Zusatzzeichen für Kfz-Betriebe „E-Car-Service“ als Chance für Autohäuser und Kfz-Werkstätten

Von Nick Luhmann

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Wenn Kfz-Betriebe auch Elektromobilität können, dann sollten sie das mit dem „E-Car-Service“-Zusatzzeichen auch ihren Kunden zeigen. Das erste blaue Schild im Saarland ging nun an die Bliesgau-Garage, wo Branchenexperten über die Mobilität der Zukunft diskutierten.

Das erste Zusatzzeichen „eCar-Service“ erhielt die Bliesgau-Garage: (v. l.) ZDK-Geschäftsführer Werner Steber überreichte es an Martin Bitsch, Geschäftsführer der Bliesgau-Garage, und an Verkaufsleiterin Jutta Bitsch im Beisein von Jeffrey Kilian, Vorsitzender der ZDK-Bundesfachgruppe Freie Werkstätten, und Niklas Burmester, Geschäftsführer des saarländischen Kfz-Gewerbes.
Das erste Zusatzzeichen „eCar-Service“ erhielt die Bliesgau-Garage: (v. l.) ZDK-Geschäftsführer Werner Steber überreichte es an Martin Bitsch, Geschäftsführer der Bliesgau-Garage, und an Verkaufsleiterin Jutta Bitsch im Beisein von Jeffrey Kilian, Vorsitzender der ZDK-Bundesfachgruppe Freie Werkstätten, und Niklas Burmester, Geschäftsführer des saarländischen Kfz-Gewerbes.
(Bild: Zietz – »kfz-betrieb«)

Im Rahmen einer Podiumsdiskussion zur Elektromobilität erhielt die Bliesgau-Garage als erstes saarländisches Kfz-Unternehmen das Zusatzzeichen „E-Car-Service“. Damit stellt sich der Betrieb zukünftig breiter auf und bietet seinen Werkstattservice für Elektrofahrzeuge markenübergreifend an.

Martin Bitsch, Geschäftsführer der Bliesgau-Garage: „Unsere Mitarbeiter sind in Sachen E-Auto schon länger bestens qualifiziert. Nun legt die Elektromobilität durch die Umweltprämie deutlich an Fahrt zu. Deshalb wollen wir unsere Kompetenz bei dieser Antriebsart stärker nach außen zeigen.“

Um die Bedeutung des Themas für das Kfz-Gewerbe sichtbar zu machen, veranstaltete Bitsch eine Podiumsdiskussion in seinem Unternehmen. Vor welchen Herausforderungen die Elektromobilität steht und was das für Kfz-Betriebe bedeutet, diskutierten Branchenexperten aus dem Kfz- und Elektrogewerbe.

Kunden verlangen neue Angebote in Sachen individuelle Mobilität, wie etwa das Autoabo, E-Bikes und eben auch den „E-Car-Service“ für ihr Elektroauto. Kfz-Betriebe werden deshalb immer stärker zum Mobilitätsdienstleister und haben so auch die Chance, sich im Markt zu positionieren. Die Kunden werden zukünftig entscheiden, welche Produkte sie nutzen wollen, so die Meinung der Gesprächsteilnehmer.

Das Kfz-Gewerbe sei auf die Wartung und Reparatur von Elektrofahrzeugen gut vorbereitet und qualifiziere seine Beschäftigten bereits seit 2010 in der Hochvolttechnik. Seit 2013 gehöre sie zum Ausbildungsumfang beim Beruf des Kfz-Mechatronikers. „Unser Aufgabe ist es, die Fahrzeuge zu verkaufen, die uns die Automobilhersteller zur Verfügung stellen, und die Fahrzeuge zu warten und zu reparieren, die auf den Straßen unterwegs sind, und dazu gehören immer mehr Elektrofahrzeuge“, betonte Niklas Burmester, Geschäftsführer des saarländischen Kfz-Verbands.

E-Autos werden die individuelle Mobilität mitbestimmen

Dabei sei die Erweiterung des Werkstattangebots durch „E-Car-Service“ eine Chance für viele Betriebe, Fahrzeuge verschiedener Marken zu betreuen und somit den eigenen Kundenstamm zu vergrößern. „‚E-Car-Service‘ ist eine sinnvolle Ergänzung für freie Werkstätten, aber vor allem auch für markengebundene Betriebe, zumal viele von ihnen unter Druck stehen, weil verschiedene Hersteller Agentursysteme einführen. Neue Geschäftsmodelle im Bereich Elektromobilität wie ‚E-Car-Service‘ werden immer stärker gefragt sein, um sich vom Wettbewerb abzusetzen“, sagte Jeffrey Kilian, Vorsitzender der ZDK-Bundesfachgruppe Freie Werkstätten.

Einig waren sich alle Diskutanten, dass batteriebetriebene Fahrzeuge in Zukunft einen großen Teil der individuellen Mobilität ausmachen werden. Debattiert wurde jedoch die Frage, ob genügend Energie für Millionen Elektrofahrzeuge bereitgestellt werden kann und wie diese Fahrzeuge geladen werden.

Hier sieht Udo Schmidt, Landesinnungsmeister des Elektrohandwerks im Saarland, Eigenheimbesitzer zwar aktuell noch im Vorteil. Er glaubt aber, dass der Strom aus erneuerbaren Energien und die entsprechende Ladeinfrastruktur mit großen öffentlichen Ladeparks entlang der Fernstraßen deutlich zunehmen werden. Armin Gehl von Autoregion sieht dagegen das E-Auto eher als Mittel für die urbane Mobilität, das auf der Langstrecke keinen Sinn ergebe.

Mit E-Fuels sind noch mehr CO2-Einsparungen möglich

Abschließend blieb die Frage, wie die geplante CO2-Einsparung am schnellsten umgesetzt werden kann, vor allem auch im Fahrzeugbestand. „Hier bieten E-Fuels eine große Chance. Ihre Herstellung ist zwar energieaufwendig, aber sie können in Ländern mit viel Sonnenenergie produziert werden und sind dann ein transportfähiger Energiespeicher, der jederzeit und überall genutzt werden kann“, sagte Werner Steber, Geschäftsführer der Abteilung Werkstätten und Technik im Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK).

Kfz- und Karosseriebaubetriebe können sich für „E-Car-Service“ qualifizieren, wenn sie unter anderem über mindestens eine fachkundige Person (FHV nach DGUV-Information 209-093) und die notwendige Werkstattausrüstung verfügen. Außerdem muss es im Betrieb einen Ladepunkt mit einer Ladeleistung von mindestens 11 kW sowie eine geeignete Abstellfläche für beschädigte Hochvolt-Fahrzeuge geben. Betriebe, die alle Anforderungen erfüllen, können im kfz-meister-shop.de das Zusatzzeichen bestellen sowie sich im E-Car-Service-Online-Werkstättenverzeichnis registrieren, damit sie von Werkstatt-Kunden gefunden werden.

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