Dinnebier kauft Opel-Hetzer
Die Betriebskennzahlen sind gut, das betonen alle Beteiligten. Dennoch will Heidi Hetzer aufhören, um ihrem Autohaus zu einem guten Zeitpunkt eine optimale Perspektive zu verschaffen.
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Ein Berliner Traditionsbetrieb wechselt den Besitzer: Kurz vor dem 80-jährigen Vertragsjubiläum übernimmt das Autohaus Dinnebier Opel-Hetzer. „Der Schritt ist mir nicht leicht gefallen, aber ich sehe in der Übernahme durch die Firma Dinnebier die bestmögliche Weiterführung des traditionellen Familienbetriebs in meinem Sinne“, sagte die 75-jährige Unternehmerin am Dienstag im Rahmen einer Pressekonferenz. Ab 1. August werden die beiden Standorte in Charlottenburg und Steglitz in die Autohaus Dinnebier GmbH integriert. Alle 95 Hetzer-Mitarbeiter sollen übernommen werden.
Heidi Hetzer zieht sich nach 43 Jahren an der Spitze des Familienunternehmens aus dem operativen Geschäft zurück. Auch wenn der Hetzer-Schriftzug künftig nicht mehr über der Autobahn A 100 steht, will sie – vor allem in der Übergangszeit – für Kunden und Mitarbeiter weiterhin von Zeit zu Zeit präsent sein. Ihr Sohn Dylan Mackay, der jetzt bei Hetzer noch als Geschäftsführer den Verkaufsbereich verantwortet, will sich komplett aus der Autobranche zurückziehen und im Bereich der erneuerbaren Energien eine neue Herausforderung annehmen.
Leuchtturm für die Marke
Im Gespräch mit »kfz-betrieb ONLINE« kündigte Uwe Dinnebier an, den Charlottenburger Betrieb „in einmaliger Lage“ zu einem „Leuchtturm“ für die Marke machen zu wollen. Gespräche mit den lokalen Behörden über den Umfang der angedachten Umbauten seien bereits angesetzt. Auch operativ will der Chef der Autohandelsgruppe neue Schwerpunkte setzen: „Wir werden die neuen Betriebe in unser Großkundengeschäft einbinden“, so Dinnebier.
Auch Dinnebier legt Wert auf die Feststellung, dass die Hetzer-Übernahme kein Notverkauf ist. „Die Geschäftszahlen des Unternehmens sind gut und wir übernehmen zudem eine sehr gute Mannschaft“. 2008 hatte Heidi Hetzer zwischenzeitlich kurz vor der Pleite gestanden, musste Mitarbeitern kündigen und einen Standort zumachen. Jetzt ist sie in der Lage, einer starken Gruppe einen gesundeten Betrieb übergeben zu können, der zuletzt rund 20 Millionen Euro Umsatz erlöste.
Uwe Dinnebier will die beiden Standorte auch weiterhin als exklusive Opel-Händler führen. Das ist sicherlich mit ein Grund dafür, dass auch der Hersteller am Dienstag mit einem Vizepräsidenten auf der Hetzer-Pressekonferenz Flagge zeigte. „Opel ist mit der jetzt vollzogenen Übernahme hoch zufrieden“, sagte Opel-Chef-Lobbyist Volker Hoff. „Wir bedanken uns bei Heidi Hetzer für viele Jahre loyaler Partnerschaft und sehen in Dinnebier einen starken Partner, der im Rahmen seiner Zielstrebigkeit die Bedeutung der Marke Opel in Berlin weiter ausbauen wird.“
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