Diesel-Fahrverbote: Was nun passiert – und was nicht

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Wie groß ist das Stickoxid-Problem überhaupt?

Die Stickoxidemission in Deutschland geht seit Jahrzehnten kontinuierlich zurück. Von 1990 bis 2015 sank sie um 59 Prozent (Quelle: Umweltbundesamt UBA). Selbst in Stuttgart, das immer wieder als Beispiel für hohe Schadstoffbelastung herhalten muss, stellt sich die Stickoxid-Situation mit jedem Jahr weniger kritisch dar: So wurde vergangenes Jahr erstmals der Stundengrenzwert an der Messstelle „Am Neckartor" eingehalten: Es wurden lediglich drei NO2-Überschreitungsstunden gemessen. Im Jahr 2016 gab es noch 35, 2015 sogar 61 Überschreitungsstunden. Der Grenzwert liegt bei 18 Stunden pro Jahr bei einem Grenzwert von 200 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft.

Verbesserungen gibt es auch beim kritischen NO2-Jahresmittelwert: Dieser betrug am Neckartor 73 Mikrogramm und liegt damit deutlich unter dem Wert aus 2016 von 82 Mikrogramm beziehungsweise 2015 mit 87 Mikrogramm. Das reicht allerdings noch nicht, denn EU-weit erlaubt ist ein Jahresmittelwert von 40 Mikrogramm. Die Messstelle Am Neckartor ist die Hauptausfahrtstraße Richtung Stuttgart-Bad Cannstatt und Esslingen mit einem Verkehrsaufkommen von rund 80.000 Kraftfahrzeugen pro Tag.

Deutschlandweit wird der Grenzwert bereits eingehalten

Die Luftqualitätssituation in Stuttgart weist einen deutlichen Trend zu abnehmenden Schadstoffbelastungen von Feinstaub und NO2 auf, heißt es im Luftreinhalteplan. Die verbleibenden Grenzwertüberschreitungen von NO2 treten an Straßenabschnitten mit hohem Verkehrsaufkommen auf. Die Messdaten an der Messstation Stuttgart-Bad Cannstatt belegen, dass die Immissionsgrenzwerte im städtischen Hintergrund eingehalten werden.

Deutschlandweit wurden die Jahresgrenzwerte noch an rund 46 Prozent aller verkehrsnahen Messpunkte überschritten (2016: 60 Prozent). Insgesamt aber lag der Durchschnittswert hier aber 2017 erstmals unter dem EU-Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter.

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