E-Fuels: Audi startet Motorentests mit E-Benzin

Charge von 60 Litern hergestellt

| Autor: Yvonne Simon

E-Fuels können sowohl gasförmig als auch flüssig sein. Sie gelten als Hoffnungsträger für den Verbrennungsmotor.
E-Fuels können sowohl gasförmig als auch flüssig sein. Sie gelten als Hoffnungsträger für den Verbrennungsmotor. (Bild: AUDI AG)

Audi hat erstmals eine für Motorentests ausreichende Menge des synthetischen Kraftstoffs E-Benzin hergestellt. Das teilte der Hersteller vergangene Woche mit. Gemeinsam mit den Entwicklungspartnern, dem Biotechnologieunternehmen Global Bioenergies und dem Fraunhofer-Zentrum für Chemisch-Biotechnologische Prozesse, haben die Ingolstädter eine Charge von 60 Litern produziert. Im Testmotor untersucht Audi den Treibstoff jetzt auf sein Verbrennungs- und Emissionsverhalten.

Bei Audi-E-Benzin handelt es sich um flüssiges Isooktan (C8H18), das in einem zweistufigen Verfahren entsteht: Zunächst wird in einer Demonstrationsanlage aus Biomasse gasförmiges Isobuten (C4H8) entwickelt, das dann mithilfe von zusätzlichem Wasserstoff in Isooktan umgewandelt wird. Weil das Produkt schwefel- und benzolfrei ist, soll es besonders schadstoffarm verbrennen.

Durch seine gute Klopffestigkeit bietet das synthetische Benzin laut Audi zudem die Möglichkeit, Motoren höher zu verdichten und damit die Effizienz zu steigern. Mittelfristig wollen die Projektpartner den Herstellungsprozess so modifizieren, dass keine Biomasse mehr benötigt wird. Regenerativ hergestellter Wasserstoff und CO2 sollen dann die einzigen Ausgangsstoffe sein.

Hoffnung auf CO2-neutrale Mobilität

Neben E-Benzin forscht Audi auf dem Gebiet alternative Kraftstoffe an synthetisch hergestelltem Diesel, dem E-Diesel. Zwischen 2014 und 2016 hat der Audi-Kooperationspartner Sunfire eine Pilotanlage zur Produktion des Treibstoffs in Dresden betrieben. Aktuell plant der Hersteller gemeinsam mit dem Technologie-Startup Ineratech und der Energiedienst Holding eine neue Pilotanlage für E-Diesel in Laufenburg im Schweizer Kanton Aargau. Dort sollen jährlich 400.000 Liter des Kraftstoffs entstehen. Die dafür notwendige Energie aus erneuerbaren Quellen wird dabei erstmals aus Wasserkraft kommen. Bereits auf dem Markt ist Audi seit 2013 mit E-Gas, synthetischem Methan, das unter anderem aus der eigenen Power-to-Gas-Anlage in Werlte im Emsland stammt.

E-Fuels gelten als Hoffnungsträger im Bereich CO2-neutrale Mobilität. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) sieht durch die synthetischen, aus regenerativen Energien gewonnenen Kraftstoffe eine langfristige Perspektive für den klassischen Verbrennungsmotor. Neben Audi haben in der jüngsten Zeit die Zulieferer Bosch und Continental über Testproduktionen berichtet. Letztere sprechen von einer „Brückentechnologie auf dem Weg zur reinen Elektromobilität“

Einer der großen Vorteile der alternativen Treibstoffe: E-Fuels können in aktuellen und alten Fahrzeugen eingesetzt und über das bestehende Tankstellennetz vertrieben werden. An den Autos wird kein Umbau nötig. Zu den Haken gehören die bislang hohen Produktionskosten und die Ineffizienz der Antriebsart. Bei der Herstellung synthetischer Kraftstoffe aus Strom geht ein Großteil der Energie verloren.

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