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Dudenhöffer: „SUV-Monster“ gefährden Image der Autohersteller

| Autor / Redakteur: dpa/cs / Christoph Seyerlein

Nach Ansicht von Ferdinand Dudenhöffer, Chef des Duisburger CAR-Instituts, sollten Autohersteller in Deutschland auf Riesen-SUVs verzichten, um „mehr Glaubwürdigkeit in der Klimadebatte zu erzielen.“ Alternativ bringt er einen Diesel-Verzicht bei solchen Modellen ins Gespräch.

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Große SUVs – hier der BMW X7 – sind für Hersteller aus finanzieller Sicht lukrative Modelle.
Große SUVs – hier der BMW X7 – sind für Hersteller aus finanzieller Sicht lukrative Modelle.
(Bild: BMW)

Automobilhersteller sollten nach Meinung von Ferdinand Dudenhöffer auf dem deutschen Markt auf besonders große Geländewagen verzichten. Das Segment der „SUV-Monster“ sei in den vergangenen Jahren zwar gewachsen, gefährde aber zunehmend das Marken-Image, schreibt der Direktor des CAR-Instituts an der Universität Duisburg-Essen in einer Analyse.

„In Deutschland könnte es Sinn machen, diese Modelle nicht anzubieten. Es wäre eine Möglichkeit, um mehr Glaubwürdigkeit in der Klimadebatte zu erzielen“, so Dudenhöffer. Die kleineren SUV-Modelle verbrauchten hingegen kaum mehr als andere Autos.

Dudenhöffer regte alternativ bei den ganz großen Wagen einen Verzicht auf Dieselvarianten an, die in den USA ohnehin kaum Abnehmer fänden, hierzulande aber häufig geordert würden. Ein Verzicht auf Dieselmotoren würde einerseits Entwicklungskosten sparen und andererseits die soziale Akzeptanz der Premiumhersteller steigern, erklärte der Experte.

Nach Auswertung der Zulassungsstatistiken waren SUVs und Geländewagen im ersten Halbjahr mit einem gemeinsamen Marktanteil von 31,4 Prozent das dominierende Segment auf dem deutschen Automarkt. Nur kleine, aber wachsende Anteile rechnet das Institut der Monster-Kategorie zu: So waren 3,9 Prozent der SUVs länger als 4,90 Meter, darunter die gängigen Audi Q7/Q8, BMW X5/X7, Porsche Cayenne und Mercedes-Benz GLE Coupé/GLS. Breiter als 1,99 Meter waren 16 Modelle mit einem Segmentanteil von 2 Prozent. Nach Auffassung Dudenhöffers ist das eine Nische, für die man nicht die Marke gefährden solle.

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Kritik kam zuletzt auch aus der Politik

Auch in der Politik waren SUVs zuletzt immer mal wieder ein Thema. So hatte beispielsweise die verkehrspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion Kirsten Lühmann vor wenigen Wochen gefordert, dass die Autoindustrie angehalten werden sollte, „gezielt emissionsarme Pkw anzupreisen.“

Noch deutlicher wurde Ingrid Remmers, Verkehrspolitikerin der Linken. Sie kritisierte, dass es mittlerweile offenbar hauptsächlich „völlig übermotorisierte Panzermodelle“ für die Hersteller richten sollen, die den Klimaschutz „ad absurdum“ führen würden.

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