kärnten

Nun ist Griffiths Manager genug, um zu wissen, dass man in der arbeitsteiligen Welt nicht jeden Schritt selbst gehen muss. Der Gin entsteht tatsächlich in Kärnten, in der Pfau-Brennerei in Klagenfurt. Die ist laut dem Briten eine der letzten verbliebenen handwerklichen Brennereien Österreichs. Dort wird nachhaltig und überlegt gearbeitet, langsam zubereitet und in kleinen Chargen abgefüllt. Es ist – das Gegenteil der automobilen Massenproduktion.

Damit liegt auf der Hand, dass es den Gin Wayne nicht zum Schnäppchenpreis gibt: Die erste Charge des Produkts, 500 aufwendig im Art-Déco-Stil gestaltete Flaschen, kommen als strikt limitierte Auflage und im edlen Karton für 150 Euro in den Verkauf. Luxusware statt Massenprodukt.

Ob damit die Zeit von Wayne Griffiths in der Automobilbranche wirklich zu Ende ist? Man weiß es nicht. Der 59-jährige Brite selbst schreibt, dass der neuen Leidenschaft weitere Ausgaben folgen werden, „denn dies ist das erste Kapitel einer Geschichte, die wachsen und sich verändern wird, Saison für Jahreszeit, genau wie die Natur selbst“.

(ID:50643407)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung