Subaru Eine Automarke vom anderen Stern?

Von Steffen Dominsky 4 min Lesedauer

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Vor 70 Jahren taten sich in Japan fünf Industrieunternehmen unter einem gemeinsamen Dach zusammen. Einst unter Fuji Heavy Industrie und heute unter Subaru Corporation firmierend, macht das Unternehmen vor allem eines: Es ist der weltgrößte Hersteller allradgetriebener Pkw.

Das Vorbild: Das ursprüngliche Subaru-Logo zeigt sechs Sterne des Sternbilds Stier in einer Anordnung, die den Plejaden ähnelt.(Bild:  ERDING)
Das Vorbild: Das ursprüngliche Subaru-Logo zeigt sechs Sterne des Sternbilds Stier in einer Anordnung, die den Plejaden ähnelt.
(Bild: ERDING)

Am 15. Juli 1953 taten sich im fernen Japan fünf Technologiefirmen unter einem gemeinsamem Dach zusammen und so entstand Fuji Heavy Industries Ltd (FHI). Auf der Suche nach einem Namen für die Automobilsparte ersann Kenji Kita, der erste Präsident von FHI, den Markennamen „Subaru“, was wörtlich „sich zusammentun“ oder „vereinen“ bedeutet. Andererseits bezeichnet Subaru im Japanischen das leuchtende Sternbild der Plejaden. Während die Plejaden in Deutschland auch als „Siebengestirn“ oder „Sieben Schwestern“ bekannt sind, zählen in Japan nur die sechs hellsten Sterne zum Plejaden-Sternbild – und diese Zahl entspricht den fünf FHI-Gründungsfirmen, ergänzt um den Mutterkonzern FHI. Die sechs Plejaden-Sterne prägen deshalb bis heute das Subaru-Logo, das ebenfalls auf Anregung von Kenji Kita entstand. Seit der Neufirmierung 2017 und zum 100. Gründungstag der Luftfahrtsparte hört der Konzern auf den Namen Subaru Corporation – schließlich ist das Automobilgeschäft mittlerweile die tragende Säule des japanischen Industrie- und Mobilitätskonzerns.

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1954 präsentierte der junge Automobilhersteller seinen ersten Pkw, den Subaru P-1 bzw. 1500. Obwohl im modernen Pontondesign gezeichnet und als erstes japanisches Automobil mit einem Monocoque ausgestattet, wurden von der Limousine nur 20 Vorserien-Exemplare gebaut. Zum ersten Subaru-Serienmodell mit Sternenlogo avancierte deshalb der im Frühjahr 1958 vorgestellte Subaru 360. Dieser winzige und in knuddeligen Formen gezeichnete Zweitürer schrieb japanische Automobilgeschichte als erstes in Volumenfertigung gehendes Familienfahrzeug der damals neuen Kei-Car-Klasse. Ein von der Politik definiertes Kleinstauto-Segment, das zunächst Modelle mit bis zu 360 cm³ Hubraum und maximal drei Meter Länge unter anderem steuerlich privilegierte, um die Motorisierung der Bevölkerung zu beschleunigen.

Unter dem Kosenamen Marienkäfer („Ladybug“) erreichte der kleine Wagen Popularität. Er verband einen effizienten Antrieb mit einem gewissen Maß an Fahrspaß und lieferte hohe Kundenzufriedenheitswerte. Der bis 1970 in vielen Varianten gebaute 360 stellte sich als erstes asiatisches Fahrzeug einem Crashtest, errang Respekt bei Motorsporteinsätzen und eroberte im Export sogar amerikanische Highways. Er leistete er einen wichtigen Beitrag zur Industriegeschichte Japans, sodass die Japan Society of Mechanical Engineers (JSME) dieses Kei-Car 2016 als „industrielles Kulturgut“ auszeichnete.

