Kfz-Innung Region Stuttgart E-Autos wegen des hohen Preisverfalls besser nur leasen

Von Nick Luhmann

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Den Zuwachs an E-Fahrzeugen, befeuert durch die hohe E-Prämie, sieht die Kfz-Innung Region Stuttgart kritisch. Denn die hohen Prämien für geleaste Stromer könnten sich negativ auf den Gebrauchtwagenmarkt für E-Autos auswirken. Für Kunden sei es günstiger, einen Neuwagen zu leasen, anstatt ein gebrauchtes E-Auto zu kaufen.

Mit steigendem Bestand an E-Fahrzeugen baut sich auch ein Markt für gebrauchte Stromer auf. Wegen der Prämie könnte es für Kunden aber günstiger sein, ein E-Auto zu leasen. (Bild:  gemeinfrei /  Pixabay)
Mit steigendem Bestand an E-Fahrzeugen baut sich auch ein Markt für gebrauchte Stromer auf. Wegen der Prämie könnte es für Kunden aber günstiger sein, ein E-Auto zu leasen.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Grundsätzlich rechnet die Kfz-Innung Region Stuttgart damit, dass sich der Boom bei Elektroautos und Plug-in-Hybriden fortsetzen wird: „Da der Markt von der Umweltprämie getrieben wird, ist die Voraussage nicht schwer, dass die 20.000 neu zugelassenen E-Autos und knapp 23.000 Plug-in-Hybride in diesem Jahr noch getoppt werden“, sagt Obermeister Torsten Treiber.

Gleichzeitig rät die Innung allen E-Auto-Interessenten, zu prüfen, ob sie das Auto nicht lieber leasen wollen, anstatt es zu kaufen. Die Begründung: „Dass der Preisverfall bei gebrauchten E-Autos zurzeit Schlagzeilen macht, hat seine guten Grund“, sagt Innungsgeschäftsführer Christian Reher. Wer auf Nummer sicher gehen wolle, solle deshalb das E-Auto für mindestens 24 Monate leasen, so Reher.

Obermeister Torsten Treiber hofft, dass die Händler bei der Preisgestaltung von gebrauchten E-Autos von den Herstellern nicht im Stich gelassen werden.(Bild:  Kfz-Innung Region Stuttgart)
Obermeister Torsten Treiber hofft, dass die Händler bei der Preisgestaltung von gebrauchten E-Autos von den Herstellern nicht im Stich gelassen werden.
(Bild: Kfz-Innung Region Stuttgart)

Das lasse sich aus den Förderrichtlinien des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) ableiten: Bei dem Listenpreis eines E-Autos von bis zu 40.000 Euro ist eine Leasingzeit von mindestens 24 Monaten Voraussetzung, um die volle „Innovationsprämie“ von 6.000 Euro zu erhalten plus die Herstellerprämie. Bei einem Listenpreis zwischen 40.000 und 65.000 Euro gibt es 5.000 Euro. Bei den Plug-in-Hybriden sind es je nach Preisklasse 4.500 oder 3.750 Euro.

Die Prämie wirke, wie die Zahlen zeigten: Vor drei Jahren lag der Bestand an E-Autos in der Region Stuttgart bei rund 8.700, der Bestand an Plug-in-Hybriden bei knapp 7.000. Im Jahr darauf hatte sich der Bestand verdoppelt beziehungsweise verdreifacht auf knapp 18.000 Batterieautos (BEV) und rund 21.000 Plug-in-Hybride.

„Für die E-Generation 2019/2020 schlägt jetzt so langsam die Stunde der Wahrheit“, sagt Treiber. „Wer sich in dieser Zeit fürs Leasing entschieden hat, kann sein Fahrzeug zurückgeben. Damit baut sich jetzt erstmals ein größerer Gebrauchtwagenmarkt auf.“

Die Frage sei allerdings, „wie sich die Nachfrage entwickelt“, so Reher. „Bei monatlichen Leasingraten, die unter 100 Euro beginnen, hat ein Gebrauchtwagenangebot seine Schwierigkeiten, mitzuhalten. Und die technische Entwicklung macht auch Riesenschritte.“

Dass der Bund 24 Monate als Mindestleasingzeit für die volle Prämie festgelegt hat, befeuere den Absatz neuer E-Autos zusätzlich: „Alle zwei Jahre ein neues E-Auto ganz ohne Restwertrisiko hat schon was“, so Reher.

Für die Händler komme es nun darauf an, „dass die Hersteller sie nicht in der Restwertfalle stecken lassen“, ergänzt Obermeister Torsten Treiber: „Aber dem Kunden kann das egal sein. Solange die Prämie in der jetzigen Form vom Bund bezahlt wird, hat er ein kostengünstiges Auto mit dem jeweils besten technischen Stand, was Batterie, Reichweite, Elektronik und die übrige Fahrzeugtechnik angeht.“

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