Alternative Transportkonzepte Lastenrad XXL

Von Steffen Dominsky 6 min Lesedauer

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Moderne Pedelec-Konzepte transportieren Güter in Größe und Masse, dass man staunt. Die Technik, die dabei zum Einsatz kommt, steht der von Automobilen kaum noch nach. Doch wer wartet und repariert solche Vehikel, schleppt sie ab? Ein neuer Markt fürs Kfz-Gewerbe?

Fahrrad war gestern: Was heute an Technik in schweren Lastenrädern zum Einsatz kommt, steht aktueller Fahrzeugtechnik kaum noch nach.(Bild:  Dominsky – VCG)
Fahrrad war gestern: Was heute an Technik in schweren Lastenrädern zum Einsatz kommt, steht aktueller Fahrzeugtechnik kaum noch nach.
(Bild: Dominsky – VCG)

Im Prinzip ist es wie im Tierreich: Zwar sind sie eng verwandt, dennoch unterscheiden sie sich zum Teil gravierend – Pferd und Esel. Ähnlich die Situation in einer sich rasant entwickelnden, noch sehr jungen Fahrzeugsparte: die der Lastenräder. Auch sie gehören zur Spezies der Fahrräder, unterscheiden sich jedoch deutlich von ihren Verwandten. Am häufigsten sind sie in der Gattung Pedelec anzutreffen. Verständlich, denn wo Menschen heutzutage schon beim normalen Fahrrad nicht mehr bereit sind, der Karotte ohne elektrische Unterstützung zu folgen – wer will (oder kann) das schon, wenn es zusätzliche Lasten zu transportieren gilt? Schließlich gibt es mittlerweile Drahtesel, mit denen kann man nicht nur den eigenen Nachwuchs plus Zubehör, sondern Hunderte Kilos von A nach B bewegen.

Und um genau diese Gruppe geht es im Folgenden. Wir nennen sie „schwere Lastenräder“. Das tun auch andere. Wiederum andere bezeichnen diese Fahrzeuge neudeutsch als „Cargobikes“. Institutionen wie der Zweirad Industrie Verband (ZIV) sprechen von „Commercial Cargo Bikes“, um klarzumachen, dass es um „gewerbliche Kastenwägen“ geht, und nicht um Familien-Vans. Der Fahrradhändlerverband „Verbund Service und Fahrrad“ (VSF) hingegen spricht mit Blick auf die große (gewerblich) Klasse von „Radlogistik“ – wie auch immer. Diese Vehikel haben mittlerweile eine Größe und Transportkapazität erreicht – und damit einen Technikstand –, der staunen lässt. Wer diese Fahrzeuge betrachtet, ob live oder auf den Bildern hier, der muss gestehen, dass das nicht viel anders als bei einem Pkw bzw. Trapo aussieht, nur eben etwas filigraner. Doppel-Querlenker- und Banjo-Achsen, Dämpfer-Federbeine, Achsgelenke, hydraulische Scheibenbremsen, Stabilisatoren – und vom „fetten“ Elektromotor und einer elektronischen Systemarchitektur ganz zu schweigen.