Mehr Sicherheit und Fahrspaß durch symmetrischen Allradantrieb für alle

Weltweit richtig hell strahlen sollte die Marke, als der Stromversorger Tohoku Electric Supply Company im Jahr 1971 den Gewinner eines Großauftrags für 4x4-Pkw bekannt gab. Der Energiekonzern verlangte damals ein wintertaugliches und sicheres Fahrzeug. Es war eine Challenge, auf die Subaru bestens vorbereitet war. So hatten die Subaru-Ingenieure bereits seit 1969 erfolgreiche Allrad-Tests mit dem Modell 1000 Station Wagon durchgeführt, gerade den Prototypen Subaru 1300 G 4WD vorgestellt – und mit dieser Expertise gewannen sie jetzt die Ausschreibung für den neuen Leone Station Wagon 1400 AWD. Es ist dieser Subaru mit kompaktem 1,4-Liter-Boxer-Benziner, der den Allradantrieb als erstes Automobil aus dem rustikalen Offroad-Segment in den Großserien-Pkw holte. Das Subaru-Allradmodellprogramm expandierte rasch. Schon 1975 folgte die Leone-Limousine, 1977 der sportlich-schicke Pick-up Brat für den US-Markt, bis Subaru in den 1980er-Jahren fast alle Segmente abdeckte und zugleich statt des anfangs zuschaltbaren Allradantriebs nun den permanenten Allradantrieb einführte.

Mit den konsequent längs installierten Boxermotoren, die Subaru schon seit 1966 in Großserie baute, wird der für Subaru markentypische symmetrische Allradantrieb möglich: Vom tief im Fahrzeug eingebauten Boxermotor über das Getriebe, die Kardan-Antriebswelle bis zum hinteren Differenzial verläuft der komplette Antriebsstrang in einer Linie genau entlang der Mittelachse des Autos. Dieser „Symmetrical AWD“ etablierte sich als zweites Subaru-Markenzeichen. Mit dem Subaru 1800 4WD führte der Hersteller die Vorteile des „Symmetrical AWD“ 1981 auch in Deutschland ein.

Diesem folgten weitere Modelle wie der kleine Justy (1984), der Sportler XT (1985) und der Gran Turismo SVX (ab 1991). Weltweiten Erfolg hatte vor allem der Legacy (ab 1989), der mit über fünf Millionen Einheiten bis heute die Poleposition des global meistverkauften Allrad-Pkw hält. Ab 1993 glänzte der Impreza in der Kompaktklasse als Erster mit serienmäßigem Vierradantrieb und etablierte sich unter dem legendären Typencode WRX STI über Jahre als Champion in der Rallye-Weltmeisterschaft mit insgesamt sechs WM-Titeln.

Ins Segment der SUVs und Crossover-Modelle startete 1995 der Outback und zwei Jahre später der Forester, die ab 2012 der XV ergänzte. Mehr als 23 Millionen Allrad-Pkw hat Subaru in über vier Jahrzehnten bereits verkauft und steht damit unangefochten auf Platz eins unter den Herstellern von 4x4-Pkw.

Seit mehr als 40 Jahren auch in Deutschland präsent

Der Startschuss für den Vertrieb der japanischen Allradmodelle auf dem deutschen Markt fiel am 10. Oktober 1980: Damals unterzeichneten die Fuji Heavy Industries Ltd., Mitsui & Co. und ein Autohändler aus Bad Hersfeld den Gründungsvertrag für die Subaru Deutschland GmbH. Als erste Modellreihe stand im Januar 1981 der Subaru 1800 4WD in den Schauräumen der Handelspartner. Diente anfangs noch ein umgebautes Lebensmittelgeschäft als Importzentrale, bezog Subaru Deutschland im Jahr 1985 eine neue Zentrale auf einem 55.000 Quadratmeter großen Gelände im hessischen Friedberg. Bis heute befindet sich hier der Sitz der Subaru Deutschland GmbH, an der die Schweizer Emil-Frey-Gruppe seit 2018 71 Prozent der Anteile hält. 29 Prozent liegen beim Mutterkonzern. Insgesamt verkaufte Subaru hierzulande bisher über 410.000 Fahrzeuge.  

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