Meyers Manx 2.0 Electric Ein VW-Buggy – nicht von VW

Quelle: Steffen Dominsky

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Mit dem 2019 vorgestellten ID-Buggy-Konzept keimte Hoffnung auf ein elektrisches Spaßmobil auf. Doch bereits 2020 hat VW das Projekt verworfen. Einen E-Buggy wird es nun dennoch geben.

Meyers Manx wird mit dem „Manx 2.0 Electric“ bereits im kommenden Jahr einen E-Buggy auf den Markt bringen.(Bild:  Meyers Manx)
Meyers Manx wird mit dem „Manx 2.0 Electric“ bereits im kommenden Jahr einen E-Buggy auf den Markt bringen.
(Bild: Meyers Manx)

Der für Buggy-Umbauten auf Basis des VW Käfer bekannte US-Hersteller Meyers Manx will ab dem kommenden Jahr mit dem „2.0 Electric“ einen rein elektrisch angetriebenen Beach-Buggy auf den Markt bringen. 2023 soll eine Kleinserie von 50 Exemplaren entstehen. Im darauffolgenden Jahr wollen die Amerikaner den Oben-ohne-Stromer in Serie produzieren.

Anders als bei den klassischen Buggys von Meyers Manx wird bei diesem Modell keine VW-Technik zum Einsatz kommen – mit einer Ausnahme. So kommt an der Vorderachse der Neuauflage VWs bekannter Kurbellenker-Konstruktion zum Einsatz, die bereits beim Ur-Käfer 1938 ihre Prämiere feierte. Optisch indes sind die Ähnlichkeiten zum historischen Vorbild hingegen deutlich. Prägend sind auch hier freistehende Räder, große Überrollbügel oder die auf der Frontverkleidung aufgesetzten Rundscheinwerfer.

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Einmaliges Design-Ereignis

Für das Design des Manx 2.0 zeichnet sich Freeman Thomas verantwortlich. Aus dessen Feder stammt unter anderem auch der Audi TT, der Chrysler Pacifica und (in Kooperation mit Ralph Gilles) der 300C. Und Thomas ist auch der, der dem Volkswagen New Beetle sein Aussehen gegeben hat. Das macht ihn möglicherweise zum einzigen Designer, der eine modernisierte Version eines Kit-Cars und des Autos entworfen hat, auf dem das Kit Car ursprünglich basierte, zumindest auf dessen Fahrgestell und Antrieb.

Das Urgestein

Bruce Meyers war Vollblut-Surfer, Boardproduzent und Bootsbauer und hatte Idee: Er wollte die langweiligen VW-Käfer zu coolen Spaßfahrzeugen für jedermann umbauen – in den wilden späten Sechzigern eine Alternative zu mächtigen US-Limousinen und dem Surfmobil VW T1 bieten. Dazu nahm er die Bodengruppe eines VW-Käfers, kürzte sie um 40 Zentimeter und setzte eine GfK-Kunststoffkarosserie darauf – fertig war der Meyers Max.

Die Idee des Strand- und Dünenbuggy verbreitete sind in Windes eile und es dauerte nicht lange, bis ihre Besitzer die müden Käfer-Serienmotoren im Hubraum erweiterten und ihnen dicke Doppelvergaser verpassten. Einige tauschten sogar die Vierzylinder-Boxer gegen Porsche-Motoren aus dem 911 oder Chevrolet Corvair mit sechs Zylindern aus.

Bruce Meyers selbst produzierte im Laufe der Jahre im kalifornischen Fountain Valley/Orange County mehr als 5.000 Strandbuggys. Obwohl er das Design auf dem Käfer-Chassis patentiert hatte, konnte er Kopien nicht einmal vor Gericht verhindern. Überall auf der Welt ploppten farbenfrohe Strandbuggy-Nachbauten auf. In Deutschland wurde sogar die Zeitschrift „Gute Fahrt“ zum Erfinder des dann von Karmann produzierten und vermarkteten „Karmann GF14“-Buggy. Insgesamt sollen in Asien, Südamerika, Europa und den USA zwischen 200.000 und 250.000 Buggys entstanden sein. Und entstehen weiterhin: Denn nicht nur in den USA, auch hierzulande gibt es den berühmten Wagen als Komplettfahrzeug bzw. als typischen Bausatz zu kaufen. Mehr unter www.manxter.de

Doch auch wenn der Neue Meyers Manx die Vorderachse des Urmodells geerbt hat, so ist der Rest des Fahrwerks bzw. des Fahrzeugs eine Neukonstruktion. Die Basis bildet dabei ein Monocoque aus Aluminium. Die Karosserie besteht, anders als bei Original, nicht aus Glasfaser-Kunststoff, soll allerdings ebenfalls kunststoffbasiert sein. Angedacht ist, sie aus einem thermisch umform- und durchfärbbaren „Plastik“ zu fertigen. Bei den ersten Prototypen besteht sie noch aus Carbon.

Noch keine Preise

Innen bietet der E-Buggy zwei Sitze sowie ein spartanisches Cockpit mit einem Rundtacho in der Armaturenbrettmitte. Wie es sich für einen Buggy gehört, verzichtet die Karosserie auf Türen und ist nach oben offen. Als Regen- beziehungsweise Sonnenschutz gibt es ein Hardtop. Allerdings bleibt selbst mit diesem der Innenraum zu den Flanken hin offen.

Die Antriebstechnik ist trotz Retro-Optik zeitgemäß. An der Hinterachse kommen zwei E-Motoren mit insgesamt 150 kW/204 PS und 325 Newtonmeter Drehmoment zum Einsatz, mit denen der Sprint aus dem Stand auf 100 km/h in 4,5 Sekunden gelingen soll. Zur Wahl sollen zwei Akkuoptionen mit 20 oder 40 kWh für 240 beziehungsweise 480 Kilometer Reichweite stehen. Preise für den E-Buggy werden noch keine genannt.

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