Caravaning-Händlerbefragung Die Stimmung steigt, die Herausforderungen bleiben

Von Julia Mauritz 3 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Der Bestands- und Margendruck ist hoch, gleichwohl steigt die Zuversicht unter den spezialisierten Caravaning-Händlern. Sie rechnen mit einem steigenden Absatz, professionalisieren ihr Gebrauchtwagengeschäft und sind offener für Investitionen.

Die spezialisierten Händler von Freizeitmobilen sehen Licht am Ende des Tunnels.(Bild:  Messe Düsseldorf / ctillmann)
Die spezialisierten Händler von Freizeitmobilen sehen Licht am Ende des Tunnels.
(Bild: Messe Düsseldorf / ctillmann)

Die spezialisierten Reisemobil- und Wohnwagen-Händler blicken auf ein herausforderndes Jahr zurück: Die Branche kämpft weiter mit einem hohen Margendruck, rückläufigen Neuzulassungen und zu hohen Beständen. Zwei von drei Betrieben mussten mindestens ein Reisemobil zum Einkaufspreis oder darunter verkaufen, um ihren Bestand zu bereinigen, bei Wohnwagen war das sogar bei jedem zweiten Händler der Fall.

Doch jetzt zeichnen sich deutliche Erholungstendenzen ab. Die Stimmung im spezialisierten Handel hat sich spürbar verbessert, das Gebrauchtwagengeschäft entwickelt sich zu einer strategischen Vertriebssäule und die Investitionsbereitschaft steigt. Das bringt die jüngste Online-Umfrage unter 100 spezialisierten Caravaning-Händlern an den Tag, die die GSR-Unternehmensberatung und die Marktforscher von Miios im November durchgeführt haben. Die regelmäßigen Händlerbefragungen dienen als Grundlage für den Caravaning-Branchenindex. Und der zeigt für den Herbst 2025 einen deutlich gestiegenen Stimmungswert von 95 Punkten – der höchste Wert seit Mai 2022, und ein deutliches Plus im Vergleich zu den 91 Punkten der Frühjahr-Befragung 2025.

Bezüglich der Vertriebsaussichten zeichnet die November-Befragung ein deutlich positiveres Bild: Lediglich vier Prozent der befragten Händler rechnen im Reisemobilsegment mit einem Rückgang. Bei der letzten Befragung im Mai 2025 waren es noch zehn Prozent. Im Wohnwagensegment erwarten nur noch 14 Prozent eine negative Tendenz – ein Rückgang von drei Prozentpunkten im Vergleich zum Mai-Wert.

Ähnlich positiv bewerten die Händler die künftige Entwicklung der Verkaufspreise: Nur acht Prozent der Befragten rechnen mit einem Rückgang der Verkaufspreise im Reisemobilsegment – im Mai 2025 waren es noch 14 Prozent. Im Wohnwagensegment ist der Anteil der Händler, die die Preisentwicklung negativ einschätzen, von 11 Prozent auf drei Prozent zurückgegangen.

Ein Indiz, dass es bei Freizeitmobilen wieder bergauf geht, ist auch die höhere Investitionsbereitschaft der Händler: Bei der jüngsten Erhebung signalisierten diese 69 Prozent der Befragten – eine Zunahme von vier Prozentpunkten gegenüber dem Frühjahr 2025. Der Großteil der Investitionen ist für die Qualifizierung des bestehenden Personals im Service (29 Prozent) und Vertrieb (22 Prozent) geplant. 27 Prozent möchten weiter in die Digitalisierung ihrer Betriebe investieren.

Aktiver Zukauf von gebrauchten Freizeitmobilen

„Das Caravaning-Geschäft kehrt zurück. Wer den Aufschwung mitnehmen will, muss sich kontinuierlich mit den Details des Marktes und seinen zentralen Betriebskennzahlen beschäftigen“, sagt Miios-Geschäftsführer Niklas Haupt. Dazu zählt auch, alle Chancen zu ergreifen, die sich bieten. Ein Beispiel ist der Handel mit gebrauchten Freizeitmobilen. Die Händlerbefragung zeigt, dass die Caravaning-Händler den Verkauf von gebrauchten Reisemobilen und Wohnwagen zunehmend als strategische Vertriebssäule werten: Sie kaufen verstärkt aktiv über Plattformen zu. Im Mai 2025 hatten 38 Prozent der befragten Händler angegeben, Gebrauchtfahrzeuge zugekauft zu haben. Im November 2025 waren es bereits 45 Prozent.

Die Stundenverrechnungssätze steigen weiter an

Das Servicegeschäft bleibt der Befragung zufolge herausfordernd: Der Anteil der voll ausgelasteten Werkstätten ist weiterhin rückläufig. Er sank von 71 Prozent im November 2024 auf 61 Prozent in der diesjährigen November-Erhebung. Über alle Unternehmen hinweg liegt die Werkstattauslastung aktuell unverändert bei 94 Prozent. Gleichzeitig steigen die Stundenverrechnungssätze stark an: Sie liegen gegenwärtig zwischen 115 Euro für Standardarbeiten und 162 Euro für Karosserie- und Lackarbeiten. Sabine Weber, Caravaning-Spezialistin der GSR-Unternehmensberatung, hält das für eine gefährliche Entwicklung: „Aus unseren diversen Marktbeobachtungen wissen wir, dass die Preissensibilität der Caravanisten deutlich zunimmt. Es ist davon auszugehen, dass die steigenden Stundenverrechnungssätze zu einer weiteren Herausforderung werden“, warnt sie.

(ID:50647060)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung